Winterlich zeigt sich die kommende Woche über weite Teile von Deutschland. Dabei sind zunächst noch bis zur Wochenmitte gelegentliche Schneefälle zu erwarten, welche am Donnerstag und Freitag gänzlich aufhören und des Öfteren die Sonne zum Vorschein kommen kann. Tagsüber ist verbreitet mit leichten, über dem Süden auch mäßigen Dauerfrost zu rechnen, während in den Nächten die Temperaturen auf -12/-5 Grad und bei Aufklaren und über Schnee auch bis unter -15 Grad absinken können. Lediglich über dem äußersten Westen und entlang der Küste kann es milder bleiben (Details s. Wettervorhersage Januar).

Wie viel Schnee ist noch zu erwarten? Simuliert werden in der (Schneeprognose) über den östlichen Mittelgebirgen nochmals 7-15 cm, sonst sind südlich der Linie Mannheim - Berlin bis Mittwoch 0,5 bis 8 cm zu erwarten. Nördlich der Linie ist mit 0 bis 2 cm deutlich weniger möglich, wobei positive Tageswerte über dem äußersten Westen und Norden eine sich kurzzeitig ausbildende Schneedecke tagsüber wieder abtauen lassen kann.

Die Unsicherheiten zwischen dem amerikanischen und europäischen Wettermodell hinsichtlich der Hochdruckposition zum 20. Januar bleibt auch heute bestehen und wird darüber entscheiden, ob sich der Dauerfrost bis zum 25. Januar halten, oder ob sich die Milderung mit Tauwetter ab dem 19./20. Januar durchsetzen kann. Ohne Frage - die Milderung ist in den Kontrollläufen in der Höhe von ca. 1.500 Meter eine fast ausgemachte Sache, allerdings kommt es in tieferen Lagen darauf an, aus welcher Richtung die bodennahen Luftmassen herangeführt werden und dafür ist das Hochdrucksystem und dessen Position und Achsverlauf maßgeblich verantwortlich.

Das amerikanische Wettermodell berechnet ein Hochdruckkeil des Kontinentalhochs über das östliche Europa, Deutschland bis nach England, teils bis Island. Deutschland liegt auf der südlichen Gradientenseite und da sich Hochdrucksysteme im Uhrzeigersinn drehen, kommt die Grundströmung aus östlichen Richtungen. Dieses System erhält sich weitgehend bis zum 23./24. Januar, so dass mit einer langsamen Milderung zu rechnen ist, wobei der Dauerfrost sich bis zum 23. Januar halten könnte.

Das europäische Wettermodell simuliert eine Unterbrechung des Hochdruckkeils, so dass sich über Deutschland ein eigenständiges Hochdrucksystem ausbilden kann. Die Hochdruckachse verläuft zwischen England, Deutschland und dem südöstlichen Europa, was die Grundströmung über Deutschland bis zum 20. Januar auf Südost drehen lassen kann. Bis zum 24. Januar verlagert sich das Hochdrucksystem weiter nach Süden und ermöglicht eine westliche Anströmung der Luftmassen, was in Folge dessen zu Tauwetter bis in höhere Lagen bei einer zunehmenden Niederschlagsneigung führen kann.

Betrachtet man den Zeitraum vom 24./30. Januar nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells, so zieht sich das Kontinentalhoch nach Osten zurück, was der atlantischen Frontalzone mehr Einfluss über Mitteleuropa ermöglichen kann. Spätestens ab dem 24./25. Januar spielt nach beiden Wettermodellen der Dauerfrost zum heutigen Stand keine Rolle mehr und Tauwetter bis in höhere Lagen scheint plausibel zu sein.

So verwundert es nicht, dass sich der milder werdende Temperaturtrend auch in den Kontrollläufen durchsetzt. So liegt das Temperaturspektrum am 20. Januar zwischen -8/+4 Grad (Mittelwert: -2 Grad über dem Norden und Westen und -6/-5 Grad über dem Süden und Osten), am 25. Januar zwischen -10/+8 Grad (Mittelwert: +2 Grad über dem Westen, 0 Grad über dem Norden, -1 Grad über dem Süden und -3 Grad über dem Osten) und am 29. Januar zwischen -8/+11 Grad (Mittelwert: +3/+4 Grad über dem Norden, Westen und Süden und +1 Grad über dem Osten). Deutlicher zeigt sich das in den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5), welche am 25. Januar bei 45/45/15 und am 31. Januar bei 15/25/60 liegen.

Wie gesichert ist diese Milderung und wie nachhaltig kann diese sein? Der Trend zu milderen Temperaturen Ende Januar hat zum heutigen Stand eine höhere Eintreffwahrscheinlichkeit als andere Varianten, nur wie nachhaltig diese ausfallen kann, bleibt zum heutigen Stand nicht zu beantworten. Warum? Erneut berechnen die Wettermodelle im Verlauf des letzten Januar-Drittels ein kräftiges Minor-Warming mit Übergang zu einem Major-Warming in Stratosphärenhöhe., welcher durchaus das Potential hat, die unteren Luftschichten und damit den Polarwirbel nachhaltig zu beeinflussen. Statistisch gesehen kommt es etwa alle 3 Jahre zu solch einem Major-Warming mit anschließenden Final-Warming und in den letzten zwei vergangenen Wintern gab es zwar immer wieder einmal kräftigere Minor-Warmings, aber eben kein Major-Warming. So bleibt es auch heute dabei, dass hinter der möglicherweise nachhaltigen Milderung noch viele Fragezeichen zu setzen sind, diese aber im Zeitraum vom 25./31. Januar durchaus wahrscheinlich ist. Die nächste Aktualisierung zum Wettertrend Winter erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr an dieser Stelle.

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