Heute Nachmittag zeigten die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells wenig neue Erkenntnisse hinsichtlich der Milderung im letzten Januar-Drittel und zeigt mit der erneuten Berechnung eine zunehmend höhere Wahrscheinlichkeit eines westlich orientierten Zirkulationsmusters, welches unter bestimmten Voraussetzungen bis Anfang Februar anhalten könnte. Allenfalls eine möglich nasskalte Nordwestwetterlage bietet ab den mittleren noch die Option auf winterliche Verhältnisse.

Heute Abend berechnet das amerikanische Wettermodell nur wenig Veränderungen in seinem Hauptlauf. Das Zirkulationsmuster ist überwiegend zonal (West-Ost) ausgeprägt und könnte Ende Januar auf nasskalt Nordwest kippen.

Das europäische Wettermodell simuliert heute Abend eine neue Variante, bei der es der atlantischen Frontalzone nicht gelingt sich bis über Mitteleuropa durchzusetzen. Stattdessen strebt der Hochdruckkeil des Azorenhochs zum 23./24. Januar über dem westlichen Europa nach Norden und liegt zum 25. Januar in autarker Position über England. Bereits zum 26. Januar strebt das Hochdrucksystem weiter nach Norden und erstreckt sich von Frankreich bis über die Karasee. Somit bleibt der atlantischen Frontalzone der Weg nach Mitteleuropa verwehrt und zum 26./27. Januar kann Deutschland, Österreich und die Schweiz wieder in den Zustrom kalter Luftmassen aus nordöstlichen Richtungen gelangen.

Die Schwankungsbreite nimmt zu und betrachtet man den Polarwirbel, so erkennt man in der Berechnung des europäischen Wettermodells den "Abtrennprozess" eine Kaltluftgebietes indem sich das Hochdrucksystem über Skandinavien mit dem Kontinentalhoch verbindet (Grafik). Das amerikanische Wettermodell berechnet dieses Prozess nicht, stattdessen gibt es hier Ansätze zu einem Polarwirbelsplit Anfang Februar, wenngleich für Freunde des Winterwetters in ungünstiger Position, was den Kaltlufttransport über dem östlichen Kanada nach Neufundland eher begünstigt.

Die Kontrollläufe bestätigen den Trend der Milderung auch heute Abend im Zeitraum vom 25. Januar bis 2. Februar mehrheitlich. So liegt das Temperaturspektrum am 27. Januar zwischen -2/+10 Grad (Mittelwert: +2 Grad über dem Osten, sonst zwischen +4/+5 Grad) und am 2. Februar zwischen -2/+11 Grad (Mittelwert: +2 Grad über dem Osten, sonst zwischen +4/+5 Grad). Die wenig winterlichen Aussichten zeigen sich insbesondere in der Simulation der Temperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe, welche im Zeitraum vom 26. Januar bis 31. Januar im Schnitt bei +1/+3 Grad liegen. Für halbwegs winterliche Bedingungen bis in tiefere Lagen müsste die Höhentemperatur bei etwa -5 Grad liegen - das ist aber in den Kontrollläufen nicht einmal im Ansatz zu erkennen und bedeutet im Umkehrschluss die hohe Wahrscheinlichkeit für Tauwetter.

Der sog. AO- und auch der NAO-Index sind im Trend leicht positiv zu bewerten, was durchaus ein Indiz auf eine halbwegs stabile zonale Ausrichtung des Strömungsmuster (West-Ost) sein kann und stützt dadurch die milde Entwicklung. Nichtsdestotrotz zeigt die zunehmende Schwankungsbreite in den Simulationen für Ende Januar, dass eine nachhaltige Milderung bis in den Februar nicht unbedingt eintreten muss und vieles wird von der Intensität des Minor-/Major-Warmings abhängen. Die zonalen Winde werden weiterhin im positiven Bereich berechnet, so dass man zum heutigen Stand von einem sehr kräftigen Minor-Warming ausgehen kann. Nichtsdestotrotz werden die Simulationen der Wettermodelle in den kommenden Tagen für Ende Januar und Anfang Februar wohl wieder reicher an Varianten werden können. Der Winter ist eben noch nicht zu Ende.

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