Wetter Winter 2016/2017 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2016/17 - Wetterprognose vom 3. Januar

Stürmisch und turbulent zeigt sich der heutige Dienstag bereits über dem Norden und ab der Nacht zum Mittwoch auch über der Südhälfte von Deutschland. Schnee, Schneeregen und Graupel ist ab einer Höhe von 400-600 Meter zu erwarten, was ab den mittleren Lagen im Verbund mit den stürmischen Böen zu Schneeverwehungen führen kann. Ab Donnerstag ist dann in fast ganz Deutschland Dauerfrost zu erwarten und die Temperaturen können in den Nächten über dem Süden bei Aufklaren und über Schnee auf -18/-8 Grad und über dem Norden auf -8/-0 Grad eisig werden (Details s. Wettervorhersage Januar 2017).

Voraussichtlich bleibt es über weiten Teilen von Deutschland auch in der Nacht zum Sonntag eisig, wobei von Nordwesten her starke Bewölkung mit nachfolgendem Niederschlag aufziehen kann. Bei Temperaturen von -2/+2 Grad über Norddeutschland können die Niederschläge Anfangs noch bis in tiefere Lagen herab als Schnee niedergehen, gehen dann aber mit einer ansteigenden Schneefallgrenze mehr und mehr in Regen über. Tagsüber weiten sich die meist leichten Niederschläge auch über Süddeutschland aus und können bei Tageshöchstwerten zwischen -3/0 Grad noch überwiegend als Schnee niedergehen, wobei auch Schneeregen, gefrierender Regen, Eisregen oder Regen möglich sind. Warum ist trotz negativer Temperaturen auch Regen möglich? In der Höhe werden mildere Luftmassen nach Deutschland geführt. Da die sog. Durchmischung schwach ausgeprägt ist, kann sich die mildere Luft über dem Süden nicht so schnell bis in tiefere Lagen durchsetzen, was zu den unterschiedlichsten Niederschlagsformen führen kann. Anders die Situation nördlich der Mittelgebirge, wo die Temperaturen am Sonntag von -1/+2 Grad über dem Mittelgebirgen bis zu +3/+7 Grad über Norddeutschland in den milden Bereich ansteigen können.

Die seit Tagen berechnete Milderung kommt also mit einer höheren Wahrscheinlichkeit - nur kann diese sich auch über dem Süden von Deutschland durchsetzen? Die Frage war in den letzten Tagen berechtigt, denn gerade der Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells zeigte sich in den sog. Kontrollläufen stets als die wärmste Variante.

Wie ist das heute, hat sich was in den Simulationen verändert? Das amerikanische Wettermodell berechnet im Zeitraum vom 9./13. Januar das Hochdrucksystem westlich von Mitteleuropa zwischen dem südlichen England und den Azoren in einer von West nach Ost verlaufenden Hochdruckachse. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen zu Beginn noch am östlichen Hochdruckrand, gelangen aber zunehmend auf die nördliche Seite der Hochdruckgradienten, was im Verbund mit Tiefdrucksystemen zwischen Island und Skandinavien mildere Luftmassen nach Deutschland führen kann. So kann sich auch über den südlichen Regionen langsam aber stetig die Milderung durchsetzen, so dass die höchsten Werte voraussichtlich mit +3/+7 Grad am 12./13. Januar erreicht werden könnten. Das sollte auch in den mittleren Lagen die sich bis dahin ausgebreitete Schneedecke zum abschmelzen bringen.

Apropos Schnee - wie viel Schnee ist denn in den kommenden Tagen zu erwarten? Bis einschließlich Samstag werden etwa nördlich der Linie Köln - Berlin 0-2 cm berechnet, während südlich der Linie in tieferen Lagen 0,2-5 cm, in mittleren Lagen 3-10 cm und in höheren Lagen von Schwarzwald, den Mittelgebirgen, Erzgebirge und Bayerischer Wald 10-40 cm und über den Alpen 20-80 cm möglich sein können.

"Schade um den Schnee" wird sich so mancher Winterfreund hinsichtlich der bevorstehenden Milderung wohl denken. Wie wahrscheinlich ist denn die Milderung? Der Hauptlauf gliedert sich im Zeitraum vom 8./10. Januar ganz gut in die Kontrollläufe ein, zeigt sich aber nach dem 10. Januar deutlich wärmer als alle anderen Varianten. Was bedeutet das? Die Milderung ist über dem Norden und Westen bereits seit Tagen nahezu gesetzt, fraglich war diese aber noch über dem Süden. Heute allerdings zeigt sich eine höhere Wahrscheinlichkeit, als dass sich auch über dem Süden leichte Plusgrade durchsetzen könnten. So liegt das Temperaturspektrum der Kontrollläufe am 10. Januar zwischen -6/+8 Grad bei einem Mittelwert von +3/+4 Grad über dem Norden und Westen und +/- 0 Grad über dem Süden und Osten.

Das europäische Wettermodell stützt die Milderung über dem Norden nach dem 8. Januar mehrheitlich, zeigt aber mit Höhentemperaturen von +2/-4 Grad bis zum 12. Januar eine abgeschwächte Milderung bei einer mäßig starken Durchmischung, was den Schnee ab den mittleren Lagen südlich der Mittelgebirge von 500-700 Meter erhalten könnte. Details bleiben abzuwarten, zeigt aber, dass eine durchgreifende Milderung über den mittleren Lagen Süddeutschlands - auch heute - noch nicht in trockenen Tüchern ist.

Wie sieht die Wetterentwicklung darüber hinaus aus? Das europäische Wettermodell berechnet vom 12./14. Januar eine zunehmend zonale Zirkulationsstruktur. So können Tiefdrucksysteme von West nach Ost über Mitteleuropa bis nach Skandinavien ziehen, was Vorderseitig mildere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz führen kann. Das amerikanische Wettermodell berechnet nach der Milderung bis zum 13. Januar das Hochdrucksystem auf dem Atlantik in einer aufkeilenden Struktur in Richtung Grönland, was das meridionale Zirkulationsmuster erhält und einen zweiten Anlauf des Winter über Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht ausschließt. Die Kontrollläufe bestätigen einen stets zu warmen Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells. Die Kontrollvarianten ziehen (noch) nicht mit, was den Spielraum für kältere Varianten erhält. Deutlicher zeigt sich das im Verhältnis der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5), welche am 13. Januar bei 40/35/25 und am 18. Januar bei 35/50/15 liegen können. Anders ausgedrückt ist auch zum heutigen Stand eine nachhaltige Milderung nicht in Sicht und für die Jahreszeit normale bis zu kalte Temperaturen sind zum heutigen Stand wahrscheinlicher. Allerdings bedeuten gegenüber dem langjährigen Mittelwert typische Werte allenfalls nasskalte Witterungsbedingungen für tiefere Lagen und teils winterliche ab den mittleren Lagen. Ob sich das im Tagesverlauf noch in die eine oder andere Richtung verändern kann, klären wir in zwei Aktualisierungen gegen 17:00 Uhr und 20:45 Uhr jeweils in unserer Rubrik Wetter Winter 2016/17.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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