Beide Wettermodelle berechnen nun bis Ende Januar die fast identische Wetterentwicklung. So verlagert sich das Hochdrucksystem allmählich nach Nordosten und leitet zum 24./25. Januar die Zufuhr kalter Luftmassen über Russland bis über das östliche Europa nach Süden ein. Im weiteren Verlauf verlagert sich das Hochdrucksystem nach Osten und stemmt sich dort gegen die heran rauschenden Tiefdrucksysteme der atlantischen Frontalzone von Westen her kommend.

Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen inmitten des "Frontenk[r]kampfes" in einer südlich, meist milden Anströmung der Luftmassen, bei der sich von Westen her mehr und mehr die Tiefdrucksysteme durchsetzen können. Wie stehen die Chancen auf Winter? In dieser Konstellation schlecht. Denn sollte sich das Hoch weiter nach Westen ausdehnen, so wäre eher eine ruhige und trockene Inversionswetterlage zu erwarten zu . Gelingt es der Frontalzone stattdessen sich weiter nach Mitteleuropa auszudehnen, so wäre mit einem unbeständigen und milden - allenfalls nasskalten - Wettercharakter zu rechnen.

Der Blick auf die Temperaturen der Kontrollläufe in 1.500 Meter Höhe zeigt, dass die Werte um 3-6 Grad über dem Jahreszeit-typischen Wert liegen und so gut wie keiner der Kontrollläufe auch nur in die Nähe der -5 Grad Marke gelangen kann, was winterliche Verhältnisse demnach bis Ende Januar nahezu unwahrscheinlich macht. Aber auch Anfang Februar sieht das nicht unbedingt vielversprechender aus, was die Kontrollläufe heute Abend simulieren. Mit anderen Worten bestätigt sich heute Abend der milde Temperaturtrend vom Tage bis in den Februar hinein.

Noch deutlicher zeigt sich die Wahrscheinlichkeit der Milderung anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5), welche am 30. Januar bei 20/25/55 und am 4. Februar bei 10/15/75 liegt. Umso spannender bleibt für Freunde des Winterwetters also die Entwicklung des Minor-/Major-Warming in Stratosphärenhöhe, welches aktuell seinen Höhepunkt wohl am 28. Januar erreichen kann. Ob im folgenden Zeitraum eine Umkehr der zonalen Winde stattfinden und sich das Minor in ein Major-Warming weiterentwickeln kann, bleibt zu heutigen Stand abzuwarten - die Tendenz von heute Nachmittag ging aber schon einmal in diese Richtung und könnte den milden Trend Anfang Februar nochmals in Frage stellen. Mehr dazu dann Morgen.

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