Heute Abend berechnen die Wettermodelle vom 6./10. Februar eine nahezu übereinstimmende Variante, bei der sich das Kontinentalhoch bis über Skandinavien ausweiten und mit kühleren Luftmassen das Wetter über Deutschland beeinflussen kann. Somit wäre über dem Norden und Nordosten durchaus auch Dauerfrost möglich, während es über dem Süden und Westen mit leicht positiven Temperaturen milder bleiben kann. Die Ausbreitung einer dünnen Schneedecke ist etwa östlich der Linie Hamburg - Dresden noch am wahrscheinlichsten, während westlich der Linie wohl erst ab den mittleren Lagen oberhalb etwa 500-700 Meter mit Schnee gerechnet werden könnte.

Deutliche Differenzen zeigen sich im Zeitraum vom 11./15. Februar. Nach den Berechnungen des europäischen Wettermodells gelingt zum 11. Februar der "Brückenschlag" des Skandinavienhochs zum Azorenhoch. Gleichzeitig ist die atlantische Frontalzone äußerst aktiv und "zieht" das Azorenhoch weiter in Richtung Skandinavien. Durch diesen Prozess füllt sich das Hoch von oben herab rasch mit warmen Luftmassen auf, was bis zum 15. Februar die Temperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe auf +8/+12 Grad ansteigen lassen kann. In Folge dessen könnten die Temperaturen in Bodennähe mit entsprechender Sonnenscheindauer fast schon frühlingshafte Werte erreichen.

Völlig anders die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells. Das Hochdrucksystem bleibt im gesamten Zeitraum des zweiten Februar-Drittels in dominanter Position. Zwar gelingt auch hier der "Brückenschlag" zum Azorenhoch, jedoch ist die Tiefdruckaktivität der Frontalzone bedeutend schwächer. Zeitweilig gelingt es dem Azorenhoch bspw. am 17./18. Februar sich bis nach Island/Grönland auszuweiten. Deutschland, Österreich und die Schweiz verblieben demnach in einer nordöstlichen bis östlichen Grundströmung, was über dem Norden und Nordosten die Temperaturen nahe der 0 Grad Grenze und über dem Süden und Westen leicht im positiven Bereich halten könnte.

Die Differenzierungen haben sich bereits in den letzten Tagen angekündigt: Hop oder Top! Die Kontrollläufe bestätigen ein über dem Westen und Süden weitgehend nasskalten Temperaturtrend im zweiten Februar-Drittel (Mittelwert zwischen +2/+3 Grad) und über dem Norden und Osten eine höhere Wahrscheinlichkeit für Dauerfrost (Mittelwert: -2/0 Grad). Vergleicht man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5) gegenüber heute Nachmittag, so liegen diese am 15. Februar bei 40/30/30 (heute Nachmittag: 20/40/40) und am 20. Februar bei 20/50/30 (heute Nachmittag: 25/55/20).

Interessant zeigen sich die Simulationen beider Wettermodelle vom Polarwirbel. So kann nach den gängigsten Varianten der aktive Kältepol über dem östlichen Kanada und Grönland bis zur Monatsmitte und darüber hinaus nach Osten transferiert werden, gleichzeitig zeigt sich ein Trend zu hohem Luftdruck zwischen den Azoren in Richtung Grönland. Das ermöglicht grundsätzlich weitere Wetterentwicklungen, wobei eine forsche West-Ost Zirkulation im zweiten Februar-Drittel zum heutigen Stand weniger wahrscheinlicher ist, als ein meridionales Grundmuster.

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