Anfang Januar zeigt eine nasskalte Temperaturentwicklung auch in den heutigen Simulationen der Wettermodelle eine hohe Bedeutsamkeit für das Wetter über Deutschland. So sinkt die Schneefallgrenze im Tagesverlauf des 2. Januar langsam bis auf 300-600 Meter ab und kann im Schwerpunkt südlich der Mittelgebirge für die Ausbreitung einer Schneedecke ab den mittleren Lagen sorgen, teils auch bis auf tiefere Lagen herab. Simuliert werden bis zum 4. Januar über dem Süden bei Temperaturen um 0 Grad Neuschneemengen zwischen 0,2/7 cm und in höheren Lagen zwischen 10-15 cm, teils bis 20 cm in entsprechenden Staulagen. Anders die Situation nördlich der Mittelgebirge, wo es bei Temperaturen zwischen +1/+5 Grad nur vereinzelt zu Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer bis in tiefere Lagen kommen kann. Die Ausbreitung einer Schneedecke ist dort weniger wahrscheinlich (Details s. Wettervorhersage Januar 2017.

Die Großwetterlage zeigt sich am 4. Januar mit einem Hochdrucksystem auf dem Atlantik zwischen England, Island und Grönland und einem Tiefdrucksystem über der Ostsee nordwestlich orientiert, so dass weiterhin nasskalte Luftmassen bis zum 5. Januar nach Deutschland, Österreich und der Schweiz gelangen können. Die Unsicherheiten hinsichtlich der Schneefallgrenze liegen in der Hochdruckposition begründet. Etwas östlicher und es wird milder, was die Schneefallgrenze auf über 800 Meter ansteigen lassen kann, während eine westlichere Position auch kältere Temperaturwerte und eine Schneefallgrenze bis in tiefere Lagen ermöglichen könnte. Details bleiben in diesem Zeitraum zum heutigen Stand noch abzuwarten - vieles deutet aber auf eine anhaltend nasskalte Variante mit einer Schneefallgrenze zwischen 400-800 Meter schwankend hin.

Im Zeitraum vom 6./7. Januar verbleibt nach den Simulationen beider Wettermodelle das Hochdrucksystem auf dem Atlantik in blockierender Position gegenüber der atlantischen Frontalzone bestehen. Das ist für Freunde des Winterwetters dahingehend wichtig, als dass der Wetterwechsel auch nachhaltiger ausfallen kann. Denn andernfalls würde das Hochdrucksystem auf dem Atlantik relativ rasch nach Osten weg kippen und die "Wetterküche" über Neufundland könnte wieder ein größere Dominanz über das Wetter über Mitteleuropa einnehmen. Das ist aber zum heutigen Stand in den Simulationen der Wettermodelle nicht zu erkennen - eher das Gegenteil ist mit dem Hoch auf dem Atlantik und einem Tiefdrucksystem über Skandinavien der Fall. So können im Verbund der Systeme kalte Luftmassen aus nördlichen Richtungen nach Süden geführt werden, was die Temperaturen ab dem 6./7. Januar zunächst über Süddeutschland und ab dem 8. Januar über Norddeutschland verbreitet in den Dauerfrostbereich absinken lassen kann. Berechnet werden vom amerikanischen Wettermodell bspw. am 10. Januar Tageshöchstwerte, welche im Bereich zwischen -10/-6 Grad über dem Süden und -5/0 Grad über dem Norden liegen können.

Interessant ist die in den Simulationen neuerliche Verlagerung des Hochdrucksystems zum 8./9. Januar über den skandinavischen und später den mitteleuropäischen Raum. Das sind in beiden Positionen gute Voraussetzungen für eine hochwinterliche Temperaturphase im zweiten Januar-Drittel. Der Winter macht also ernst? Wie stehen die Wahrscheinlichkeiten für einen nachhaltigen Wintereinbruch im Januar? Der Mittelwert des Temperaturspektrums schwankt über den südlichen Regionen im Zeitraum vom 2./4. Januar zwischen -2/0 Grad und über dem Norden zwischen +2/+4 Grad. Am 5./6. Januar mit +0/+2 Grad kurzzeitige Milderung über dem Süden und mit +4/+6 Grad milde Werte über dem Norden. Ab dem 7. Januar liegt der Mittelwert über dem Süden und Osten mit -4/-3 Grad im Dauerfrostbereich und schwankt über dem Westen und Norden mit -1/+1 Grad um die 0 Grad Grenze herum. Noch deutlicher zeigt sich der winterliche Wettertrend in den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 9. Januar bei 60/30/10 und am 14. Januar bei 60/20/20 liegen können. Somit überwiegen die kälteren Varianten. Interessant ist auch, dass die ganz kalten Varianten, bei denen die Tageshöchstwerte nicht über -5 Grad ansteigen können, zum heutigen Stand bspw. am 10. Januar eine Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent haben. Mit anderen Worten zeigt sich eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine winterliche Wetterphase im Januar, wobei eine hochwinterliche Wetterphase nicht auszuschließen ist.

