Sowohl heute Nachmittag als auch heute Abend zeigen die Wettermodelle kaum mehr Veränderungen hinsichtlich der Hochdruckstruktur vom 14./23. Januar - nach der Milderung kommt der Winter mit verbreitet mäßigen Dauerfrost und teils strengen Nachtfrösten wieder zurück. Umso spannender zeigt sich aber die nun bevorstehende Nacht. Ein kleinräumiges Tiefdrucksystem überquert Deutschland entlang der Mittelgebirge und sorgt im Schwerpunkt südlich davon für verbreitet stürmische Windböen, welche auch schwere Sturmböen bis hin zu orkanartige Windböen erreichen können - es empfiehlt sich an dieser Stelle nochmals die entsprechenden Warnungen zu beachten (Unwetterwarnungen | Warnlagenbericht). Spitzenwindgeschwindigkeiten von 60-120 Km/h sind zu erwarten, welche gut in der Windprognose dargestellt werden. Mit dem Wind sind zudem kräftige Niederschläge zu erwarten, welche ihren Schwerpunkt voraussichtlich nördlich der Mittelgebirge haben und oberhalb 400-600 Meter in Schnee übergehen können - Ein entsprechender Schneesturm ist in diesen Regionen zu erwarten, welcher binnen weniger Stunden für Neuschneemengen zwischen 10-20 cm sorgen kann. Über dem Süden steigen hingegen die Nachttemperaturen zunächst an, sinken aber in der zweiten Nachthälfte wieder ab, so dass zum Morgen die Schneefallgrenze auch über dem Süden bei rund 400-500 Meter liegen kann (Animation der Niederschlagsformen).

Aber zurück zum Winter - nachdem das Sturmtief abgezogen ist, wird es wieder zunehmend winterlich mit verbreitet Dauerfrost bis voraussichtlich zum 23. Januar. Wie lange kann der Winter noch bleiben? Erneut berechnet das europäische Wettermodell heute Abend die Variante von gestern, bei der sich das Hochdrucksystem über Skandinavien weiter in Richtung Island verlagern kann, während über dem östlichen Kanada und Grönland der aktive Kaltluftzustrom in Richtung Neufundland komplett abgebaut wird. Das entspricht im Ansatz der nachhaltig gestörten Zirkulation, bei der der Polarwirbel selbst keine gute Figur macht und den Spielraum einer Nordlage mit Zufuhr kalter Luftmassen arktischen Ursprungs eröffnet.

Betrachtet man die zonalen Winde in Stratosphärenhöhe, so erkennt man einen deutlichen "Einbruch" im letzten Januar-Drittel. Was passiert da? Zum 23. Januar wird zum aktuellen Stand ein beginnendes Minor-Warming in Stratosphärenhöhe berechnet, dessen Temperaturanstieg binnen 24 Stunden vom 24. auf den 25. Januar sich mit einem Temperatursprung von -68 Grad auf -2 Grad zu einem Major-Warming entwickeln könnte. Mit anderen Worten stehen heute Abend die Zeichnen auf eine Verlängerung des Winters bis in den Februar hinein besser als eine nachhaltige Milderung mit einer Westwetterlage. Warum? Sollte es zu einem Major-Warming kommen, so werden ein paar Tage später in den unteren Luftschichten die Auswirkungen spürbar - nicht selten kommt es zu einem Polarwirbelsplit, welcher über Mitteleuropa im Winter häufiger zu kalten, seltener zu warmen Wetterlagen führen kann. Wie auch immer das aber ausfallen mag, ein meridionales Zirkulationsmuster ist dadurch wahrscheinlicher als ein zonal ausgerichtetes. Wenn dem so wäre, dann müsste der AO- & NAO-Index entsprechend darauf reagieren? Das sollte er und aktuell zeigt sich ein sich im letzten Januar-Drittel negativ entwickelnder AO-Index. Der NAO-Index zeigt sich bereits zur Monatsmitte im leicht negativen Bereich. Für Freunde des Winterwetters eine durchaus spannende Zeit.

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