Die "Winter light" Variante setzt sich in dieser Woche mit verbreitet Dauerfrost über dem Norden und Osten und leichten Plusgraden über dem Süden und Westen durch. Dabei sind über dem Norden und Osten zeitweilige - überwiegend wenig ergiebige - Niederschläge in Form von Schnee oder Schneegriesel zu erwarten, während die Niederschlagsneigung über dem Süden und Westen - mit Ausnahme des heutigen Dienstags - eher gering einzustufen ist. In den Nächten ist generell mit leichten bis mäßigen Frost zu rechnen, wenngleich der Wind aus östlichen Richtungen als unangenehm empfunden werden kann (Details s. Wetter Februar 2017).

Dauerfrost bleibt auch über das Wochenende hinaus über dem Norden und Osten erhalten

Nach den Simulationen beider Wettermodelle kippt das bis dahin dominante Hochdrucksystem über Skandinavien mit seiner Achse auf Nordwest-Südost und zieht sich dabei bis zum 13. Februar etwas weiter über das östliche Europa zurück. Gleichzeitig positioniert sich über dem westlichen Europa ein gradientenschwaches Tiefdrucksystem, was im Verbund beider Systeme zueinander gemäßigt milde Luft aus südöstlichen Richtungen nach Deutschland führen kann. Bodennah wir aber noch relativ kalte Luft aus östlichen Richtungen herangeführt, was etwa östlich der Linie Hamburg - Dresden noch größtenteils für leichten Dauerfrost reichen könnte, während es über dem Südwesten mit +4/+8 Grad deutlich milder bleiben kann.

Ab dem 13. Februar differenzieren sich die Wettermodelle

Geht es nach den Berechnungen des europäischen Wettermodells, so intensiviert sich das Tiefdrucksystem über dem westlichen Europa kurzzeitig, zieht sich aber bis zur Monatsmitte über die Azoren in einer recht weit südlichen Position zurück. So bleibt das Hochdrucksystem über Mitteleuropa dominant, weitet aber seine Hochdruckachse bis über das östliche Mittelmeer aus. In Folge dieser Entwicklung kann sich das Hochdrucksystem relativ rasch von oben herab mit milden Luftmassen auffüllen, was bis zum 15. Februar in ca. 1.500 Meter Höhe Temperaturen von +4/+8 Grad zur Folge haben kann. Das sieht nach einer Inversionswetterlage aus, was aber im Februar mit Hilfe von Sonnenschein auch in tieferen Lagen deutliche Plusgrade zur Folge haben kann.

Das amerikanische Wettermodell simuliert das Hochdrucksystem über Skandinavien und dem östlichen Europa bis zum 15./17. Februar nahezu ortsfest, aber auch das Tief vor Mitteleuropa bewegt sich nur unwesentlich. So ändert sich auch beim Wetter nur wenig. Die Hochdruckdominanz bleibt erhalten und die Grundströmung erfolgt weiterhin aus südöstlichen Richtungen. Die Temperaturen könnten mit vermehrten Sonnenschein über dem Südwesten in Richtung der +10 Grad Marke und darüber hinaus ansteigen, während es über dem Nordosten mit -1/+4 Grad kühler bleiben kann.

Folgt dem "Winter light" der "Frühling light" oder kommt doch alles anders?

Die Gemeinsamkeiten beider Wettermodelle liegen im zweiten Februar-Drittel in der Hochdruckdominanz bei einer sehr geringen Niederschlagserwartung, was zu einer Entspannung der Grundwassersituation über dem Süden nicht gerade beitragen kann. Die Unterschiede der Wettermodelle zeigen sich in der Temperaturentwicklung, wenngleich beide Varianten mit "richtigem Winter" weniger was zu tun haben. Nach den Berechnungen des europäischen Wettermodells wären bereits zur Monatsmitte mit Hilfe von Sonnenschein auch schon Werte von +8/+13 Grad und darüber hinaus möglich. Wie stehen die Wahrscheinlichkeiten hierfür? Die Kontrollläufe bestätigen im Zeitraum vom 13./16. Februar eine ansteigende Temperaturtendenz des Mittelwertes und fällt darüber hinaus bis zum Beginn des letzten Februar-Drittels auf den Jahreszeit-typischen Bereich ab. Das ist aber gar nicht einmal so das entscheidende Kriterium. Viel interessanter ist das sehr breit aufgestellte Temperaturspektrum der Höhentemperaturen, welche bspw. am 18. Februar zwischen -15/+7 Grad liegen können und eine Differenz von 22 Grad aufweisen.

Die Position des Hochdrucksystems und der Hochdruckaufbau über Grönland können der entscheidende Faktor sein

Grundsätzlich sind nach dem 15. Februar noch mehrere Wetterentwicklungen denkbar und so ein Hochdrucksystem über Skandinavien ist zwar häufig langlebig, aber eben auch nicht von Dauer. Als spannend kann die Berechnung des amerikanischen Wettermodells bezeichnet werden. Hier zeigt sich seit einigen Tagen im Zeitraum vom 18./22. Februar der Trend zum Aufbau von hohem Luftdruck über Grönland bis über das westliche Kanada, während zeitgleich sich über dem Bereich Karasee/Barentssee ein Tiefdrucksystem positionieren könnte. In Folge dessen könnten Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden geführt werden. Das Potential für "hochwinterliche Varianten" über Mitteleuropa bleibt somit erhalten, doch wie wahrscheinlich sind diese? Die Verhältnisse der Kontrollläufe simulierten in den letzten Tagen eine zunehmend milde Temperaturtendenz zum Ende des zweiten und zu Beginn des letzten Februar-Drittels auf. Daran ändert sich heute nur wenig und so liegen die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5), am 17. Februar bei 30/25/45 und am 21. Februar bei 15/35/50. Die Signale werden für den Winter zunehmend schwächer und die für zu warme Varianten nehmen weiterhin zu. Nichtsdestotrotz kann die Hochdruckposition entscheidend sein und gerade in dem nun bevorstehenden "Finale" des winterlichen Polarwirbels wären sowohl winterliche, als auch frühlingshafte Überraschungen nicht auszuschließen. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 21:00 Uhr an dieser Stelle mit einem kurzen Update der Wetterprognose Winter.

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