Die atlantische Tiefdruckaktivität bleibt intakt und verhindert im Wochenverlauf eine Stabilisierung des Wettercharakters mit Hilfe eines Hochdrucksystems über dem skandinavischen Raum. So ist es nur zum Start in die neue Septemberwoche kurzweilig trocken, sonnig und spätsommerlich warm, bevor zum Dienstagnachmittag von Westen die ersten Tiefdruckausläufer auf Deutschland übergreifen und den wechselhaften Wettercharakter fortsetzen können. Die Temperaturen pendeln sich von Mittwoch bis einschließlich Freitag auf +16 bis +21 Grad, wobei mit längerer Sonnenscheindauer über Süddeutschland auch bis +23 Grad erreicht werden.

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Atlantische Frontalzone nimmt "Anlauf"

Eine stabile Wetterlage gab es in den letzten 13 Wochen nicht zu beobachten und wurde von der Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik stets unterbunden. Vorderseitig konnten zwar warme Luftmassen nach Deutschland geführt werden, nachfolgend führte aber die kühle Rückseite des Tiefdrucksystems für eine spürbare Abkühlung.

Schaut man sich die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells an, so wiederholt sich dieses Muster (Erhaltungsneigung) auch im ersten Septemberdrittel. Ein Zentraltief baut sich zum 6. September über Island auf und verlagert sich bis zum 10. September über England und dem südlichen Skandinavien und beeinflusst zunehmend das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz. So wird zum einen der neuerliche Ansatz einer stabilen Wetterlage bereits im Entwicklungsprozess unterbunden und zum anderen setzt sich ein wechselhafter, aber nicht unbedingt kalter Wettercharakter im ersten Herbstmonat fort.

Die Berechnungen des europäischen Wettermodells sind im Zeitraum vom 6. bis 10. September sehr ähnlich der des amerikanischen Wettermodells, was die Eintreffwahrscheinlichkeit des wechselhaften Wetters erhöht.

Zweites Septemberdrittel: Herbst oder Altweibersommer?

Das Zentraltief muss also erst einmal weichen, damit sich die Wetterverhältnisse erneut umstellen können. Das geschieht entweder in Richtung Osten, oder es zieht über Skandinavien nach Nordosten ab. Gleichzeitig ergibt sich für das Hoch über dem Süden mehr Spielraum, sich nach Norden auszudehnen.

im Detail wird es darauf ankommen, wie die nachfolgende Tiefdruckrinne zwischen Neufundland und Skandinavien verläuft und ob die Tiefdruckaktivität gestützt, oder durch ein zunehmend meridionales Strömungsmuster unterbunden wird. Das amerikanische Wettermodell berechnet aktuell eine passive Rolle des Hochdrucksystems und die Tiefdruckgebiete könnten demnach überwiegend das Wetter über Deutschland in der zweiten Septemberdekade beeinflussen.

Kontrollläufe: kein stabiles Wetter

Die Kontrollläufe bestätigen über dem Norden mit einer hohen bis mäßig hohen Niederschlagserwartung einen wechselhaften Wettercharakter im zweiten Septemberdrittel. Über dem Süden ist die Niederschlagserwartung leicht bis mäßig hoch einzustufen. Das zeigt aber auch, dass eine stabile Wetterlage vom 10. bis 20. September wenige aussichtsreiche Chancen hat.

Bei den Temperaturen gibt es ein breites Entwicklungsspektrum und hängt maßgeblich davon ab, wie weit die Tiefdrucksysteme nach Süden vordringen, oder auch eine mildere Südwestwetterlage initialisieren können. So liegt das Temperaturspektrum am 10. September zwischen +14 bis +26 Grad (Mittelwert: +17 bis +18 Grad über dem Norden und bis +20 Grad über dem Süden) und am 17. September zwischen +13 bis +27 Grad (Mittelwert: +18 bis +20 Grad). Betrachtet man ausschließlich den Mittelwert, so liegt dieser im Jahreszeit typischen bis leicht zu warmen Bereich.

Diagramm Temperaturen im September 2017 vom 03.09.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im September 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetterausblick auf den Herbst und Winter 2017/18

Bestätigt wird der herbstliche Wettercharakter im September vom Langfristmodell, welche die Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit -0,5 bis +0,5 Grad im normalen Bereich simuliert. Für die weiteren Herbstmonate Oktober und November zeigt sich keine wesentliche Veränderung der Temperaturen, so dass der Herbst 2017 normal, mit einem leicht zu warmen Trend ausfallen kann.

In der Niederschlagsberechnung wird der September zu nass, der Oktober normal und der November zu trocken simuliert.

Für den Winter 2017/18 berechnet das Langfristmodell in seiner heutigen Wetterprognose von Dezember bis Februar mit einer Abweichung von -0,5 bis +2 Grad eine zu warme Temperaturentwicklung. Der Dezember gilt mit einer Abweichung von -0,5 bis +2 Grad von Nord nach Süd noch als "kältester" Wintermonat.

Die Berechnung des Niederschlages ist im gesamten Winterverlauf leicht erhöht.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 03.09.2017

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