In den Simulationen von heute Nachmittag haben sich "stürmische Weihnachten" bestätigt, wobei am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag unter Umständen Schauer bis in tiefere Lagen in Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer niedergehen können - auch bei positiven Tageswerten, da sich in der Höhe kältere Luftschichten darüber schieben können (bis -5 Grad in 1.500 Meter Höhe).

Vom 27./31. Dezember hat sich ein ruhiger und relativ milder Temperaturtrend bis zum Jahresende erneut bestätigen können, bei der sich nach der stürmischen Weihnachtszeit über Deutschland, Österreich und der Schweiz ein Hochdrucksystem legen und sich von oben herab langsam mit wärmeren Luftmassen auffüllen kann. So könnten die Temperaturen in Lagen um 1.500 Meter im Bereich zwischen +2/+6 Grad liegen, während in tieferen Lagen mit +3/+8 Grad ganz ähnliche Temperaturverhältnisse vorzufinden wären.

Kurz und knapp zusammengefasst - Stürmisch, windig, nasskalt, dann ruhig, trocken und mild, zu Silvester dann möglicherweise wieder unbeständiger und noch etwas milder - Von Winter nicht die Spur.

Aber! Die Wetteraktivität ist trotz des relativ ruhigen Wettercharakter über Mitteleuropa bis zum Jahresende als hoch einzustufen - tut sich doch gerade nördlich von Mitteleuropa so einiges. Dominant zeigt sich - wen wundert es - der Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland, was dort - Aufgrund der Temperaturgegensätze - zu kräftigen Tiefdrucksystemen führt, welche sich von Neufundland, über die Azoren, Island, Grönland und Skandinavien erstrecken können. Nun ist so eine Hochdruckdominanz, welche seit Anfang Dezember mehr oder minder vorherrschend ist, nicht binnen 24 oder 48 Stunden zu beenden, sondern bedarf meist mehrerer Anläufe, bis ein nachhaltiger Wetterumschwung sich durchgesetzt haben kann. Betrachtet man den Wetterablauf über Weihnachten, den Tagen zwischen den Feiertagen bis Silvester, so erkennt man das stete durchgreifen der Tiefdrucksysteme bis nach Skandinavien. Das Hochdrucksystem verliert dabei zunehmend an Einfluss auf das Wetter über Mitteleuropa, so dass man zum heutigen Stand von einem ernsthaften Versuch die Großwetterlage umzustellen, ausgehen kann.

In welche Richtung das gehen kann? Man wird abwarten müssen. Aber es zeigte sich sowohl in den letzten Tagen als auch in den heutigen Simulationen immer wieder eine Entwicklungsvariante, bei der sich das Hochdrucksystem Anfang Januar weiter auf den Atlantik verlagert und die atlantische Tiefdruckrinne vor Mitteleuropa blockiert. Die Achsausrichtung des Hochdrucksystems geht von Süd nach Nord, so dass aus nördlichen Richtungen kältere Luftmassen nach Mitteleuropa geführt werden können. Das ist durchaus eine Option, welche es in den kommenden Tagen genauer zu beobachten gilt.

Interessant sind auch die Berechnungen des Polarwirbels, wo sich zum 28. Dezember ein relativ kräftiges Polarhoch über dem Nordpol ausbilden könnte. Hochdrucksysteme drehen sich im und Tiefdrucksysteme gegen den Uhrzeigersinn und betrachtet man den Nordpol von oben, so wird der "Kaltluftkörper" über Grönland/östliches Kanada langsam aber stetig weiter nach Westen über das westliche Kanada/Alaska geführt (Karte heute - "massiver" Kaltluftkörper bei Grönland, Karte 2, Kaltluftkörper nahezu "abtransportiert"). Ist das der Beginn vom Ende des Kaltluftzustroms über dem östlichen Kanada? Auch das gilt es in den kommenden Tagen genauer zu beobachten. Der AO-Index, welcher vereinfacht ausgedrückt den Zustand des Polarwirbels beschreibt, ist nicht mehr so umfassend positiv berechnet, wie das bspw. noch gestern der Fall war. So zeigt sich im Zeitraum nach Weihnachten ein klarer Absturz bei einem Spektrum von +6/-6 von +5 auf +2/-2 in den neutralen Bereich, was wiederum weitere Optionen nach sich ziehen kann (u.a. das oben beschriebene Hochdrucksystem über dem Nordpol).

Die Kontrollläufe stützen zum Jahresbeginn einen Rückgang des Temperaturmittelwertes von positiv zu negativ. So liegt das Temperaturspektrum am 31. Dezember zwischen -6/+12 Grad (Mittelwert: +2/+3 Grad über dem Süden und Osten und +6 Grad über dem Norden und Westen) und am 4. Januar zwischen -10/+8 Grad (Mittelwert: 0 Grad über dem Süden und Osten und +3/+4 Grad über dem Norden und Westen). Da kommt etwas mehr Bewegung rein. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend in einem kurzen Update gegen 20:30 Uhr an dieser Stelle.
Update Wetter Winter 2016/17:
Das amerikanische Wettermodell bestätigt heute Abend eine aktive Wetterdynamik über dem Norden von Europa. Unter bestimmten Voraussetzungen könnte es auch noch bis zum 27. Dezember kühler bleiben - ändert aber wenig an der Tatsache, als dass ein nachhaltiger Wintereinbruch über Weihnachten und bis Silvester nicht in Aussicht gestellt wird.

Stattdessen dominiert zwischen Weihnachten und Silvester mit hoher Wahrscheinlichkeit hoher Luftdruck das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ob kalt oder mild hängt im Detail von der Hochdruckposition ab, aktuell eher mild - sowohl in höheren, als auch in tieferen Lagen. Berechnet werden zumeist Tageswerte zwischen +3/+7 Grad. Auch an Silvester kaum Veränderungen: +3/+7 Grad bei einer leicht erhöhten Niederschlagserwartung.

Vom 1./4. Januar unterschiedliche Wetterentwicklungen möglich. Die meisten Varianten berechnen eine mildere Hochdruckwetterlage, gefolgt von einer Nordwest- bis Nordwetterlage und einer abwechslungsreichen und gemäßigt milden Westwetterlage.

Die Kontrollläufe stützen heute Abend eine große "Wellenbewegung" der Höhentemperaturen, was im Zeitraum vom 23. Dezember bis 4. Januar auf eine Abwechslungsreiche Wetterphase hindeutet (warme Vorderseite, gefolgt von kühler Rückseite). Das Temperaturspektrum liegt am 31. Dezember zwischen -4/+11 Grad (Mittelwert: +3 Grad über dem Süden und Osten und +5/+6 Grad über dem Norden und Westen) und am 4. Januar zwischen -4/+8 Grad (Mittelwert: +1/+2 Grad über dem Süden und Osten und +4 Grad über dem Norden und Westen).

Langfristmodell berechnet weiterhin mit einer Temperaturabweichung von -0,5/+0,5 Grad einen gegenüber dem langjährigen Mittelwert normalen Temperaturverlauf im Januar, wenngleich die Abweichung im Februar mit +1/+2 Grad im deutlich zu warmen Bereich liegt.

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