Damit es im "Spätwinter" bis in tiefere Lagen mit Dauerfrost nochmals richtig kalt werden kann, werden in ca. 1.500 Meter Höhe entsprechend kalte Luftmassen von -6/-8 Grad benötigt. Zum Vergleich reichen im Dezember und Januar die -4/-6 Grad in 1.500 Meter Höhe aus um bis "runter" für Dauerfrost zu sorgen. Der Grund ist der nun rasch ansteigende Sonnenstand und als Spätwinter bezeichnet man i.d.R. die Zeit nach dem 15. Februar.

Heute Nachmittag und auch heute Abend berechnete das amerikanische Wettermodell erneut die Ausdehnung des kontinentalen Hochdrucksystems bis nach Skandinavien, was über Deutschland - beginnend ab dem 7. Februar - erneut kalte Luftmassen arktischen Ursprungs heranführen kann. Zur gleichen Zeit aber versucht die atlantische Frontalzone weiter nach Osten voranzukommen, wird aber vom Hochdrucksystem blockiert. So bleibt der Frontalzone nichts anderes "übrig" als nach Süden auszutrogen und das Skandinavienhoch an seinen südlichen Gradienten in Form eines Mittelmeertiefs zu unterwandern. Da sich Tiefdrucksysteme gegen und Hochdrucksystem im Uhrzeigersinn drehen, kommt die Grundströmung nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells überwiegend aus östlichen Richtungen. Wie so oft kann das Mittelmeertief dabei auf seiner Vorderseite warme Luftmassen über das östliche Europa führen, welche über Umwege dann wieder nach Deutschland gelangen können. Somit ergibt sich ein erhöhtes Potential für Grenzwetterlagen, bei der über dem Norden und Nordosten die kalte Luft einfließt und etwa südlich der Mittelgebirge auf feucht warme Luftmassen der Mittelmeertiefs treffen kann. Häufig kommt es dann über dem Süden zu kräftigen und länger andauernden Regenfällen, während nach Norden hin die Niederschläge zunehmend in Schnee übergehen können - ganz im Norden bleibt es meist trocken und relativ kalt. Im Detail kann sich solch eine Grenzwetterlage rasch verschieben und wenige hundert Kilometer können da entscheidend sein.

Das europäische Wettermodell berechnet das Hochdrucksystem bis zum 6. Februar ebenfalls über Skandinavien mit Kaltluftzustrom in Richtung Mitteleuropa. Allerdings sorgt die atlantische Frontalzone mit Hilfe eines Tiefdrucksystems über dem östlichen Mittelmeer für eine Veränderung der Hochdruckachse von Nordost nach Südwest auf Nordwest nach Südost. Damit blockiert das Hochdrucksystem die Zufuhr der kalten Luftmassen in Richtung Deutschland vom 7./10. Februar. Erst darüber hinaus gelingt dem Hochdrucksystem über Skandinavien der Brückenschlag mit dem Azorenhoch, was die Achse wieder von Nordost nach Südwest ausrichtet und die Kaltluftmassen Anfang des zweiten Februar-Drittels nach Deutschland, Österreich und der Schweiz führen kann.

Schaut man sich die Kontrollläufe und deren Berechnungen der Temperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe an, so liegt der Mittelwert im Zeitraum vom 6./10. Februar zwischen -1/-5 Grad, was gerade über dem Osten und Nordosten für Dauerfrost reichen könnte, sonst sind eher nasskalte Werte zu erwarten. Im Zeitraum vom 10./16. Februar zeigt sich von Nord nach Süd eine ansteigende Tendenz des Temperaturmittelwertes, was über dem Süden grundsätzlich wärmere Werte zur Folge haben kann. Mit anderen Worten deutet vieles auf eine kältere Temperaturphase nach dem 6. Februar hin, ob es aber für Dauerfrost über dem Westen, Norden und Süden reichen wird, bleibt zum heutigen Stand fraglich.

Vergleicht man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5) gegenüber heute Nachmittag, so liegen diese am 11. Februar bei 15/35/50 (heute Nachmittag: 25/25/50) und am 16. Februar bei 10/40/50 (heute Nachmittag: 20/25/55). Insgesamt sind diese heute Abend wieder etwas milder geworden und behalten den Trend einer höheren Wahrscheinlichkeit für nasskalte bis zu milden Temperaturen bis Mitte Februar bei. Nichtsdestotrotz kann das alles schnell zur Makulatur werden, wenn die Hochdruckachse passt und die Kaltluftmassen nach Mitteleuropa einströmen können. Das Potential hierfür bleibt jedenfalls bestehen.

Der AO-Index wird im Verlauf des ersten Februar-Drittels deutlich negativ berechnet, während der NAO-Index einen normalisierenden Trend aufweist. Der Polarwirbel zeigt sich in den Simulationen der Wettermodelle stets mit neuen "Deformationen". Markant hierbei ist das Kontinentalhoch, welches seinen Schwerpunkt über dem westlichen Russland hat. Dadurch wird über kurz oder lang der aktive Teils des Polarwirbels von Kanada/Grönland nach Osten verfrachtet, was das eigentliche Potential für die Rückkehr des Winters bedeutet. Warum? Dadurch ergibt sich über dem grönländischen Raum mehr Spielraum für Hochdrucksysteme, welche nicht selten den Kaltluftzustrom aus nördlichen Richtungen mit einer meridionalen Grundströmung in Gang setzen könnten. Spätwinter eben. Ob das so kommen mag, bleibt abzuwarten - Potential hierfür ist jedenfalls gegeben. Langweilig werden die kommenden Tage für Meteorologen sicherlich nicht - schon gar nicht bei einer möglichen Grenzwetterlage.

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