Stürmische Weihnachten sind für Norddeutschland weiterhin wahrscheinlich, wenngleich gegenüber den Berechnungen der letzten Tage die Spitzen­windgeschwindigkeiten mit 60-80 km/h und in Böen entlang der Nord- und Ostseeküste bis 90-110 km/h geringer simuliert werden. Niederschlag ist auch zu erwarten, wobei über dem Nordosten etwas mehr, als über dem Südwesten, wo örtlich auch gar kein Niederschlag möglich sein kann. Die Temperaturen steigen über den ersten Weihnachtsfeiertag auf milde +7/+12 Grad an, sinken aber zum Nachmittag des zweiten Feiertages wieder in den nasskalten Bereich ab, so dass über dem Osten und Südosten am Abend oberhalb etwa 500 Meter durchaus die eine oder andere Schneeflocke beobachtet werden könnte.

Zwischen den Tagen ist weiterhin ruhiges, aber zu Nebel und Hochnebel neigendes Hochdruckwetter zu erwarten. Die Temperaturen erreichen - je nach Nebelauflösung, bzw. Sonnenschein - +1/+5 Grad, bzw. +6/+11 Grad.

An Silvester gibt es noch einen größeren Spielraum an Entwicklungsmöglichkeiten, wenngleich die Hochdruckdominanz auch am 31. Dezember noch überwiegen könnte. Heute Nachmittag wurden für den 31. Dezember Tageshöchstwerte zwischen +3/+8 Grad und für die Silvesternacht über Norddeutschland +3/+7 Grad und über dem Süden -4/+1 Grad berechnet. Etwas Niederschlag ist insbesondere über dem Norden zu erwarten, welcher in der Nacht weiter nach Süden vorankommen könnte.

Für den weiteren Ablauf bestätigen heute beide Wettermodelle eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Wetterumstellung von mild auf winterlich zum Jahreswechsel. Verantwortlich hierfür ist die seit Tagen simulierte westliche Verlagerung des Hochdrucksystems auf den Atlantik raus, welches sich dort im Bereich zwischen den Azoren und Grönland bis zum 3. Januar in einer von Süd nach Nord verlaufenden Hochdruckachse aufstellen und somit die Tiefdruckrinne der atlantischen Frontalzone unterbinden, bzw. blockieren kann. Gleichzeitig werden im Verbund zwischen den Wettersystemen relativ warme Luftmassen über das östliche Kanada nach Norden und auf der anderen Seite kalte Luftmassen nach Süden "gepumpt". Mit anderen Worten bestätigt sich der Störimpuls der letzten Tage in Form des Hochdrucksystems auf dem Atlantik.

Somit könnte der Weg für Tiefdrucksysteme aus Skandinavien nach Mitteleuropa frei werden. In Folge daraus wäre ein nachhaltiger Wintereinbruch mit Schnee bis in tiefere Lagen, so wie man ihn sich vorstellt, ab dem 1./3. Januar zum heutigen Stand durchaus diskussionswürdig, wenngleich die Entwicklung selbst noch längst nicht in "trockenen Tüchern" ist. Betrachtet man die Kontrollläufe, so ergibt sich am 1. Januar ein Temperaturspektrum von -4/+10 Grad (Mittelwert: +5 Grad über dem Norden und Westen und +3/+4 Grad über dem Süden und Osten), am 3. Januar von -4/+8 Grad (Mittelwert: +4 Grad über dem Norden und Westen und +1 Grad über dem Süden und Osten) und am 6. Januar von -10/+7 Grad (Mittelwert: +1/+2 Grad über dem Norden und Westen und -1/-2 Grad über dem Süden und Osten). Der Temperaturtrend ist klar negativ gesetzt, was den Winter in greifbare Nähe rückt.

Angenommen der Kaltlufteinbruch kommt - wie wahrscheinlich wäre Schnee bis auf tiefere Lagen hinab? Das lässt sich aktuell nicht so einfach beantworten, da zwei Faktoren maßgeblich relevant sind. Zum einen die Richtung aus der die kalten Luftmassen advehiert werden können und zum anderen wie kalt die Luftmassen letzten Endes sein werden. Man sieht es schon am Temperaturspektrum, dass es über dem Norden und Westen milder bleiben könnte, wenn die Luftmassen aus nördlichen bis nordwestlichen Richtungen kommen und durch die warme Nordsee "angewärmt" werden können. Meist ist solche eine Konstellation aber auch bekannt für teils kräftige Schneefälle, bzw. Schneeschauer ab den mittleren Lagen über dem Landesinneren.

