Auch heute Nachmittag bestätigt das amerikanische Wettermodell die "Abkehr" einer nachhaltigen Milderung, wie sie in den letzten Tagen noch berechnet wurde. Im Detail liegen die Temperaturen von Donnerstag bis einschließlich Sonntag in weiten Teilen von Deutschland im Dauerfrostbereich, wobei in den Nächten unter "günstigen" Bedingungen über dem Süden von Deutschland Tiefstwerte von unter -20 Grad erreicht werden können. Erst zum Sonntag zeigt sich mit aufkommendem Niederschlag über dem Nordwesten eine Milderung, welche sich zum Beginn der Woche mit +0/+3 Grad sich etwas westlich der Linie Saarbrücken - Berlin durchsetzen kann - östlich davon sind -2/+2 Grad zu erwarten, wobei ab Höhenlagen ab ca. 400-600 Meter weiterhin Dauerfrost herrschen kann.

Der Höhepunkt der Milderung zeigt sich nach wie vor am 12. Januar, wo über dem Norden kurzzeitig Werte zwischen +5/+10 Grad erreicht werden könnten. Südlich der Mittelgebirge kann sich die Milderung zum aktuellen Stand wohl nur zum Teil durchsetzen. So sind über tieferen Lagen +0/+4 Grad und in den mittleren Lagen ab ca. 500 Meter -1/+2 Grad zu erwarten. Ab dem 13. Januar stellt sich nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells eine zurückgehende Temperaturtendenz ein, welche mit Dauerfrost südlich der Mittelgebirge wieder für winterliche Optionen bis in tiefere Lagen hinab sorgen kann. Über Norddeutschland zeigt mit Tageswerten zwischen -1/+3 Grad eine eher nasskalte Tendenz, wobei Schneeoptionen bis in tiefere Lagen durchaus gegeben sind.

Die Details mögen sich in den kommenden Stunden und Tagen sicherlich noch in die eine oder andere Richtung verändern, allerdings bestätigt sich der Trend der letzten Simulationen: Milderung ja, aber wohl nur kurzzeitig mit anschließend höherer Wahrscheinlichkeit für winterliche/nasskalte Varianten - ob sich die Milderung auch in den mittleren Lagen über Süddeutschland durchsetzen kann, bleibt fraglich.

Eine deutlich zu milde Temperaturphase hat also wenig Chancen sich im zweiten Januar-Drittel durchzusetzen. Woran liegt das? Das Hochdrucksystem wird im Zeitraum vom 10./17. Januar westlich von England auf dem Atlantik berechnet. Tiefdrucksysteme ziehen somit von Island nach Skandinavien und da der hohe Luftdruck über Mitteleuropa fehlt, "tropfen", bzw. "rutschen" diese am östlichen Rand des Hochdrucksystems auf dem Atlantik über Mitteleuropa nach Süden ab und leiten somit eine zunächst nordwestliche, später auch nördliche bis nordöstliche Grundströmung ein. Da die Luft über die relativ warme Nord-, bzw. Ostsee geführt wird, kann diese sich erwärmen und über Norddeutschland für den nasskalten Temperaturcharakter sorgen, während über dem Landesinneren die Temperaturen langsam wieder in den Frostbereich absinken können.

Die Kontrollläufe berechnen den Hauptlauf nun gut in den Mittelwert eingegliedert, war dieser doch in den letzten Tagen doch noch deutlich wärmer als der Mittelwert. Der Temperaturmittelwert des Temperaturspektrums liegt jeweils am 10. & 12. Januar über dem Süden und Osten kurzzeitig bei +1 Grad, sinkt darüber hinaus auf unter 0 Grad ab. Über dem Norden liegt der Mittelwert vom 9./18. Januar mit +1/+3 Grad im positiv nasskalten Bereich, während über dem Westen der Mittelwert sich ab dem 16. Januar der 0 Grad Marke nähern kann.

Der Polarwirbel zeigt wenig Struktur und neigt im gesamten Zeitraum vom 4./18. Januar zu Wellenbewegungen entlang seiner Polarfront, was die Wahrscheinlichkeiten für Trogwetterlagen, bzw. meridionale Zirkulationsmuster erhöht. Das amerikanische Wettermodell berechnet zum 13. Januar im Ansatz eine Dipolausbildung des Polarwirbels, welchen es in den kommenden Tagen genauer zu beobachten gilt.

Anmerkung: es handelt sich hierbei um ein Update und Ergänzung der Winterprognose von heute Morgen. Die nächste Aktualisierung zum Wetter Winter 2017 erfolgt heute Abend gegen 21:00 Uhr an dieser Stelle.

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