Nach Weihnachten schwächt sich der bis dato stürmische Wind über Norddeutschland ab und hoher Luftdruck setzt sich von Westen her über Deutschland durch. Zuvor sind über dem Osten oberhalb etwa 400-600 Meter noch vereinzelt ein paar Schneeflocken zu beobachten, was über dem östlichen Mittelgebirgsraum, dem Bayerischen Wald und auch dem Berchtesgadener Land zur Ausbreitung einer Schneedecke führen kann (Schneeprognose). Mit dem hohen Luftdruck ist aber die meiste Zeit über - bis einschließlich Silvester - mit einem neblig-trüben, teils auch hochnebelartig bewölktem Wettercharakter zu rechnen. Die Temperaturen schwanken meist zwischen +0/+3 Grad und können mit etwas Sonnenschein über dem Westen und Südwesten auf milde +3/+7 Grad ansteigen.

Spannender zeigt sich der Zeitraum vom 1. bis 4. Januar 2017. Bereits zum Jahreswechsel wölbt sich auf dem Atlantik ein Hochdrucksystem im Bereich zwischen den Azoren in Richtung Island/Grönland nach Norden auf uns setzt einen Störimpuls in der bis dato sonst dominierenden Wetterküche rund um Neufundland. Die Wettermodelle interpretieren den Zeitraum vom 1./4. Januar noch unterschiedlich, was für das Wetter in den ersten Januar-Tagen zwei Entwicklungsoptionen bietet. Mäßig kalt/nasskalt mit hohem Luftdruck über Mitteleuropa, oder kalt/nasskalt mit viel Schnee bis auf mittlere, teils auch tiefere Lagen hinab (mehr dazu in der Wetterprognose für das Wetter Januar 2017).

Heute Nachmittag berechnete das amerikanische Wettermodell eine Variante, bei der sich das Hochdrucksystem im Zeitraum vom 3./10. Januar überwiegend westlich von Mitteleuropa - im Bereich zwischen England und Island - positioniert und mit einem meridionalem Zirkulationsmuster den Kaltluftzustrom aus nördlichen Richtungen über Deutschland initialisieren kann. Schneefall bei Dauerfrost wäre nach dieser Variante über weite Teile des ersten Januar-Drittels wahrscheinlich.

Aber - bevor sich die Freunde des Winterwetters zu sehr freuen mögen - wird erneut die Hochdruckposition darüber entscheiden, ob sich der Winter im ersten Januar-Drittel über Deutschland, Österreich und der Schweiz durchsetzen kann oder eben auch nicht. Zum heutigen Stand kristallisieren sich drei Entwicklungsvarianten in den Simulationen der Wettermodelle als die wahrscheinlichsten Varianten der Wettermodelle heraus.

In der ersten Variante setzt sich im ersten Januar-Drittel ein neuerliches Hochdrucksystem über Mitteleuropa fest und sorgt mit Tageswerten um den Gefrierpunkt für einen neblig-trüben und wenig winterlichen Wettercharakter.

In der zweiten Variante setzt sich mit einer nördlichen Grundströmung der Winter mit viel Schneefall teils bis in die tieferen Lagen durch - und das nachhaltig.

In der dritten Variante zeigt sich ein aktiver Westdrift, welcher auf seiner Vorderseite einmal mildere und auf seiner Rückseite kühlere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz führen kann. Winterliche Optionen sind in dieser Variante allenfalls noch den mittleren und höheren Lagen vorbehalten, insgesamt aber eher nasskalt.

Welche der Varianten sind am wahrscheinlichsten? Die Kontrollläufe sind relativ deutlich und zeigen für den Süden und Osten von Deutschland einen negativen Temperaturentwicklungstrend auf, bei dem der Mittelwert des Temperaturspektrums im Zeitraum vom 3./10. Januar mit -3/0 Grad im negativen Bereich liegen kann, während dieser über dem Norden und Westen ab dem 6. Januar mit -1/+1 Grad im nasskalten Bereich liegen kann. Im Detail bleibt aber tatsächlich abzuwarten, welche Grundströmung sich durchsetzen wird, denn es sind auch nicht gerade wenige Varianten dabei, welche auch über dem Norden und Westen für Dauerfrost sorgen können. Deutlicher zeigt sich das in den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 2. Januar bei 25/65/10, am 5. Januar bei 35/45/20 und am 10. Januar bei 65/20/15 liegen. Ein Wintereinbruch - auch die nachhaltigere Variante - ist auch heute eine durchaus wahrscheinliche Option im ersten Januar-Drittel.

Blickt man auf den aktuellen Temperaturmittelwert der bereits vergangenen Winter-Tage, so liegt die Abweichung gegenüber dem langjährigen Temperaturmittel mit +1,5 Grad im zu warmen Bereich - daran sollte sich nun auch nicht mehr viel ändern können, so dass die Abweichung zum Jahresende mit +1,3/+1,5 Grad im zu warmen Bereich liegen könnte. Betrachtet man die aktuelle Wettervorhersage des Langfristmodells für den Winter, so wird die Temperaturabweichung im Januar mit -0,5/+0,5 Grad im normalen und im Februar 2017 mit +0,5/+2 Grad im zu warmen Bereich berechnet - in Summe also weiterhin ein zu warmer Temperaturverlauf im Winter 2016/17.

