Die Berechnungen beider Wettermodelle bestätigen bis Ende Januar nochmals die Milderung, insofern nichts Neues. Dennoch gibt es Unterschiede. Das amerikanische Wettermodell berechnet die atlantische Frontalzone mit ihrer dazugehörigen Tiefdruckrinne deutlich südlicher als wie es das europäische Wettermodell berechnet. In Folge daraus wäre Ende Januar schon die ersten aktiv-dynamischen Wetterentwicklungen über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu erwarten, welche durchaus auch das Potential für Starkwindereignisse haben können. Anfang Februar folgen in raschen Abständen Tiefdrucksysteme nach, welche von Südwest nach Nordost ziehen und das Zirkulationsmuster in den ersten fünf Februar-Tagen aus südwestlichen Richtungen drehen lassen kann. Mildes und Abwechslungsreiches Wetter wäre hieraus die Folge.

Das europäische Wettermodell berechnet die Hochdruckbrücke zwischen dem Azorenhoch und dem Kontinentalhoch nördlicher, so dass dessen Einfluss bis zum 31. Januar noch bis nach Deutschland reicht. Die atlantische Frontalzone kommt bis zur Barentssee voran, was die Tiefdruckrinne von Neufundland über Island bis nach Skandinavien nördlicher verlaufen lassen kann. Zwar wäre über Deutschland demnach auch mit einem überwiegend südwestlichen Zirkulationsmuster zu rechnen, doch statt Wind und Regen wäre noch mit einem weitgehend ruhigeren und milden Wettercharakter zu rechnen.

Wie dem auch sei - beide Simulationen berechnen wenig winterliche Varianten. Noch deutlicher zeigt sich die Milderung anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5), welche am 31. Januar bei 5/20/75 und am 5. Februar bei 10/10/80 liegt. Mit anderen Worten werden von den Kontrollläufen mehr Varianten mit fast schon frühlingshaften Temperaturen berechnet, als winterliche. So ernüchternd sind derzeit die Berechnungen für alle die sich eine Verlängerung des Winters wünschen.

Gibt es denn Ansätze, welches noch etwas verändern können? Die gibt es durchaus und liegen in der Entwicklung des Polarwirbels begründet. Neben - wie bereits heute Nachmittag beim Wetter Februar erläutert - dem Aleutenhoch bestünde auch die Möglichkeit eines Hochdrucksystems über Alaska, welches eine Hochdruckverbindung nach Grönland aufbauen könnte. Das würde den Kaltluftzustrom des Polarwirbels nach Kanada/Grönland stoppen und grundsätzlich andere - auch winterliche Verhältnisse - über Mitteleuropa ermöglichen. Diese Variante ist aber heute Abend noch zu "gewagt" um näher darauf einzugehen.

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