Anfang Januar setzt sich ein "Hauch" von Winter durch, welcher über dem Norden zum 3./4. Januar wieder von milderen Temperaturen verdrängt wird, sich aber über dem Süden mit Ausbreitung einer Schneedecke und Dauerfrost durchaus halten kann (Schneeprognose). Insbesondere in der Nacht vom 3. auf den 4. Januar zeigen sich die Temperaturunterschiede besonders deutlich: mit +1/+4 Grad über dem Norden und -6/0 Grad über dem Süden - bei Aufklaren und über Schnee wären über Süddeutschland auch -12/-6 Grad nicht auszuschließen.

Wie nachhaltig zeigt sich der "Wintereinbruch", bzw. wann kommt der Winter auch über dem Norden und Westen? Die Simulationen der Wettermodelle schwanken noch - als entscheidender Zeitraum ob "Vollwinter" oder nasskalt zeigt sich vom 5./7. Januar und hängt maßgeblich von der Position eines Hochdrucksystems ab.

Das amerikanische Wettermodell berechnet heute im Zeitraum vom 4./5. Januar ein an Mitteleuropa und Skandinavien heranrückendes Hochdrucksystem, welches Im Verbund mit einem Tiefdrucksystem über dem östlichen Skandinavien kurzweilig kältere Luftmassen nach Deutschland führen könnte. Berechnet werden bspw. am 5. Januar östlich der Linie Bremen - Stuttgart Tageshöchstwerte zwischen -4/0 Grad, während es westlich davon mit +0/+4 Grad milder bleiben kann. Vom 6./7. Januar verlagert sich von Island her kommend ein weiteres Tiefdrucksystem über Skandinavien und kann mit einer westlich ausgerichteten Strömung die Tageswerte über dem Norden auf +1/+5 Grad ansteigen lassen, während südlich der Mittelgebirge die Optionen auf Dauerfrost erhalten bleiben können. Im Zeitraum vom 8./14. Januar verlagert sich das westlich gelegene Hochdrucksystem über England nach Skandinavien und kann nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells für eine nördliche, nordöstliche bis östliche Grundströmung sorgen. Somit wären auch über dem Westen und Norden Tageswerte unter 0 Grad zu erwarten. Wie kalt kann es werden? Simuliert werden bspw. am 12. Januar zwischen -12/-2 Grad, was dem Grundcharakter des Hochwinters entspricht.

Apropos Hochwinter: der Statistik nach kommt dieser häufig im zweiten Januar-Drittel in Form eines Skandinavienhochs und lässt die kontinentale Kaltluft nach Mitteleuropa einfließen und zum aktuellen Stand sieht es ganz danach aus, als ob sich der Winter 2017 an diese Statistik halten wolle.

Das europäische Wettermodell stützt die Variante des amerikanischen Wettermodells nicht voll umfassend. So zeigt sich auch hier am 7. Januar ein kurzzeitige Milderung, jedoch dominiert im Zeitraum zwischen dem 8./10. Januar das Tiefdrucksystem über Skandinavien das Wetter über Deutschland bei Tageswerten um 0 Grad weitgehend.

Schneefall, bzw. viel Schneefall ist nach den Berechnungen des europäischen Wettermodells wahrscheinlicher, als wie nach dem amerikanischen Wettermodell, da häufiger die meisten Niederschlagsmengen bei Temperaturen um die 0 Grad Grenze herum zustande kommen - je kälter es wird, desto mehr nimmt die Niederschlagstätigkeit ab. Nur leider liegen bei den Winterfans bei Temperaturen um 0 Grad Freud und Leid oft eng beieinander. Dennoch - wie viel Schnee ist zu erwarten? Simuliert werden bis zum 4. Januar etwa südlich der Linie Köln - Berlin 0,2-2 cm, über mittleren Lagen 2-7 cm und in höheren Lagen 7-15 und über den Alpen 20-60 cm. Bis zum 8. Januar zeigt sich die Ausbreitung einer Schneedecke mit 0,2-4 cm auch nördlich der Linie Köln - Berlin, während südlich davon in tieferen Lagen 1-6 cm, den mittleren Lagen 3-15 cm und den höheren Lagen 10-40 cm möglich sein könnten (über den Alpen 40-110 cm) - da es sich um eine Simulation handelt, sind Veränderungen in den kommenden Stunden und Tagen noch möglich, zeigt aber gut die tendenzielle Entwicklung.

Der Winter scheint es also tatsächlich ernst zu meinen, wenngleich der entscheidende Zeitraum mit dem 6./8. Januar noch bevorsteht und für Unsicherheiten sorgen kann. Die Kontrollläufe stützen über Süddeutschland im Mittelwert des Temperaturspektrums eine höhere Wahrscheinlichkeit für Dauerfrost ab dem 3. Januar, über dem Osten ab dem 5. Januar und über dem Westen und Norden ab dem 8. Januar. Die Niederschlagsneigung zeigt sich temporär am 3. und am 4./5. Januar und ab dem 7. bis zum 14. Januar stets erhöht. Auch das ist ein Indiz für den "Vollwinter". Noch etwas deutlicher zeigt sich die tief winterliche Wetterentwicklung im zweiten Januar-Drittel anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5), welche am 10. Januar bei 80/10/10 und am 15. Januar bei 70/25/5 liegen können. Tageshöchsttemperaturen von unter -5 Grad haben nach den Kontrollläufen im Zeitraum vom 10. bis 15. Januar eine Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent und von unter -8 Grad von 25 Prozent - wie gesagt, die Tageshöchstwerte!

