In der Simulation des amerikanischen Wettermodells von heute Nachmittag gab es kaum mehr ein Spielraum für winterliche Verhältnisse, heute Abend sieht das schon wieder ganz anders aus, da könnte die Milderung der kommenden Tage für die mittleren Lagen über Süddeutschland generell wieder in Frage gestellt werden. Denn mehr wie -1/+1 Grad werden oberhalb etwa 400-600 Meter nicht simuliert. Zwar können mit der in der Höhe milder werdenden Luft die Niederschläge auch in mittleren Lagen kurzzeitig in Regen übergehen, zum 13. Januar folgt aber schon der nächste Kaltluftschwall, welcher ab Höhenlagen von 200-500 Meter wieder für Neuschnee sorgen und bis zum 17. Januar anhalten kann. Anders hingegen die Situation für tiefere Lagen und für die Gebiete nördlich der Mittelgebirge, wo sich die Milderung vom 10./12. Januar erneut mit hoher Wahrscheinlichkeit durchsetzen kann. Berechnet werden am Höhepunkt der Milderung am 12. Januar Werte zwischen +2/+5 Grad. Das reicht um eine möglicherweise vorhandene Schneedecke in tieferen Lagen abschmelzen und die Niederschläge in Regen übergehen zu lassen.

Das europäische Wettermodell hat eine ganz ähnliche Berechnung, so dass die Milderung für mittlere Lagen über Süddeutschland erneut mit "dicken Fragezeichen" versehen werden kann. Darüber hinaus berechnet das europäische Wettermodell im Zeitraum vom 13./15. Januar mit einer nordwestlichen, teils nördlichen Grundströmung ein über dem Norden nasskalten Wettercharakter, welcher weiter im Landesinneren zunehmend bis in tiefere Lagen winterlich werden kann. Im Zeitraum vom 15./17. Januar verlagert sich das Hochdrucksystem über Skandinavien und blockiert den Westdrift weit vor Mitteleuropa, so dass über Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einer östlichen Grundströmung die winterliche Wetterphase bis in das letzte Januar-Drittel hinein verlängert werden könnte.

Das amerikanische Wettermodell folgt der Berechnung des europäischen Wettermodells hinsichtlich des Hochdrucksystems über Skandinavien nicht und simuliert im Zeitraum vom 17./20. Januar eine Zunahme der sog. Westdrift, was in raschen Abständen Tiefdrucksysteme mal mit milder, mal mit kalter Luft über Deutschland, Österreich und der Schweiz hin wegführen kann - insgesamt nasskalt und wenig winterlich.

Geht es nach den Kontrollläufen, so hat der Winter über den mittleren Lagen Süddeutschland tatsächlich auch eine höhere Wahrscheinlichkeit noch bis zum 18. Januar Bestand zu haben, auch wenn es zwischendurch mal "rein regnen" kann - die Phase ist zum aktuellen Stand zu kurz um den bis dahin gefallenen Schnee abtauen zu lassen und blickt man auf die Niederschlagsentwicklung im Zeitraum danach, so könnte noch einiges an Neuschnee hinzukommen. Berechnet wird ein Temperaturspektrum, welches am 12. Januar mit -3/+5 Grad (Mittelwert: +1 Grad über dem Osten, +2 Grad über dem Süden und +3 Grad über dem Norden und Westen) seinen Höhepunkt erreicht und am 18. Januar mit -8/+8 Grad (Mittelwert: -2/-1 Grad über dem Süden und Osten und +/-0 Grad über dem Norden und Westen) seinen vorläufigen Tiefstwert erreicht. Es bleibt dabei: das amerikanische Wettermodell schwankt hin und her, das europäische Wettermodell bleibt seiner Linie treu - man darf weiterhin gespannt sein, wer am Ende umschwenken wird.

Der Polarwirbel zeigt nach den Berechnungen des europäischen Wettermodells eine interessante Entwicklung. Zunächst strebt ein Hochdrucksystem am 8. Januar (morgen) von den Aleuten in Richtung Nordpol. Das gelingt aber nicht in Vollendung, stattdessen geht das Hochdrucksystem eine Verbindung mit dem Hochdrucksystem über Sibirien ein und sorgt kurzzeitig für eine Dipolausbildung des Polarwirbels am 13. Januar. Im weiteren Verlauf verstärkt sich das sibirische Hochdrucksystem auf bis zu 1055 hPa und weitet sich bis zum 17. Januar über Kasachstan bis nach Skandinavien aus. Potential für eine klassische hochwinterliche Hochdruckwetterlage wäre vorhanden. Das amerikanische Wettermodell berechnet das Hochdrucksystem über Sibirien ebenfalls, jedoch mit einem anderen Ergebnis. Der aktive Teils des Polarwirbels konzentriert sich über Kanada und Grönland, was letztlich über Mitteleuropa zum letzten Januar-Drittel den Westdrift verstärken könnte. AO-Index entsprechend nur leicht negativ bis neutral.

Zusammenfassend berechnen die Wettermodelle eine kältere Variante wie noch vor Stunden, mit dem Ergebnis, dass die Milderung über den mittleren Lagen Süddeutschlands nur von kurzer Dauer sein, sich aber in den tieferen Lagen vom 10./12. Januar durchsetzen kann. Im Zeitraum vom 13./18. Januar wieder vermehrt Optionen auf Schneefall bis in tiefere Lagen und winterliche Wetterverhältnisse ab den mittleren Lagen.

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