Die Chancen auf weiße Weihnachten bleiben in tieferen Lagen schlecht und für mittlere und höhere Lagen muss abgewartet werden, welche Variante sich in den Simulationen der Wettermodelle durchsetzen kann. Das amerikanische Wettermodell berechnet vom 24./26. Dezember eine weitgehend ruhige und zu Nebel, bzw. Hochnebel neigende Hochdruckwetterlage, während das europäische Wettermodell den Einfluss der atlantischen Frontalzone auf das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz größer werden lässt. In Folge dessen wäre mit einem unbeständigen, windigen, teils milden, teils nasskalten Wettercharakter über Weihnachten hinweg zu rechnen - Starkwindereignisse wären nach dieser Variante auch nicht gänzlich auszuschließen. Die Chancen auf weiße Weihnachten stehen aber zum heutigen Stand für mittlere Lagen (400-800 Meter) allenfalls schlecht bis mäßig.

Entsprechend unterschiedliche Varianten können sich auch für den Zeitraum zwischen Weihnachten und Silvester ergeben. Eine Variante ist sicherlich eine auflebende Westwindwetteraktivität, welche seit Tagen mit dem sich stabilisierenden Polarwirbel in ihrer Wahrscheinlichkeit gestützt wird. Aber auch eine Westwindzirkulation ist nicht unbedingt mit milden Temperaturen gleichzusetzen - je nachdem wie sich das Azorenhoch positioniert sind auch nasskalte Varianten aus nordwestlichen Richtungen möglich, was Schneeoptionen ab den mittleren Lagen erhöhen kann. Gelingt der atlantischen Frontalzone der Durchbruch bis nach Skandinavien, so wäre über Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einer aktiv-dynamischen, unbeständigen und windigen Wetterlage zu rechnen.

Anders die zweite Variante, bei der es dem Hochdrucksystem gelingen mag, seine Dominanz über das Wetter Mitteleuropa zu erhalten. Dann ändert sich nur wenig - die Temperaturen liegen meist im leicht zu milden Bereich bei einem zu Nebel und Hochnebel neigenden Wetter in tieferen Lagen, während über höheren Lagen häufig die Sonne bei milden Temperaturen zum Vorschein kommen kann.

Eine dritte Variante wird in Form eines Hochdrucksystems über dem skandinavischen Raum simuliert. In diesem Fall wäre über Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einem weitgehend trockenen und kalten Wettercharakter zu rechnen. Aber auch beim Skandinavienhoch gibt es noch eine weitere Variante, wenn dies durch die atlantische Frontalzone "unterwandert" werden könnte. In diesem Fall wären Grenzwetterlagen nicht auszuschließen.

Die Variantenvielfalt bleibt erhalten, aber welche der Varianten wäre denn zum heutigen Stand wahrscheinlicher? Die Kontrollläufe berechnen eine ansteigende Niederschlagerwartung ab dem 25./26. Dezember bei einem Temperaturspektrum, welches mit einem Mittelwert über dem Norden und Westen von +4/+6 Grad und +2/+4 Grad über dem Süden und Osten im für die Jahreszeit zu milden Bereich liegen kann.

Deutlicher zeigt sich das in den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 26. Dezember bei 5/35/60 (gestern: 25/30/45) und am 30. Dezember bei 20/40/40 (gestern: 20/30/50) liegen. So lange Deutschland zwischen den Fronten der atlantischen Frontalzone und dem Hochdrucksystem über dem westlichen Russland/östlichen Europa liegt, bleibt der Wettertrend zunächst einmal unwinterlich und Freunde des Winterwetters müssen sich weiterhin in Geduld üben. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend an dieser Stelle gegen 21:00 Uhr in einem kurzen Update.
Update Wetter Winter 2016/17:
Geht es nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells, so setzte sich heute Nachmittag und auch heute Abend der hohe Luftdruck über Mitteleuropa durch. Jedoch jeweils in einer unterschiedlichen Achsausrichtung. Einmal von Ost nach West und einmal von Süd nach Nord. Die Ost-West Variante hätte einen neblig-trüben und relativ frischen Wettercharakter zur Folge, während eine Süd-Nord Ausrichtung milde Temperaturen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Sonnenschein zum Ergebnis gehabt hätte. Beide Varianten sind aber über Weihnachten wenig winterlich. Auch darüber hinaus wurde bis zum Jahresende eine Hochdruckposition über Mitteleuropa berechnet, was nur sehr wenig Optionen für winterliche Verhältnisse bietet. Allerdings ist für Freunde des Winterwetters eine Hochdruckposition über Mitteleuropa besser, als eine über dem östlichen Europa. Warum? Ein Wetterwechsel bleibt somit zumindest im Bereich des Möglichen.

Gänzlich anders ist erneut die Simulation des europäischen Wettermodells. Auch hier hat sich tagsüber nichts verändert. Am 24. Dezember noch relativ ruhig und weitgehend trocken, ab dem 25. Dezember zunehmend windig, unbeständig und nasskalt mit Schneeoptionen ab den mittleren Lagen. Starkwindereignisse sind erneut nicht auszuschließen. Der Unterschied zur Simulation des amerikanischen Wettermodells liegt darin, als dass sich das Hochdrucksystem nicht über Mitteleuropa festigen kann und sich in zwei autarke Teile aufsplittet. So liegt das Azorenhoch in kugelrunder Formation über dem Azoren (etwas nördlich verschoben) und das Kontinentalhoch liegt für Mitteleuropa unerreichbar über dem westlichen Russland. In Folge dessen kann sich die atlantische Frontalzone über Skandinavien festsetzen und über Deutschland, Österreich und der Schweiz Wetterlagen aus westlichen bis nordwestlichen Richtungen bescheren. Erst nach Weihnachten könnten sich aus dieser Konstellation heraus auch kühlere Varianten ergeben

Es ändert sich also über Weihnachten heute Abend nichts und auch darüber hinaus bleibt noch vieles an Möglichkeiten offen. Man darf gespannt sein, welches Wettermodell recht behalten wird und auch eine weiße Weihnacht ist noch immer nicht mit 100 prozentiger Sicherheit vom Tisch. Die Kontrollläufe stützen eine Zunahme der Niederschlagswahrscheinlichkeit ab dem 25. Dezember bei einem Temperaturmittel, welches gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu mild/zu warm ist.

Vergleicht man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), gegenüber heute Nachmittag, so liegen diese am 26. Dezember bei 10/25/65 (heute Mittag: 5/35/60) und am 30. Dezember bei 15/25/60 (heute Mittag: 20/40/40). Eine klare Sache also? Im Prinzip ja, wenn da nicht die nasskalte Variante des europäischen Wettermodells wäre und (noch) nicht in das Entwicklungsmuster passt. Aber ein nachhaltiger Wintereinbruch bis in tiefere Lagen hinab ist derzeit wenig wahrscheinlich.

Der Polarwirbel wird zum Jahresende wieder in die "Zange" genommen. Ein Hoch über Kanada/Alaska und ein weiteres Hoch über Europa "quetschen" den Polarwirbel zusammen. Da sich aber Hochdrucksysteme im und Tiefdrucksysteme gegen den Uhrzeigersinn drehen, bedeutet das auch gleichzeitig einen weiteren Kaltlufttransport in Richtung östliches Kanada/Neufundland. AO- und NAO-Index mit abfallender Entwicklung jedoch überwiegend im positiven Bereich, zonale Winde positive und intakt. Minor- oder gar ein Major-Warming in Stratosphärenhöhe nicht in Sicht.

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