Spannung pur - so viel sei schon einmal gleich zu Beginn verraten. Heute Nachmittag berechnete das amerikanische Wettermodell seine kalte Variante mit Hochdruckausdehnung bis über dem skandinavischen Raum erneut und beim Blick auf die Kontrollläufe zeigte sich wiederholt, dass es sich hierbei um einen kalten "Ausreißer" handelte.

Heute Abend aber simulieren sowohl das amerikanische als auch europäische Wettermodell ab dem 5. Februar die Ausdehnung des kontinentalen Hochdrucksystems bis über Skandinavien, so dass bereits zum 6. Februar Kaltluftmassen arktischen Ursprungs nach Deutschland geführt werden könnten. Wie kalt könnte es werden? Die Kaltluftmassen kommen nicht schlagartig und müssen sich auch erst in den unteren Regionen durchsetzen, aber im Zeitraum vom 5./6. Februar werden von den Wettermodellen nasskalte Werte zwischen +1/+5 Grad und vom 6./8. Februar über weiten Teilen schon leichter Dauerfrost simuliert - ab dem 9. Februar wäre demnach auch mäßig starker Dauerfrost von -7/0 Grad möglich.

Da nun beide Wettermodelle sich auf diese Variante einstimmen, nimmt die Wahrscheinlichkeit zu - es gilt aber noch immer eine gewisse Skepsis gegenüber dieser Kaltvariante. Warum? Die Frontalzone bleibt kräftig und nur allzu oft werden solche Hochdrucksysteme welche von Nordosten her nach Skandinavien streben einfach nach Osten abgedrängt und die Kaltluft über das östliche Europa abgelenkt. Schaut man sich die Kontrollläufe an, so ist der Temperaturtrend nach dem 5. Februar klar in Richtung kühlere Varianten. Der sog. Hauptlauf bleibt dabei einer der kälteren Varianten, bekommt aber zunehmende Unterstützung von den Kontrollläufen. Vergleicht man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5) gegenüber heute Nachmittag, so liegen diese am 10. Februar bei 20/30/50 (heute Nachmittag: 5/25/70) und am 15. Februar bei 20/35/45 (heute Nachmittag: 25/30/45). Die Mehrheit der Kontrollläufe weist weiterhin eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für nasskalte bis zu milde Varianten aus, aber da tut sich so langsam was.

Der AO-Index wird zunehmend negativ berechnet. Der NAO-Index bleibt überwiegend positiv, zeigt aber im Trend zum Ende des ersten Februar-Drittels in die negative Richtung. "Schön" gestört zeigt sich der Polarwirbel nach den Berechnungen des europäischen Wettermodells bis zum 10. Februar, welches auch noch kältere Varianten ermöglichen könnte. Da ist enorm viel an Entwicklungspotential gegeben und man darf gespannt sein, welche Varianten in den kommenden Tagen simuliert werden. Das Langfristmodell lässt sich davon (noch) nicht beirren und simuliert den Februar mit einer Abweichung von +3/+4 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu warm. Sollte sich aber die Hochdruckvariante über Skandinavien durchsetzen und den Westdrift nachhaltig blockieren können, so dürfte das Langfristmodell in den kommenden Tagen erneute Korrekturen vornehmen.

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