Es ist Herbst und passend zur Jahreszeit positioniert sich in den kommenden Tagen ein Tiefdruckzentrum im Bereich zwischen Island, England und Skandinavien und beeinflusst mit einer regen Niederschlagsneigung bis zum kommenden Mittwoch auch das Wetter über Deutschland. Die Temperaturen pendeln sich meist auf +15 bis +20 Grad ein und können bei längerer Niederschlagsdauer knapp darunter und mit etwas Sonnenschein, bzw. einer südwestlichen Anströmung der Luftmassen über den östlichen Landesteilen phasenweise auf bis zu +24 Grad ansteigen.

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Geht’s noch herbstlicher?

Das Tiefdruckzentrum fühlt sich wohl und bleibt wohl auch für den Rest der kommenden Woche im Bereich zwischen Island, England und Skandinavien erhalten. Im gleichen Zeitraum wölbt sich das Azorenhoch etwas nach Norden auf und sorgt dafür, dass die Tiefdruckrinne von Neufundland über Grönland und Island etwas nach Norden verschoben wird. Da über Mitteleuropa aber ein stützendes Hochdruckgebiet fehlt, "rutschen" die Tiefdrucksysteme am östlichen Hochdruckgradienten über Mitteleuropa ab und sorgen für eine nordwestliche und herbstliche Grundströmung.

Ja, es geht also noch etwas herbstlicher. Denn sollten diese Berechnungen der Wettermodelle eintreten, so wäre vom 14. bis 17. September mit einem windigen, regnerischen und bei Werten von +11 bis +17 Grad ein recht kühler Wettercharakter zu erwarten.

Wie lange bleibt es herbstlich wechselhaft?

Die Strömungsstruktur der Wettermodelle zeigt in den aktuellen Vorhersagen kaum Veränderungen. So bleibt im zweiten Septemberdrittel das Azorenhoch westlich von Europa, während die Tiefdrucksysteme sich im Bereich zwischen England, Skandinavien und Deutschland positionieren können. So bleibt es bis zum 20. September bei einer nordwestlichen bis westlichen Zirkulationsmuster.

Signale der Veränderung im letzten Septemberdrittel

Für das letzte Septemberdrittel berechnet das amerikanische Wettermodell eine Verlagerung des Azorenhochs weiter nach Norden in Richtung Grönland, was zunächst den Tiefdrucknachschub vom Atlantik unterbinden und über Mitteleuropa zwei wesentliche Großwetterlagen auslösen kann.

  • in der ersten Variante bleibt das Tiefdruckzentrum über Skandinavien erhalten und "trogt" mit einer meridionalen Grundströmung über Mitteleuropa aus. In diesem Fall wäre auch in der letzten Septemberdekade mit einem herbstlichen Wettercharakter zu rechnen
  • In der zweiten Variante gelingt es den Tiefdrucksystemen nicht weiter nach Süden voranzukommen und ermöglichen es dem Mittelmeerhoch sich weiter nach Norden und Osten auszudehnen und mit einer milden - teils warmen - Südwestströmung das Wetter über Deutschland bei einer nachlassenden Niederschlagsneigung zu beeinflussen

Die Kontrollläufe stützen die Veränderung der Großwetterlage zum letzten Septemberdrittel noch nicht umfassend. Für das zweite Septemberdrittel liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums über Norddeutschland meist um den vieljährigen Mittelwert und über Süddeutschland ist mit einer Abweichung von 2 bis 5 Grad ein zu kühles zweites Septemberdrittel zu erwarten.
Ab dem 20. September zeigt sich ein Aufwärtstrend der Temperaturen in den allgemein normalen Bereich. Die Niederschlagsaktivität wird im zweiten Septemberdrittel allgemein mäßig bis hoch eingestuft, sinkt aber zur letzten Septemberdekade in den leicht erhöhten Bereich ab.

Diagramm Temperaturen im September 2017 vom 08.09.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im September 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetteraussichten Herbst und Winter 2017/18

Der September hat also ein hohes Potential gegenüber dem langjährigen Mittelwert normal und im Trend leicht zu kühl auszufallen - auch wenn die zurückliegenden Septembertage mit einer Abweichung von rund +0,6 Grad etwas zu warm ausgefallen sind.

Das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wettervorhersage für den September eine Differenz der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -1 bis +0,5 Grad im leicht zu kühlen Bereich und stützt damit das hohe Potential für einen zu kalten September 2017. Für die restlichen Herbstmonate Oktober und November liegt die Abweichung mit -0,5 bis +0,5 Grad weitgehend im normalen Bereich.

In der Niederschlagsentwicklung wird der September deutlich zu nass und der Oktober und November unauffällig gegenüber ihren Sollwerten berechnet.

Für den Winter berechnet das Langfristmodell mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad weiterhin eine zu warme Temperaturentwicklung. Für den Dezember kann die Abweichung mit teils +0,5 Grad auch darunter und im Februar mit bis +3 Grad auch darüber liegen. Bei der Niederschlagsprognose werden alle drei Wintermonate von Dezember bis Februar leicht zu nass simuliert. Kühler bis normaler Herbst, gefolgt von einem zu warmen Winter? Man wird abwarten müssen, welche Großwetterlage den Herbst im Oktober und November bestimmen wird.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 08.09.2017

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