Die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells von heute Nachmittag waren erneut eindeutig. Das Hochdrucksystem verlagert sich vom 15./17. Januar über Deutschland und im weiteren Verlauf über das östliche Europa, so dass im Zusammenspiel von den Tiefdrucksystem auf dem Atlantik und den Hochdrucksystem das Zirkulationsmuster auf Südwest drehen und damit milde Luftmassen vom 16./23. Januar nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden können. Winterliche Verhältnisse wären nach dieser Simulation im Zeitraum wenig wahrscheinlicher als nasskalte bis milde Wetterlagen.

Erneut bestätigten die Kontrollläufe aber, dass die Simulation des Hauptlaufes etwa 3 bis 7 Grad wärmer als der Durchschnitt war. Im Übrigen pendelt der Durchschnittswert der Kontrollläufe nach dem 19. Januar zumeist im Jahreszeit-typischen Bereich und liegt im Zeitraum vor dem 19. Januar etwa 3 bis 7 Grad unter dem vieljährigen Durchschnittswert.

Was zeigen die Berechnungen von heute Abend? Das amerikanische Wettermodell bleibt dabei. So verlagert das Hochdrucksystem seinen Schwerpunkt zum 16. Januar über Deutschland und bis zum 21. Januar über das östliche Europa. So schwanken die Tageshöchstwerte über dem Süden zwischen -2/+3 Grad und können über dem Nordwesten +2/+7 Grad erreichen. Aber auch heute Abend bestätigen die Kontrollläufe erneut den viel zu milden Hauptlauf vom 16./24. Januar, welcher weiterhin um 3 bis 7 Grad über dem Durchschnittswert der Kontrollläufe liegt. Ebenfalls erwähnenswert ist das breite Entwicklungsspektrum der Kontrollläufe, deren Temperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe bspw. am 17. Januar eine Differenz von bis zu 21 Grad zueinander aufweisen. Im Klartext bedeutet das nach dem 14. Januar eine hohe Unsicherheit hinsichtlich der Wetterentwicklung (zum Vergleich: für eine Wettervorhersage wäre eine Differenz von 2-4 Grad und für eine Wetterprognose von 2-6 Grad wünschenswert).

Das europäische Wettermodell bleibt ebenfalls seiner Variante treu und berechnet zum 15./17. Januar das Hochdrucksystem über Skandinavien, welches mit Hilfe eines Tiefdrucksystems über der Mittelmeerregion kalte Luftmassen aus nordöstlichen Richtungen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann. In Folge daraus wären nach der kurzen Milderung zum 11./12. Januar bis auf weiteres Dauerfrost und Schneefall bis in tiefere Lagen zu erwarten.

Erneut recht eindrucksvoll zeigt die sich die Entwicklung in den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5), welche am 19. Januar über dem Norden bei 60/25/15 und über dem Süden bei 80/10/10 und am 24. Januar über dem Norden bei 40/20/40 und über dem Süden bei 45/45/10 liegen können.

Sowohl der AO-, als auch NAO-Index bleiben mit einer im Trend neutralen Ausrichtung wenig aussagekräftig, außer dass es bei einem neutralen NAO-Index häufiger zu einer nordwestlichen Ausprägung des Zirkulationsmusters kommen kann (positiver NAO häufiger Westdrift, negativer NAO häufiger meridionale Wetterlagen). Resümee des Tages: vieles spricht derzeit für eine Verlängerung des Winters bis in das letzte Januar-Drittel hinein, auch wenn das amerikanische Wettermodell eine deutlich wärmere Variante berechnet.

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