Die nächste Aktualisierung - und damit auch schon die letzte für dieses Jahr - erfolgt heute Nachmittag an dieser Stelle gegen . Wir möchten uns aber bereits an dieser Stelle bei Ihnen herzlich bedanken, dass Sie in den letzten 6 Jahren so treue Leser geworden sind und uns immer wieder durch tolle E-Mails und auch Spenden unterstützen! Das gesamte Team wünscht Ihnen einen guten Rutsch und ein fantastisches Jahr 2017 mit möglichst viel Wetter ;-).

Update Wetter Winter 2016/17 - 16:00 Uhr:
Das es hinsichtlich des Winter im Januar auch gänzlich anders verlaufen könnte, zeigt das amerikanische Wettermodell in seiner Simulation von heute Nachmittag. Zunächst einmal alles nach Fahrplan. Im Zeitraum vom 2./6. Januar über dem Süden winterlich, über dem Norden und Westen eher nasskalt. Das Hochdrucksystem verlagert sich bis zum 6. Januar über Deutschland und kann somit für Tageswerte zwischen -7/0 Grad sorgen.

Allerdings - zum Unterschied der vergangenen Berechnungen - kann sich das Hochdrucksystem nicht weiter in Richtung Skandinavien entwickeln und lässt sich von den nachfolgenden Tiefdrucksystemen über Skandinavien nach Südosten ab drängen. Das wäre für Freunde des Winterwetters die denkbar "ungünstigste" Wetterentwicklung, da das Zirkulationsmuster statt meridional eher zonal ausgerichtet und damit die Möglichkeiten für mildere und nasskalte Varianten eröffnet.

Wie wahrscheinlich sind die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells? Der Zeitraum um den 6./7. Januar bleibt hinsichtlich des möglichen Hochwinter unsicher und gilt zeitgleich auch als entscheidender Zeitraum, ob sich der Winter nachhaltig durchsetzen kann, oder eben auch nicht. Eine gesunde Skepsis darf auch heute - oder gerade heute - hinsichtlich des Hochwinters noch angebracht sein. Die Kontrollläufe jedenfalls stützen die Variante des Hauptlaufes nicht und zeigen diesen als warmen "Ausreißer". Der Mittelwert der Temperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe zeigen einen Mittelwert, welcher mit -5/-10 Grad im Zeitraum vom 8./14. Januar gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um 2/7 Grad zu kalt ausfällt. Zum Vergleich: der Hauptlauf simuliert Höhentemperaturen zwischen +0/+4 Grad.

Der Polarwirbel zeigt sich weiterhin in einer weniger stabilen Entwicklung im ersten Januar-Drittel und auch darüber hinaus. Der Unterschied liegt heute Nachmittag darin, als dass über dem östlichen Kanada und Neufundland ein aktiver Teil des Polarwirbels berechnet wird und somit unentwegt Tiefdrucksysteme in Richtung Mitteleuropa entsenden kann, was das Hoch letzten Endes in die "Defensive" zwingt und nach Südosten ab drängen kann. Der AO-Index und auch der NAO-Index werden mit einer überwiegend negativen Entwicklungstendenz berechnet. Die zonalen Winde bleiben positiv und somit mit einer von West nach Ost verlaufenden Strömung "intakt", bzw. normal.

das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wettervorhersage Winter 2016/17 eine Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Januar von -1/+0,5 Grad im normalen bis zu kalten Bereich und im Februar 2017 mit +0,5/+2 Grad im leicht zu milden bis zu warmen Bereich, wobei die höhere Abweichung über Süddeutschland berechnet wird. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich im Januar und Februar nur geringe Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert und ist in der Tendenz leicht negativ (zu trocken).

Zusammenfassend simuliert das amerikanische Wettermodell heute Nachmittag eine mildere bis nasskalte Variante, bei der sich der Hochwinter nicht so ohne weiteres durchsetzen kann. Allerdings zeigen die Kontrollläufe aber auch, dass es sich um einen warmen "Ausreißer" handelt. Gut möglich, dass dieser heute Abend schon nicht mehr so warm berechnet wird. Aus diesem Grund erfolgt heute Abend gegen 21:00 Uhr an dieser Stelle ein wirklich kurzes Update mit der Verifikation.
Update Wetter Winter 2016/17 - 21:00 Uhr:
Mildere Variante des amerikanischen Wettermodells hat sich heute Abend nicht bestätigt. Hauptlauf berechnet zwar keinen Hochwinter mit Dauerfrost bis in tiefere Lagen, dafür aber grundsätzlich eine langsame "Einwinterung" ab den mittleren Lagen. Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells auch heute Abend einer der milderen Varianten. Mittelwert der Temperaturen in 1.500 Meter Höhe schwankt im Zeitraum vom 7. bis 14. Januar zwischen -5/-10 Grad, was für Schneefall, Schneeregen oder Graupel bis in tiefere Lagen reichen sollte. Zum Vergleich die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-2) / normal (-1/+4) / zu warm (>+5) gegenüber heute Mittag: 10. Januar 60/20/20 (heute Mittag: 80/10/10), 15. Januar bei 60/25/15 (heute Mittag: 80/10/10). Das europäische Wettermodell mit einer ähnlichen Variante, ab 10. Januar dann Zufuhr noch kälterer Luftmassen aus nordöstlichen Richtungen.

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