In den kommenden Tagen sorgt die südliche Verlagerung des Hochdrucksystems von der Ostsee über das östliche Europa für andere Strömungsverhältnisse über Deutschland, so dass es zum Wochenstart mit vermehrten Sonnenschein verbreitet milder werden kann. Daran änderten die Simulationen vom Nachmittag und auch heute Abend nichts. So könnten die Tageshöchstwerte am kommenden Mittwoch zwischen +1/+6 Grad über dem Nordosten und +5/+10 Grad, örtlich gar bis +13 Grad über dem Südwesten liegen. Das ist für die Jahreszeit definitiv zu warm und die Abweichung beträgt gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa +5/+8 Grad.

Wir wurden im Verlauf des heutigen Tages gefragt, ob denn aufgrund der wenigen Chancen auf Winter dieser nun als beendet erklärt werden kann. Nein, auch heute nicht - das Wetter ist bekannt dafür, sich im steten Fluss zu verändern. Aber es wird für den Winter definitiv schwerer sich bis in tiefere Lagen durchzusetzen, was einen Flachlandwinter deutlich weniger wahrscheinlicher macht.

Viel interessanter ist aber derzeit die Frage: wann kann die Hochdruckdominanz beendet werden - gibt es denn Anzeichen hierfür? Schaut man sich die Kontrollläufe an, so ist - bis auf Ausnahme des 11. Februars - bis zum 18. Februar kein nennenswerter Niederschlag zu erkennen. Erst darüber hinaus zeigt sich eine rege, mäßige Niederschlagsentwicklung. Da tut sich also was in Sachen Veränderung der Großwetterlage.

Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so zeigen die Simulationen einen kräftigen Kältepol zwischen Grönland und dem europäischen Nordmeer und das Azorenhoch - welches nun lange Zeit keine Rolle in der Wetterentwicklung spielte - erstreckt sich zum 18. Februar von den Azoren nach England und bildet kurzzeitig einen Hochdruckkeil nach Grönland aus. Dieser Impuls des Hochdrucksystems reicht aus, um in der Höhe kurzzeitig kühlere Luftmassen bis nach Deutschland zu führen, was die Schneefallgrenze am 19. Februar bis auf die mittleren Lagen absinken lassen könnte. Der Hochdruckkeil kann sich nicht behaupten und kippt nach den jüngsten Berechnungen zum letzten Februar-Drittel über Mitteleuropa nach Osten weg. So könnte sich zum Start in das letzte Februar-Drittel eine mäßige Niederschlagserwartung bei milden Temperaturen über Deutschland einstellen.

Das der Winter - vor allem für die mittleren Lagen - noch nicht beendet sein könnte, zeigen die Berechnungen vom 23./26. Februar, bei der sich auf dem Atlantik zwischen Neufundland und den Azoren ein Hochdrucksystem relativ weit nach Norden "vorwagt". In Folge dessen könnte über Deutschland, Österreich und der Schweiz eine nasskalte Nordwestwetterlage sich einstellen, bei der ab den mittleren Lagen der Niederschlag in Schnee übergehen könnte. Das wäre vor allem für all jene eine interessante Entwicklung, welche in die Winterferien zum Skifahren gehen möchten

Vergleicht man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (-0/+5) / zu warm (>+6) gegenüber heute Nachmittag, so liegen diese am 20. Februar bei 0/10/90 (heute Nachmittag: 5/20/75) und am 25. Februar bei 10/15/75 (heute Nachmittag: 5/10/85) und unterstreicht noch einmal die geringen Aussichten auf einen Wintereinbruch bis in tiefere, aber auch bis in mittlere Lagen im letzten Februar-Drittel zum heutigen Stand.

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