Heute Nachmittag und auch heute Abend berechnete das amerikanische Wettermodell kaum Veränderungen. Zunächst bis Ende Januar langsame Milderung, dann folgt im Februar die größere Einflussnahme der atlantischen Frontalzone mit einem zunehmend wechselhaften Wetter- und mit einer südwestlichen Ausrichtung auch zunehmend milderen Temperaturcharakter. Winterliche Verhältnisse haben nach diesen Berechnungen so gut wie keine Chance.

Etwas anders - wenngleich noch mit dem gleichen Ergebnis - sind die Berechnungen des europäischen Wettermodells. Demnach stellt sich die Hochdruckachse vom 26./28. Januar über der Barentssee / Skandinavien in einer sich veränderten Achse auf. War es vorher über Osteuropa noch von Nord nach Süd, so ist diese nun von Südwest nach Nordost, was den Kaltluftzustrom in Richtung Deutschland leitet. Allerdings wird zur gleichen Zeit die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik größer, was letzten Endes die kalte Luft über dem Osten von Europa belässt und allenfalls kurzzeitig noch den Osten von Deutschland erreichen könnte.

Variationen sind also möglich, wenngleich die Kontrollläufe kaum winterliche Spielräume zulassen - allesamt zu mild. Wir wurden heute Nachmittag nach unserer Ausführung zum Minor-/Major-Warming gefragt, ob es denn zu der Theorie mit dem Hochdrucksystem Aleuten und der Hochdruckbrücke zum Hoch Mitteleuropa Kartenmaterial gäbe. Da dies ein theoretischer Ansatz war, gab es kein Kartenmaterial dazu. Wie es aber der "Zufall" so will, heute Abend berechnet das amerikanische Wettermodell genau solch einen Ansatz des Polarwirbelsplits, welchen man sich hier anschauen kann. Man sieht hier sehr schön die Problematik für die Freunde des Winterwetters. Das Hochdrucksystem über den Aleuten treibt die Kaltluftmassen über Kanada und Grönland. Die daraus entstehende Tiefdruckaktivität stützt wiederum das Hochdrucksystem Mitteleuropa / Barentssee /westl. Russland, welches in der gezeigten Karte die Hochdruckverbindung mit dem Hoch über den Aleuten eingeht. Ein sich selbst erhaltendes System, welches über Mitteleuropa eher für ein südwestliches bis südliches und damit mildes Strömungsmuster sorgen kann. Das ist aber nur eine Momentaufnahme und wird sich in den kommenden Tagen sicherlich noch ein paar Mal verändern. Aber es zeigt eben auch, dass einem möglichen Polarwirbelsplit nicht zwingend der Winter über Mitteleuropa Einzug halten muss.

Es bleibt auch heute Abend dabei - der Winter hat nach dem 25./26. Januar nicht allzu viele Optionen sich über Mitteleuropa bis in die ersten Februar-Tage durchzusetzen. Ein maßgeblicher Faktor der das noch verändern könnte, bleibt das mögliche Major-Warming.

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