Die nächste Aktualisierungen erfolgen heute Nachmittag gegen 17:00 Uhr und heute Abend gegen 20:45 Uhr, jeweils an dieser Stelle. Neben der Interpretation der jeweils aktuellen Simulationen der Wettermodelle dann auch mit der näheren Betrachtung der Entwicklung des Polarwirbels, der zonalen Winde, sowie die aktuelle Wettervorhersage Winter 2017 des Langfristmodells.
Update Wetter Winter 2016/17 - 17:00 Uhr:
Als "knappe Kiste" lässt sich aus Sicht der Winterfreunde die ersten Januar-Tage bezeichnen. Auch heute Nachmittag bestätigt das amerikanische Wettermodelle eine überwiegend nasskalte Temperaturphase im Zeitraum vom 2./4. Januar bei einer Schneefallgrenze um 300-600 Meter schwankend. Weniger wahrscheinlich ist die Ausbreitung einer Schneedecke hingegen über den Gebieten nördlich der Mittelgebirge, dort bleiben die Temperaturen auch in den Berechnungen von heute Nachmittag mit +1/+5 Grad im nasskalten, während die Tageswerte über dem Süden mit -1/+2 Grad im kälteren Bereich liegen können.

Im Zeitraum vom 6./14. Januar hat sich kaum etwas verändert. So bleibt der zunehmende Kaltluftzustrom aus nördlichen bis nordöstlichen Richtungen erhalten und könnte sich demnach mit einer von Südwest nach Nordost verlaufenden Hochdruckachse zwischen England und Skandinavien noch verschärfen. Simuliert werden bspw. für den 10. Januar Tageshöchstwerte, welche im Bereich zwischen -8/-4 Grad liegen können, lediglich über dem Nordosten und Norden können die Temperaturen aufgrund der warmen Nord- und Ostsee mit -2/0 Grad etwas "milder" ausfallen. In den Nächten zeigt sich nach den Berechnungen dann mit -20/-5 Grad strenger bis mäßiger Frost, vor allem über den Gebieten wo es aufklaren und sich eine Schneedecke ausbilden könnte.

Apropos Schnee - wie viel wird denn Simuliert? Als exemplarisches Beispiel soll der 9. Januar dienen, wo verbreitet - auch über dem Norden und in tieferen Lagen - 0,5/5 cm, über den mittleren Lagen 5-10 cm und den höheren Lagen von Schwarzwald, den Mittelgebirgen, Bayerischer Wald 20-40 cm und über dem Alpen zwischen 20-80 cm berechnet werden.

Das alles gilt aber nur dann, wenn die Wetterlage auch tatsächlich so eintritt und der meiste Niederschlag/Schnee fällt meist bei Wetterlagen, welche als Grenzwertig zu bezeichnen sind und die Temperaturen um die 0 Grad herum liegen. Freud und Leid liegt dann bei den Winterfans oft eng beieinander. Mit anderen Worten stehen die Chancen auf Winter im ersten Januar-Drittel mit anschließender Hochwinterphase außerordentlich gut, ein gesundes Maß an Skepsis ist dennoch angebracht.

