Das amerikanische Wettermodell bekräftigte in seiner Simulation von heute Nachmittag noch einmal die Milderung im letzten Januar-Drittel, beginnend ab dem 20. Januar und richtig durchgreifend ab dem 24. Januar - Tauwetter teils bis in höheren Lagen wäre demnach zu erwarten gewesen.

Heute Abend berechnet das amerikanische Wettermodell kaum eine Veränderung. So sorgt am 25. Januar ein Tiefdrucksystem zwischen Island und England auf seiner Vorderseite für eine milde Anströmung der Luftmassen aus südwestlichen Richtungen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im weiteren Verlauf zieht dann eine ganze Tiefdruckkette über Mitteleuropa hinweg, was neben einem unbeständigen Wettercharakter auch Starkwindereignisse ermöglichen könnte.

Das europäische Wettermodell simuliert eine abgewandelte Variante, bei der nach dem 25. Januar mit einer nordwestlichen Grundströmung der Wettercharakter ebenfalls als unbeständig, der Temperaturcharakter aber als nasskalte bezeichnet werden kann - insgesamt wenig winterlich.

Wie wahrscheinlich die Milderung geworden ist, zeigt der Vergleich gegenüber heute Nachmittag der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5), welche am 25. Januar bei 20/25/55 (heute Nachmittag: 15/50/35) und am 31. Januar bei 5/20/75 (heute Nachmittag: 5/35/60) liegen. Wie warm kann es denn werden? Die Kontrollläufe zeigen das Maximum der Milderung am 29. Januar mit Tageshöchstwerten von +7/+13 Grad.

Das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wettervorhersage Winter den Februar mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im weitgehend leicht zu warmen bis zu warmen Bereich - lediglich ein breiter Streifen entlang der Mittelgebirge zeigt sich mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad im normalen Bereich. Zwar soll nach diesen Berechnungen des Langfristmodells der Februar insgesamt leicht zu warm ausfallen, gegenüber den letzten Wochen entspricht die Abweichung nun aber einer Korrektur nach unten - vormals wurde die Abweichung mit +1/+3 Grad in sehr deutlich zu warmen Bereich berechnet. Das Langfristmodell der NASA berechnet den Februar übrigens mit einer Abweichung von -0,25 bis -2 Grad im zu kalten Bereich. Hinsichtlich der Niederschlagsentwicklung berechnet das Langfristmodell einen deutlich zu trockenen Februar, während das der NASA einen zu nassen Februar berechnet. Da ist also noch ein gewisser Entwicklungsspielraum gegeben.

Der Polarwirbel wird wohl mit einem Entwicklungspotential zu einem Polarwirbelsplit einen maßgeblichen Anteil daran haben, ob der Februar zu kalt oder zu mild, oder zu nass oder zu trocken ausfallen wird. Ganz nebenbei bemerkt kommen Polarwirbelsplits häufiger zum Ende des Winters vor - also im Februar. Was den Prozess aber stützen, bzw. beschleunigen kann, wäre ein Major-Warming in Stratosphärenhöhe, welches heute Nachmittag und heute Abend erneut berechnet wurde. Mit anderen Worten stehen die Optionen auf ein Comeback des Winters Ende Januar, bzw. Anfang Februar nicht schlecht - zumindest nicht schlechter als eine nachhaltige Milderung im Februar.

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