Bereits zum kommenden Septemberwochenende liegt Deutschland im Einflussbereich eines Tiefdrucksystems, welches sich zwischen der Nord- und Ostsee positionieren und für einen wechselhaften Wettercharakter sorgen kann. Bei den Temperaturen wird es im Detail darauf ankommen, wo sich das Tiefdrucksystem letztlich positioniert und wie schnell es nach Osten vorankommen mag. Zum heutigen Stand liegen die Werte zwischen +15 bis +20 Grad und können über Westdeutschland knapp darunter und über dem Osten knapp darüber liegen.

Großwetterlage stellt sich auf Herbst ein

Der Spielraum für andere Wetterentwicklungen wird zunehmend kleiner und die favorisierte Lösung der vergangenen Tage gewinnt an Wahrscheinlichkeit hinzu. So berechnen beide Wettermodelle ein Zentraltief zwischen Island, England und Skandinavien, welches durch ein Hochdrucksystem über dem nördlichen Skandinavien zunächst weit nach Süden "gedrückt" und über der Mittelmeerregion weitere Tiefdrucksysteme initialisieren kann.

Strömungsmuster verändert sich

Mit dem Tiefdruckschwerpunkt zwischen der Nord- und Ostsee ist im Ansatz der Berechnung der Wettermodelle mit der Ausdehnung des Azorenhochs in Richtung Grönland zum 14. September auch eine Meridionalisierung des Strömungsmusters zu erkennen. Anders Formuliert ist ein Trogprozess in der zweiten Septemberdekade über Mitteleuropa zum heutigen Stand die wahrscheinlichste Variante. In Folge daraus ist vom 10. bis 19. September mit einer regen Niederschlagsaktivität bei herbstlichen Temperaturen zu rechnen.

Kontrollläufe: keine Optionen auf Spätsommer

Die Kontrollläufe unterstützen den Trend zu einem herbstlichen Wettercharakter ab dem kommenden Wochenende. So liegt das Temperaturspektrum mit seinem Mittelwert am 10. September bei +16 Grad und verändert sich bis zum 19. September kaum.

In der Niederschlagsberechnung ist über Norddeutschland ab heute mit einer erhöhten Niederschlagsneigung zu rechnen, welche sich zum 8. und 9. September auch über Süddeutschland durchsetzen und bis zum 19. September über ganz Deutschland mäßig hoch einzustufen ist. Ein spätsommerlicher Wettercharakter hat nach den aktuellen Berechnungen kaum Chancen sich durchzusetzen.

Diagramm Temperaturen im September 2017 vom 05.09.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im September 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Wettertrend Herbst und Winter

Sollte sich das Wetter so entwickeln können, wie es die Wettermodelle derzeit berechnen, so ist mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer normalen Temperaturentwicklung September auszugehen, welche im Trend gegenüber dem langjährigen Mittelwert auch leicht zu kühl ausfallen kann.

Gestützt wird diese These bereits seit Wochen vom Langfristmodell, welches die Herbstmonate von September bis einschließlich November mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad im normalen Bereich simuliert. Der September wird in der Niederschlagsberechnung zu nass und der Oktober und November normal mit einem leicht zu trockenen Trend berechnet. Ein normaler Herbst.

Für den Winter 2017/18 sieht die Prognose aber schon ganz anders aus und bleibt auch heute unverändert. So berechnet das Langfristmodell die Wintermonate von Dezember bis einschließlich Februar mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad weiterhin deutlich zu warm gegenüber dem langjährigen Mittelwert. Zudem weisen der Dezember 2017, Januar und Februar 2018 eine leicht erhöhte Niederschlagsneigung gegenüber dem Sollwert aus. Ein erneut zu warmer Winter also? Man wird abwarten müssen!

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 05.09.2017

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