Der Polarwirbel neigt bei beiden Wettermodellen weiterhin zur Instabilität mit starken "Ausbrüchen" entlang der Polarfront zum 9. Januar, was den Hochwinter in den wahrscheinlichen Bereich bringt. Minor-Warming in Stratosphärenhöhe beginnt am 1. Januar und hat mit -16 Grad seinen voraussichtlichen Höhepunkt mit einem Temperatursprung von 49 Grad binnen 96 Stunden erreicht - zum heutigen Stand kein Major-Warming und nimmt nach dem 6. Januar wieder an Intensität ab. Die nächste Aktualisierung zum Wetter Winter 2016/17 erfolgt heute Abend gegen an dieser Stelle

Minor-Warming

Polar­wirbel

Minor-Warming Strato­sphäre
© meteociel.fr

Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell

Polar­wirbel

9.1. US Wetter­modell
© meteociel.fr

Polarwirbel nach dem europäischen Wettermodell

Polar­wirbel

9.1. Europ. Wetter­modell
© meteociel.fr



Update Wetter Winter 2016/17 - 20:45 Uhr:
Amerikanisches Wettermodell bestätigt heute Abend den nasskalten Wettercharakter bis zum 4. Januar mit der Option auf Ausbildung einer Schneedecke ab den mittleren Lagen für die Gebiete etwa südlich der Mittelgebirge.

Kurzzeitige Milderung möglicherweise am 4. Januar und 8. Januar, nachfolgend hochwinterlich. Berechnet werden am 10. Januar Tageshöchstwerte zwischen -9/-2 Grad und am 12. Januar zwischen -12/-2 Grad (über dem Norden aufgrund zur Nähe der Nord- & Ostsee nicht so kalt).

Entwicklung der Großwetterlage: Hoher Luftdruck am 2. Januar zwischen Grönland, Island und England, tiefer Luftdruck über dem östlichen Skandinavien. Im Verbund beider Wettersysteme Transport nasskalter Luftmassen nach Deutschland Österreich und der Schweiz. Im Zeitraum vom 4./6. Januar verlagert sich das Hochdrucksystem über den Bereich England, Frankreich, Deutschland Skandinavien in steilen Hochdruckachse und führt kurzzeitig sehr kalte Luftmassen nach Deutschland. Am 6./7. Januar "kippt" das Hoch nach Osten weg und kurzweilig kann mildere Luft nach Deutschland gelangen, während zeitgleich auf dem Atlantik das nächste Hochdrucksystem das meridionale Zirkulationsmuster aufrecht erhält und im Verbund mit einem Tiefdrucksystem über dem östlichen Skandinavien / Osteuropa Kaltluftmassen nach Deutschland führt, was letztlich den Hochwinter ins Spiel bringt. Im Zeitraum vom 9./15. Januar positioniert sich das Hoch über Skandinavien und "konserviert" somit den bis dahin gefallenen Schnee und die Kälte.

Die Turbulenzen nehmen zu und es wäre nicht verwunderlich, wenn sich die Simulationen der Wettermodelle in den kommenden Stunden und Tagen noch in die eine oder andere Richtung bewegen können. Als entscheidender Zeitraum ob Hochwinter oder nicht, gilt der Zeitraum vom 4./7. Januar. Kontrollläufe bestätigen eine Dauerfrostphase im Zeitraum vom 3./6. Januar über dem Süden und Osten und eine nasskalte Temperaturphase über dem Norden und Osten. Vom 6./7. Januar liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums in ganz Deutschland im positiven Bereich und sinkt nachfolgend über dem Süden und Osten ab dem 8. Januar und über dem Westen ab dem 9. Januar in den Dauerfrostbereich ab. Da die Grundströmung aus nördlichen bis nordöstlichen Richtungen kommt, muss man über dem Norden noch abwarten, ob es für Dauerfrost reicht - aktuell werden im Mittelwert der Kontrollläufe für Norddeutschland leicht positive Werte berechnet.

Kommt Schnee? Ja, immer wieder ist mal mit Schneefall zu rechnen - Anfangs nur ab den mittleren Lagen, ab 8. Januar auch in tieferen Lagen. Berechnet wird am 9. Januar eine Schneedecke von verbreitet 0,2-5 cm, über mittleren Lagen 4-8 cm und ab den höheren Lagen 10-30 cm und über den Alpen bis 60 cm. Polarwirbel wird weiterhin instabil berechnet. AO-Index mittlerweile deutlich negativ, NAO-Index leicht negativ. Schaut man sich die Temperaturanomalie zwischen den östlichen Kanada und Neufundland an, so weiß man, warum die Veränderung der Großwetterlage in Richtung Winter eine Chance hat. Zusammenfassend deutet auch heute Abend vieles auf eine winterliche Wetterphase im ersten Januar-Drittel hin, wenngleich diese erst zögerlich und über dem Norden langsamer von statten gehen kann.

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