Nach den Simulationen von heute Abend wird die Entwicklung nach dem amerikanischen Wettermodell etwas anders berechnet, hat aber das gleiche Ergebnis zur Folge, wie in den letzten Tagen auch: ein zu milder Start in den Februar. Was aber anders ist - die Frontalzone verläuft etwas südlicher, so dass die Tiefdrucksysteme stärker werden und im Zeitraum vom 3./8. Februar an ihren südlichen Gradienten sog. Schnellläufer, bzw. Randtiefdrucksysteme ausbilden können. Das würde das Potential für Starkwindereignisse erhöhen.

Das europäische Wettermodell berechnet ebenfalls ein erhöhtes Starkwindpotential ab dem 3. Februar, wobei zum 4./5. Februar ein Tiefdrucksystem über Deutschland bis in die Mittelmeerregion "abtropfen" kann. Nasskalte Varianten hätten in diesem Fall durchaus auch Chancen sich durchzusetzen.

In Summe bleiben aber beide Wettermodelle weitgehend mäßig mild bis mild eingestellt. Ab dem 8./10. Februar berechnet das amerikanische Wettermodell ein langsames mäandrieren der Gradienten zueinander (verschlungen) und die Dynamik nimmt generell ab, was auch ab diesem Zeitraum wieder nasskalte Varianten wahrscheinlicher machen könnte. Mit anderen Worten ist die Milderung gesetzt, die Frage ist nur für wie lange. Die Kontrollläufe zeigen nun auch etwas mehr Entwicklungsspielräume ab dem 5./6. Februar in die kühlere Richtung, wobei nasskalte und in mittleren Lagen auch winterliche Optionen ab dem 8. Februar nicht ganz auszuschließen sind.

Dieses mäandrieren zeigt sich auch im Polarwirbel. Insgesamt zeigt sich im Zeitraum vom 7./10. Februar eine zunehmend schwache Struktur des Polarwirbels. Es wäre nicht verwunderlich, wenn die Wettermodelle in den kommenden Tagen vermehrte Ansätze zu sog. Polarwirbelsplits zeigen würden. Sollte das der Fall sein, so könnte man dem Warming durchaus die Klassifikation eines Major-Warmings zusprechen. Zum aktuellen Stand ist aber weder das Eine oder das Andere der Fall. Aber es tut sich so langsam was. Der AO-Index bleibt größtenteils positiv berechnet, hat aber nun auch eine größere Anzahl von Berechnungen dabei, welche den AO-Index negativ erscheinen lassen. Der NAO-Index bleibt bis zum Ende des Vorhersagezeitraum positiv, was ein "winterfreundliches" Blockadehoch auf dem Atlantik zum aktuellen Stand wenig wahrscheinlich macht.

Das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wettervorhersage den Winter im Februar mit einer Abweichung von +2/+4 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu warm. In der Niederschlagsentwicklung zeigen sich kaum Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert, der Trend ist eher leicht zu trocken einzustufen.

Zusammenfassung des Tages: Der Temperaturtrend bleibt im ersten Februar-Drittel mild, aber es kommt langsam Bewegung in die Simulationen, was die Nachhaltigkeit der Milderung in Frage stellt. Spannend wird die Frage sein, ob sich das Warming zu einem Major-Warming weiterentwickeln kann.

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