Nachdem der Sturm nach Osten abgezogen ist, fließen aus nördlichen Richtungen kühlere Luftmassen nach Deutschland und sorgen bei zurückgehenden Temperaturen für eine absinkende Schneefallgrenze bis auf tiefere Lagen herab. Zum Start in die neue Woche lassen die Schneefälle allmählich nach und mit Winddrehung auf östliche Richtungen können die Temperaturen bis Mittwoch noch weiter zurückgehen (Details s. Wettervorhersage Januar 2017).

Wie viel Schnee ist zu erwarten? Nach den aktuellen Berechnungen ist bis einschließlich Mittwoch mit einer Schneedecke entlang der Küste von 0-2 cm, nördlich der Linie Köln - Berlin von 0,2-8 cm, südlich davon in tieferen Lagen 1-8 cm, in mittleren Lagen 7-25 cm und ab höheren Lagen von 30-60 cm, in Staulagen auch bis 100 cm zu rechnen.

Der Winter setzt sich fest, wie lange bleibt er? Das amerikanische Wettermodell berechnet die Ausdehnung des Hochdrucksystems vom westlichen Europa, über Skandinavien bis über das westliche Russland vom 15. bis 20. Januar. Vom 20. bis 24. Januar dehnt sich das Hochdrucksystem bis nach Island aus und verlagert sich zum 25. Januar über England und lässt sich darüber hinaus nach Südosten ab drängen. In Folge daraus ist im Zeitraum vom 15./25. Januar verbreitet mit Dauerfrost zu rechnen. Die Niederschlagsneigung ist insgesamt als gering einzustufen, jedoch können entsprechende Feuchtpakete in gesamten Zeitraum bei starker bis wechselnder Bewölkung immer wieder einmal für leichten Schneefall sorgen.

Das europäische Wettermodell berechnet eine ganz ähnliche Variante, bei der sich zum 20./23. Januar über dem Raum Grönland und Island ein Hochdrucksystem ausbilden kann. Leichter bis mäßiger Dauerfrost ist demnach bis zum 23. Januar möglich, wobei sich das Hoch in der Höhe langsam mit milderen Luftmassen auffüllen kann, was in höheren Lagen zu einer Frostabschwächung führen kann. Da die Gradienten schwach zueinander sind, ist nicht mit einer Durchmischung bis in tiefere lagen zu rechnen, was den Dauerfrost dort erhalten kann.

Nach Schnee kommt hoher Luftdruck über Skandinavien und lässt das Zirkulationsmuster von West auf Ost drehen. Hält das nun für eine längere Zeit an, so spricht man von einer "gestörten Zirkulation". Hält diese noch länger an, so dauert es zumeist eine ganze Weile, bis sich das zonale West-Ost Strömungsmuster durchsetzen kann. Was stützt die "gestörte Zirkulation"? Zunächst einmal ein Hochdrucksystem , welches nördlich von Europa liegt und zum anderen ein nachlassender Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland. Geschieht das, so schwächen sich die Gradienten weiter ab und mit einem sich mäandrierenden Strömungsmuster (verschlungen, wenig Dynamik) könnte es zu einer Erhaltungsneigung des Hochwinters kommen.

Wie wahrscheinlich ist das zum heutigen Stand? Zum einen ist das Hochdrucksystem über Skandinavien sehr wahrscheinlich und zum anderen berechnen beide Wettermodelle eine Unterbrechung des Kaltluftzustromes über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland - zumindest bis zum 23./25. Januar. Gänzlich unwahrscheinlich ist eine hochwinterliche Wetterphase bis Ende Januar oder Anfang Februar nicht. Die Kontrollläufe stützen diese Variante zum heutigen Stand nicht, vielmehr zeigt sich die hochwinterliche Phase mit ihrem Maximum bis zum 18./19. Januar mit anschließend ansteigenden Höhentemperaturen (ca. 1.500 Meter Höhe) bis zum 24. Januar von -10 auf -5 Grad, was den Dauerfrost in tieferen Lagen bis dahin noch erhalten sollte. Im Zeitraum nach dem 24./25. Januar zeigt sich in den Kontrollläufen eine zunehmende Niederschlagsneigung, was eine anhaltende Hochdruckdominanz über dem skandinavischen Raum weniger und einen größeren Einfluss von Tiefdrucksystemen mit langsamer Milderung wahrscheinlicher macht.

Betrachtet man die Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5), so liegen diese am 23. Januar bei 80/20/0 und am 28. Januar bei 30/40/30. Auch hier zeigt sich der langsame Milderungstrend, jedoch zeigt das ausgeglichene Verhältnis eine Entwicklung, welche sowohl in die eine, als auch andere Richtung gehen kann - gesichert ist die Milderung damit nicht, sondern lediglich wahrscheinlicher als andere Varianten.

Das europäische Wettermodell berechnet einen konstanten Abbau des Kaltluftwirbels über Kanada/Grönland in Form eines recht kräftigen Hochdrucksystems bis zum 23. Januar von bis zu 1045 hPa. Im Verbund mit den Hoch über Skandinavien wird der aktive Teil des Polarwirbels über den Bereich Barentssee, Karasee, Laptew See geführt. Das amerikanische Wettermodell berechnet die Variante ähnlich, jedoch liegt der aktive Teil weiter westlicher über der Barentssee, Karasee. Was bedeutet das? Im letzten Januar-Drittel bestünde nach dem europäischen Wettermodell ein größerer Spielraum für anhaltend meridionale Nord-Süd Wetterlagen, nach dem amerikanischen Wettermodell zeigt sich eine erhöhe Westwindzirkulation mit Starkwindereignissen und milderen Temperaturen mit der Neigung zu sog. Grenzwetterlagen (über dem Norden kalt, über dem Süden mild, dazwischen viel Niederschlag) über Mitteleuropa. Interessant bleiben die Berechnungen hinsichtlich eines möglichen Major-Warming in Stratosphärenhöhe, welches heute für den Zeitraum vom 25. bis 29. Januar simuliert wird (Temperatursprung binnen 24 Stunden von -68 Grad auf -4 Grad). Sollte dies tatsächlich so eintreten, wäre ein Polarwirbelsplit mit anschließend meridionalem Zirkulationsmuster durchaus im Bereich des möglichen, was den Winter bis in den Februar hinein verlängern könnte. Mehr dazu heute Abend gegen 20:45 Uhr in unserer Aktualisierung der Wetterprognose Winter.

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