Der Polarwirbel zeigt nach den Berechnungen des europäischen Wettermodells zum 2./4. Januar erhebliche Störungen in der Form, als dass sich von den Azoren über Grönland bis nach Alaska/Aleuten herüber eine Hochdruckachse ausbilden und damit einen Polarwirbelsplitt verursachen kann. In Summe aber wird der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland massiv gestört, bzw. auch beendet. Das ist das eigentlich positive Signal für alle die sich den Winter herbei wünschen. Warum? Durch die Unterbrechung des Kaltluftzustroms ergeben sich weitere Entwicklungsvarianten, welche zwar nicht zwingend winterlich sein müssen, aber die Chancen auf Winter erhöhen. Das amerikanische Wettermodell stützt die Variante des europäischen Wettermodells nicht, aber auch hier zeigt sich der Polarwirbel in keiner stabilen Verfassung, was die Optionen auf winterliche Wetterverhältnisse im wahrscheinlichen Bereich belässt. Der AO- und auch NAO-Index haben weiterhin eine negative Entwicklungstendenz.

Zusammenfassend: es zeichnet sich in den Simulationen der Wettermodelle von Tag zu Tag eine zunehmend winterliche Wetterentwicklung im ersten Januar-Drittel ab, welche den Winter mit Schnee bis in tiefere Lagen bringen können. Ob der Wintereinbruch nachhaltig sein und weitgehend das erste Januar-Drittel beeinflussen kann, steht heute noch nicht fest, die Wahrscheinlichkeiten liegen aber über der 50 Prozent Grenze. Heute Abend erfolgt an dieser Stelle gegen 20:45 Uhr ein kurzes Update der Wetterprognose Winter 2017.
Update Wetter Winter 2017:
Beide Wettermodelle berechnen heute Abend vom 1. bis zum 3. Januar 2017 die Kaltluftzufuhr über Mitteleuropa, was die Tageswerte über Deutschland am 3. Januar verbreitet in den Dauerfrostbereich absinken lassen könnte. So werden bspw. vom amerikanischen Wettermodell am 3. Januar Tageshöchstwerte von -6/+0 Grad berechnet, wobei es über dem Nordwesten und entlang der Küste mit -1/+3 Grad auch milder bleiben kann. Mit dem Abkühlungsprozess kommt es auch zu Niederschlägen, welche bis in tiefere Lagen in Schnee übergehen können. Insofern bestätigt sich in den Simulationen vom Abend die winterlichen Verhältnisse in den ersten Januar-Tagen.

Im Zeitraum vom 4./6. Januar verlagert sich nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells das Hochdrucksystem über Mitteleuropa und darüber hinaus über das östliche Europa. Mit anderen Worten spielt das Hochdrucksystem nach dem 6. Januar für Deutschland, Östereich und der Schweiz keine Rolle mehr. Statdessen kommt es im Zeitraum vom 5./8. Januar immer wieder zu Schauern, welche oberhalb etwa 300-500 Meter in Schnee übergehen können. Wettercharakter ist insgesamt als nasskalt zu bezeichnen, wobei die Frostgrenze bei rund 300-600 Meter liegen kann. Nach dem 8. Januar erreichen Tiefdrucksysteme auf einer südlichen Zugbahn Deutschland, Österreich und die Schweiz und zeigen ein erhöhtes Potential für sog. Grenzwetterlagen, welche milde von kalten Luftmassen trennen.

Ein nachhaltiger Wintereinbruch bleibt auch heute Abend im ersten Janaur-Drittel noch mit vielen Fragezeichen zu versehen. Kontrollläufe heute Abend insgesamt leicht milder geworden als heute Mittag. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums im Zeitraum vom 3./10. Januar über dem Osten und Süden mit -1/0 Grad meist im Dauerfrostbereich und über dem Norden und Westen mit +1/+2 Grad im nasskalten Bereich. Mit anderen Worten bestätigen die Kontrollläufe eine nasskalte Witterung in tieferen Lagen mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen.

Betrachtet man aber die Berechnungen des Polarwirbels, so wird schnell klar, dass dieser sich im ersten Januar-Drittel in einem sehr labilen Zustand befindet - Optionen auf einen sog. Polarwirbelsplit werden zunehmend größer. Insofern dürfte es nicht verwunderlich sein, wenn die Wettermodelle in den kommenden Stunden und Tage in ihren Berechnungen sprunghafter werden können. In den Berechnungen der Stratosphäre wird ein kräftiges Minor-Warming im Zeitraum 2./4. Januar wahrscheinlicher, entwickelt sich zum heutigen Stand aber nicht zu einem Major-Warming weiter. Zusammenfassung: eine winterliche Variante bleibt im ersten Januar-Drittel für die mittleren und höheren Lagen zum aktuellen Stand die wahrscheinlichere Variante, für tiefere Lagen sind Schneefälle nicht auszuschließen, jedoch wird sich in den kommenden Tagen zeigen müssen, ob es auch in tieferen Lagen winterlich werden kann (was nützt Schneefall, wenn dieser nicht liegen bleibt?)

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