Noch steht die Wetterprognose für Weihnachten nicht zu 100 Prozent fest und eröffnet zum heutigen Stand einen Spielraum, welcher sich von mild/nasskalt, windig/ruhig, weiß/grün und neblig/trüb/trocken mit Sonnenschein und Regen/Schnee bewegen kann. Mit anderen Worten ist vieles möglich, aber ein Wintereinbruch über Weihnachten bleibt derzeit weniger wahrscheinlich.

Zwar gibt es die Möglichkeit, dass es bei nasskalten Temperaturwerten teils bis in tiefer Lagen Schneefall geben könnte, dieser wäre aber nur von kurzer Dauer und eine über Nacht ausgebildete Schneedecke würde tagsüber bei Temperaturen zwischen +0/+6 Grad wieder ab tauen können. Mehr scheint derzeit nicht zu erwarten sein.

Der Grund hierfür ist und bleibt der weiterhin andauernde Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland, was die Tiefdruckaktivität kurz vor Weihnachten Mitteleuropa etwas näher bringt und das Strömungsmuster in Bodennähe kurzweilig auf östliche Richtungen drehen lassen kann. Von langer Dauer wird das aber wohl nicht sein können und die nächste Wetterentwicklung zeichnet sich über Weihnachten ab - möglicherweise auch windig/stürmisch, wenn sich das Tiefdruckzentrum von England in Richtung Skandinavien verlagern könnte.

Aber auch im Zeitraum darüber hinaus zeigt sich vom 27./30. Dezember der Kaltluftzustrom auf dem Atlantik in Richtung Neufundland für den Wettercharakter dominierend. So können auf südlicheren Zugbahnen weitere Tiefdrucksysteme in Richtung Mitteleuropa entsendet werden, was über Deutschland, Österreich zu drei möglichen Wetterentwicklungen führen kann. Eine milde und weitgehend trockene Südwestwetterlage, eine mäßig milde, unbeständige und windige Westwetterlage oder eine nasskalte Nordwestwetterlage. Wahrscheinlicher zeigte sich in der Simulation von heute Nachmittag eine milde, ja schon richtig warme Südwestwetterlage, bei der das Temperaturmaximum am 30. Dezember mit +5/+12 Grad erreicht werden kann. In Summe weiterhin wenig winterliche Wetteraussichten.

Betrachtet man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), so liegen diese am 26. Dezember bei 25/30/45 und am 30. Dezember bei 20/30/50. Zum Vergleich mit gestern (26. Dezember 25/45/30 und am 29. Dezember bei 25/25/50) zeigt sich eine Kontinuität, wie Sie bei West, bis Südwestwetterlagen häufiger vorkommt.

Gibt es Störimpulse, welche das alles verändern können? Ein Minor-, oder gar Major-Warming in Stratosphärenhöhe ist nicht einmal im Ansatz zu erkennen. Der AO- und NAO-Index zeigen sich orientierungslos bis Ende Dezember, aber zumeist mit positiver Tendenz. Zonale Winde deutlich positiv ausgeprägt. In Summe deutet das auf eine weitere Stabilisierung des Polarwirbels hin. Und was macht La Niña? Gemäß aktuellen ENSO-Bericht in leichter Ausprägung vorhanden, tendiert aber über die Wintermonate zum Normalzustand. Winter mit einer starken La Niña sind über Mitteleuropa häufiger mild, zeigen aber in den darauf folgenden Jahren eine höhere Signifikanz für kühlere Winter.

Das Langfristmodell berechnet im Januar eine Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5/+0,5 Grad im normalen Bereich - damit das Eintreten kann, muss sich aber in den letzten Dezember-Tagen noch einiges verändern, wenn nicht und der Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada bliebe erhalten, so wäre es nicht auszuschließen, dass das erste Januar-Drittel auch zu mild ausfallen könnte. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 21:00 Uhr an dieser Stelle.
Update Wetter Winter 2016/17:
Interessant bleibt der 23. Dezember. Bei Tageswerten um den Gefrierpunkt könnten Niederschläge bis 300 Meter herab als Schnee und auch darunter als Schneeregen niedergehen. So könnte am 24. Dezember am Morgen mancherorts eine dünne Schneedecke vorhanden sein - aber das als weiße Weihnachten zu bezeichnen, wäre dann doch zu viel des Guten. Zeigt aber dennoch, dass das Thema auch heute Abend noch nicht vom Tisch ist. Über die Feiertage selbst bleibt es zum aktuellen Stand weitgehend trocken, wobei mit starker, teils hochnebelartiger Bewölkung es auch vielfach grau und trüb bleiben und es über dem Westen auch etwas Niederschlag geben kann. Die Temperaturen pendeln sich vom 24./26. Dezember auf +1/+5 Grad ein und können über dem Westen auf bis +4/+7 Grad anstiegen - in den Nächten ist generell mit Frost zu rechnen.

Im Zeitraum nach Weihnachten ändert sich gegenüber heute Nachmittag wenig. Die atlantische Frontalzone setzt sich im Bereich zwischen Island, England, Spanien und Portugal vor Mitteleuropa fest und dreht das Zirkulationsmuster auf südwestliche, teils auch südliche Richtungen. Im Sommer hätte das einen schwül-warmen und einen zu Gewittern neigenden Wettercharakter zur Folge. Im Winter sind häufig warme Temperaturen bei einer ansteigenden Niederschlagsneigung zu erwarten. Die simulierten Höchsttemperaturen liegen am 29. Dezember zwischen +5/+10 Grad, örtlich sind auch bis +12 Grad möglich - alles andere als winterlich.

Die Kontrollläufe bestätigen heute Abend den milden/warmen Temperaturtrend bis Ende Dezember. Demnach sind nach Weihnachten bis Silvester Höhentemperaturen im Mittel in ca. 1.500 Meter Höhe zwischen +0/+3 Grad zu erwarten. Das Temperaturspektrum erstreckt sich am 26. Dezember zwischen -4/+12 Grad (Mittelwert: +1/+2 Grad über dem Süden und Osten, +3 Grad über dem Norden und +5 Grad über dem Westen) und am 29. Dezember zwischen -4/+13 Grad (Mittelwert: +1/+2 Grad über dem Süden und Osten, +4 /+5 Grad über dem Norden und Westen).

AO- und NAO-Index auch heute Nachmittag im positiven Bereich. Mal abgesehen vom nasskalten Zeitraum vom 20./20. Dezember mit Schneeoptionen bis auf mittlere Lagen hinab alles insgesamt wenig winterlich.

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