Ein Tiefdruckzentrum positioniert sich zum kommenden Septemberwochenende im Bereich über England, Deutschland und Skandinavien und sorgt mit Wind, Regen und kühlen Temperaturen für einen herbstlichen Wettercharakter, welcher sich auch in der neuen Septemberwoche noch fortsetzen kann.

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Behauptet sich das Herbstwetter?

Ein Tiefdruckzentrum über Skandinavien ist meist eine genauso langlebige Wetterlage, wie ein Skandinavienhoch. So simulieren beide Wettermodelle eine rege Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik. Die Tiefdruckrinne verläuft vom östlichen Kanada über Grönland und Island bis zum Zentraltief über Skandinavien, so dass Deutschland, Österreich und die Schweiz immer wieder von den "einfallenden" Tiefdrucksystemen aus nordwestlichen Richtungen beeinflusst werden können. So bestätigen sich die Simulationen der letzten Tage heute erneut, was die Wahrscheinlichkeiten auf ein herbstliches zweites Septemberdrittel erhöht.

Der erste Herbststurm

Die Simulationen des amerikanischen Wettermodells berechnen die Tiefdruckaktivität im Zeitraum vom 13. bis 16. entsprechend hoch, was über Norddeutschland in diesem Zeitraum auch den ersten Herbststurm bringen könnte. Simuliert werden zum heutigen Stand bspw. am 14. September Windgeschwindigkeiten von 60 bis 90 km/h.

Herbsttemperaturen

Die Temperaturen gehen mit der Niederschlagsaktivität weiter zurück. So liegen die Werte am 12. September noch zwischen +15 bis +20 Grad und am 20. September sind herbstliche +9 bis +16 Grad zu erwarten.

Altweibersommer - welcher Altweibersommer?

Im September gibt es eine Wettersingularität, welche zur Monatsmitte sehr häufig eintrifft und für länger Zeit Bestand hat. Der Altweibersommer in Form einer stabilen Wetterlage. Wer hier aber regelmäßig mit liest, der weiß, dass seit Anfang Juni stabile Wetterlagen kaum Chancen hatten sich durchzusetzen. Warum sollte sich das im September ändern?

Die Kontrollläufe stützen in der zweiten Septemberdekade einen Temperaturverlauf, welcher über dem Norden eine Abweichung von 0 bis 2 Grad und über dem Süden von 2 bis 5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im zu kühlen Bereich aufweisen kann. Die Niederschlagsneigung ist vom 10. bis 20. September durchweg erhöht einzustufen. Mit anderen Worten: der Herbst kommt und bleibt erst einmal - der Altweibersommer (stabile Wetterlage) hat nur sehr geringe Chancen.

Diagramm Temperaturen im September 2017 vom 07.09.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im September 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetterprognose Herbst und Winter

Der leichte Temperaturüberschuss aus den ersten Septembertagen wird sich also schnell relativieren und im zweiten Septemberdrittel in den negativen (zu kühlen) Bereich absinken können. Geht es nach den Berechnungen des Langfristmodells, so fällt der September 2017 mit einer Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5 bis +0,5 Grad normal aus. Im Trend könnte der September mit bis -1 Grad aber auch leicht zu kühl ausfallen. Entscheidend ob zu kühl oder normal wird sein, ob sich im letzten Septemberdrittel nicht noch eine stabile Wetterlage durchsetzen kann. Für die verbleibenden Herbstmonate Oktober und November berechnet das Langfristmodell mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad eine ebenfalls normale Temperaturentwicklung, welche in ihrem Trend leicht zu warm ausfallen kann.

Im Niederschlagsverhalten wird der September zu nass, der Oktober normal und der November leicht zu trocken simuliert.

Für die Wintermonate von Dezember 2017 bis Februar 2018 gibt es gegenüber den letzten Tagen kaum Veränderungen zu berichten. Nur der Januar 2018 wurde in der aktuellen Winterprognose des Langfristmodells mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad noch etwas wärmer berechnet, sonst liegt die Differenz mit +0,5 bis +2 Grad im zu warmen Bereich. Bei der Niederschlagsprognose werden der Dezember, Januar und Februar leicht positiv bewertet (etwas zu nass).

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 07.09.2017

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