AO-Index hat ebenfalls eine negative Entwicklung vorzuweisen, befindet sich im Mittel aber im neutralen Bereich, ebenso wie der NAO-Index. Das stellt die mögliche winterliche Entwicklung hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit noch in Frage. Die Berechnungen des Polarwirbels zeigen zum 27. Dezember die Entwicklung eines Hochdrucksystems über der Polregion. Somit kommt es in den Simulationen immer wieder zu "Hochdruckeinschüben" in Richtung Polregion, was die Wellenbewegung entlang der Polarfront erhöht und Trogwetterlagen wahrscheinlicher macht. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr an dieser Stelle.
Update Wetter Winter 2016/17:
Heute Abend kaum Veränderungen. Weiterhin stürmische Weihnachten über Nord-, Ost- und in Teilen auch Südostdeutschland und nachfolgend ruhiges und für die Jahreszeit zu mildes Wetter. Im Schnitt liegen die Temperaturen etwa um 3/5 Grad über dem langjährigen Mittelwert und das Maximum könnte am 30. Dezember mit Tageswerten zwischen +7/+11 Grad erreicht werden, sofern die Sonne zum Vorschein kommen mag, denn diese Wetterlage neigt auch zu länger andauerndem Nebel, bzw. Hochnebel, was in diesem Fall Tageshöchstwerte zwischen +1/+5 Grad zur Folge haben kann.

Folgende Wetterentwicklung wird aktuell von den Wettermodellen für Silvester in Aussicht gestellt: am 31. Dezember tagsüber +3/+6 Grad und mit Sonnenschein sind bis +8 Grad möglich. Von Norden her auflebender Wind bei einer schwachen Niederschlagsneigung, sonst schwachwindig und weitgehend trocken. In der Silvesternacht kommt ein Niederschlagsband voraussichtlich bis zu einer Linie Köln - Berlin voran. Tiefstwerte nördlich der Linie zwischen +0/+5 Grad, während südlich davon mit -4/0 Grad Frost möglich sein kann.

Zum neuen Jahr wird in den Wettermodellen weiterhin eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Umstellung der Großwetterlage berechnet. Das Hochdrucksystem weicht nach Westen aus und liegt am 1. Januar westlich von England. Das könnte am 1./2. Januar über Deutschland die erste Zufuhr gemäßigt kalter Luftmassen aus nördlichen Richtungen ermöglichen, was die Schneefallgrenze langsam bis auf mittlere Lagen (500-800 Meter) absinken lassen könnte. In tieferen Lagen eher nasskalt mit Optionen auf Schneeregen. Im Zeitraum zwischen dem 4./5. Januar verlagert sich das Hochdrucksystem nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells weiter auf den Atlantik und kann sich von Grönland über die Azoren bis nach Spanien und Portugal erstrecken. Bedingt durch die Hochdruckachse ist über Deutschland kurzweilig die Zufuhr milderer Luftmassen möglich. Zum 6. Januar liegt ein Tiefdruckkomplex über dem skandinavischen Raum und führt im Verbund mit den Hochdrucksystem über dem Atlantik kühlere Luftmassen nach Deutschland, was die Schneefallgrenze bis auf tiefere Lagen absinken lassen könnte.

Bereits heute Nachmittag zeigten sich hinsichtlich des möglicherweise nachhaltigen Wintereinbruch noch Fragezeichnen, welche heute Abend erneut bestätigt werden. Die Kontrollläufe berechnen einen Mittelwert der Höhentemperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe im Zeitraum vom 1./8. Januar zwischen -2/-4 Grad, was eine Schneefallgrenze zwischen 500-700 Meter zur Folge haben kann. Das Temperaturspektrum schwankt bspw. am 5. Januar zwischen -8/+10 Grad bei einem Mittelwert von 0 Grad über dem Süden und Osten und +2/+3 Grad über dem Norden und Westen. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), liegen am 31. Dezember bei 5/25/70 (gestern: 10/35/55) und am 5. Januar bei 45/30/25 (gestern: 45/35/20).

AO- und NAO-Index werden heute Abend positiv berechnet. Zwar ist die kommende Wetterentwicklung spannend, aber Freunde des Winterwetters sollten sich noch in Geduld üben, da die Wetterlage für zwei/drei Varianten prädestiniert ist: nasskalt Nordwest, mäßig mild West, oder kalt Nord-/Nordost und noch ist nicht klar, in welche Richtung das gehen wird - ein Wetterwechsel steht aber mit höherer Wahrscheinlichkeit mit Beginn des neuen Jahres bevor.

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