Das Skandinavienhoch erreicht zur Wochenmitte einen Kerndruck von 1045 hPa und schwächt sich bis Anfang Oktober auf einen Druck von 1030 hPa ab. Nach den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle kann sich das Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum bis zum 5. Oktober halten. Gleichzeitig aber drückt die atlantische Frontalzone massiv dagegen und kann das Hoch an seinen südlichen Gradienten zeitweilig unterwandern, bzw. das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz beeinflussen. So kommt es immer wieder zu zeitweiligen Niederschlagsereignisse meist in Form von Schauern, welche aber am Sonntag über dem Westen und Südwesten von Deutschland auch länger andauernd ausfallen können. Am "Brückentag" scheint häufiger die Sonne, bevor zum Tag der Deutschen Einheit wieder vermehrt Niederschläge erwartet werden können.

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Die Temperaturen pendeln sich auf +17 bis +23 Grad ein, können bei längerer Niederschlagsdauer mit +10 bis +15 Grad auch darunter liegen und gehen zum Dienstag, den 3. Oktober allgemein auf +13 bis +18 Grad zurück. Weitere Details in der aktuellen Wettervorhersage für den Oktober 2017.

Wie stehen die Chancen um den goldenen Oktober?

Beide Wettermodelle berechnen den Durchbruch der atlantischen Frontalzone über Mitteleuropa Anfang Oktober. Besonders forsch sind dabei die Simulationen des europäischen Wettermodells, welches im Zeitraum vom 1. bis 4. Oktober den Tiefdruckkomplex zwischen England und Deutschland berechnet. Gleichzeitig wird dem Hoch über Skandinavien die Warmluftzufuhr gekappt, so dass es über dem nördlichen Europa schon mal ordentlich kühl werden kann. Aber auch über Deutschland könnte es schon richtig frisch werden, wenn das Tiefdrucksystem sich weiter nach Osten verlagert und auf seiner Rückseite die kühlen Luftmassen heranführt. Das ist im Moment aber spekulativ und muss in den kommenden Tagen weiter beobachtet werden.

Anders sind die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells, welches im Zeitraum vom 4. bis 8. Oktober die atlantische Frontalzone gegen das Skandinavienhoch auflaufen lässt. So wird auch nach diesen Berechnungen der Wettercharakter über Deutschland weitgehend wechselhaft ausfallen, die Temperaturen bleiben aber mit +14 bis +18 Grad in einem weitgehend Jahreszeit typischen Bereich.

Wetter Oktober: Kontrollläufe lassen wenig Spielraum offen

In den ersten Oktobertagen gehen die Temperaturen nach den Kontrollläufen etwa um 4 Grad zurück. So werden aus +17 bis +23 Grad +13 bis +19 Grad. Gleichzeitig aber nimmt auch die Bewölkung und die Niederschlagsneigung zu, was die Temperaturen letztlich auf +11 bis +16 Grad zurückgehen lassen kann. Der Mittelwert des Temperaturspektrums liegt bspw. am 3. Oktober zwischen +13 bis +14 Grad und verändert sich bis zum 10. Oktober mit +14 bis +16 Grad nur geringfügig nach oben. So ist nach den Berechnungen der Kontrollläufe von einem normal temperierten ersten Oktoberdrittel auszugehen, welcher im Trend auch leicht zu kühl ausfallen kann. Um die eingangs gestellte Frage nach dem "goldenen Oktober" zu beantworten: er hat zum heutigen Stand nur sehr geringe Wahrscheinlichkeiten, sich in der ersten Oktoberdekade durchzusetzen.

Diagramm Temperaturen im Oktober 2017 vom 25.09.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Oktober 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Wettertrend Herbst und Winter

Gestern haben wir einen detaillierten Blick auf die unterschiedlichen Langfristmodelle und deren Wetterprognose für den Herbst und Winter gewagt. Heute gibt es hierzu kaum Veränderungen. So fällt der erste Herbstmonat mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit leicht zu kühl aus, gefolgt von einem normalen bis leicht zu warmen Oktober und November. In der Niederschlagsberechnung werden die restlichen Herbstmonate etwas zu nass berechnet.

Für die Wintersaison 2017/18 berechnet das Langfristmodell in seiner heutigen Wetterprognose einen Dezembermonat, welcher mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad durchaus das Zeug dazu haben kann weitgehend normal bis leicht zu warm auszufallen, während der Januar und auch der Februar mit einer Differenz gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +1 bis +2 Grad zu warm ausfallen könnte. In der Niederschlagsentwicklung werden der Dezember 2017 und Februar 2018 leicht zu trocken und der Januar 2018 etwas zu nass berechnet.

Möchte man eine vorsichtige Interpretation des Langfristmodells ableiten, so ist im Herbst 2017 mit einem typisch herbstlichen Wettercharakter zu rechnen, bei dem Hochdruckphasen vorkommen können, aber eher von kurzer Dauer sein werden. Für den Winter sieht das anders aus. Der Dezember wird leicht zu trocken berechnet, was ein Indiz auf eine länger andauernde Hochdruckwetterlage sein kann (deshalb auch die niedrigeren Werte). Der Hochwinter hat mit der erhöhten Niederschlagswahrscheinlichkeit - zum heutigen Stand - im Januar kaum Chancen sich durchzusetzen und somit wird es auch für den letzten Wintermonat schwierig für angemessene Wintertemperaturen zu sorgen. Kumuliert man die Werte des Langfristmodells, so kommt im Herbst 2017 eine Temperaturabweichung von +0,07 Grad und im Winter von rund +1 Grad heraus.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 25.09.2017

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