Noch ist nicht klar, wie sich das Wetter über Weihnachten entwickeln wird, wahrscheinlicher sind aber zum heutigen Stand nasskalte Temperaturwerte bei einem zu Nebel- und Hochnebel neigenden Wettercharakter über die Weihnachtsfeiertage.

Viele Anfragen erhalten wir derzeit mit der Frage, wie das Wetter denn über, bzw. auch nach Weihnachten bis Silvester werden wird, da viele von Ihnen in den Weihnachtsurlaub starten/planen möchten. Betrachtet man die Großwetterlage vom 24./26. Dezember, so zeigt sich über dem westlichen Russland das Kontinentalhoch, über dem Azoren das Azorenhoch und im Bereich zwischen Neufundland und Skandinavien eine rege Tiefdruckaktivität, welche kurz vor Mitteleuropa auch Austrogungstendenzen zeigt. In Summe ist die Wetterentwicklung als Komplex zu bezeichnen und ermöglicht heute erneut drei wahrscheinliche aber keinesfalls gesicherte Wetterentwicklungen im Zeitraum vom 26./30. Dezember.

In der ersten Variante zeigt sich - bedingt durch das Abtropfen der Tiefdrucksysteme vor Mitteleuropa - im Zeitraum vom 26./30. Dezember ein zunehmend südwestlich, bis südlich orientiertes Zirkulationsmuster, was über dem Westen und Süden die Niederschlagswahrscheinlichkeit ansteigen lassen kann. Insgesamt werden die Temperaturen milder und können in dieser Variante verbreitet zwischen +3/+7 Grad in dem für die Jahreszeit zu warmen Bereich liegen. Insgesamt wenig winterlich.

In der zweiten Variante drängen die Tiefdrucksysteme weiter nach Mitteleuropa vor und können somit den Versuch eines Aufbaus einer Hochdruckbrücke zwischen dem Azoren- und Kontinentalhoch unterbinden. In Folge dieser Variante könnten die Tiefdrucksysteme mit einer nordwestlich bis westlich ausgerichteten Grundströmung bis nach Deutschland, Österreich und die Schweiz vorankommen, was über weite Teile einen nasskalten Wettercharakter zum Ergebnis haben kann. Schneeoptionen wären in diesem Fall ab den mittleren Lagen nicht auszuschließen. Insgesamt jedoch wenig winterlich.

In der dritten Variante zeigt sich die Ausbildung eines autarken Hochdrucksystems im Bereich zwischen Deutschland und Skandinavien, was die Niederschlagsneigung gegen Null absinken lassen kann. Je nach Position des Hochdrucksystems wären aber auch kältere Varianten bei einem zu Nebel und Hochnebel neigenden Wettercharakter möglich. Von den Temperaturen her also durchaus winterliche Optionen.

Wie Komplex die Entwicklung ist, zeigen die Kontrollläufe. So liegen die Höhentemperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe am 28. Dezember zwischen -8/+8 Grad und weisen eine Differenz von 16 Grad aus - wünschenswert für eine Wettervorhersage wäre eine Differenz von 2-4 Grad und für eine Wetterprognose von 2-6 Grad. Das Temperaturspektrum der Bodentemperaturen liegt am 27. Dezember bei -10/+10 Grad (Mittelwert: -0 Grad über dem Osten, +1 Grad über dem Süden, +2 Grad über dem Norden und +3 Grad über dem Westen) und am 29. Dezember zwischen -6/+10 Grad (Mittelwert: +0 Grad über dem Osten, +2 Grad über dem Norden und Süden und +4 Grad über dem Westen). Es zeigt sich nach den Kontrollläufen "zwischen den Tagen" eine langsam ansteigende Temperaturtendenz, wenngleich die Mittelwerte weiterhin im überwiegend nasskalten Bereich liegen können.

Betrachtet man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), so liegen diese am 26. Dezember bei 25/45/30 und am 29. Dezember bei 25/25/50, was die langsam ansteigende Temperaturtendenz bis zum Jahresausklang stützt.

Das Langfristmodell berechnet den Temperaturverlauf im Januar 2017 gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad im weitgehend normalen Bereich - das überrascht etwas, war der Januar bisweilen mit einer Abweichung von +0,5/+2 Grad als zu warm simuliert worden. Was hat sich geändert? In der Tat könnte ein Hochdrucksystem Ende Dezember / Anfang Januar über dem skandinavischen Raum ein Temperaturdefizit aufbauen, was letzten Endes den normalen Temperaturverlauf im Januar ermöglichen könnte. Der Februar 2017 fällt mit einer Abweichung von +1/+2 Grad nach den aktuellen Berechnungen des Langfristmodells weiterhin zu warm aus, so dass der Winter von Dezember bis einschließlich Februar zu mild ausfallen kann.

Wie sieht die Langfristprognose der anderen Langfristmodelle aus? Das deutsche Langfristmodell des DWD zeigt von Januar bis März 2017 eine Temperaturabweichung von +0,5/+2 Grad im zu milden bis zu warmen Bereich. Die Jahreszeitenvorhersage des DWD berechnet eine Wahrscheinlichkeit von 27 Prozent für einen zu kalten, von 40 Prozent normalen und 33 Prozent zu warmen Verlauf des Winters - immerhin! Das Langfristmodell der NASA berechnet mit einer Abweichung von +1/+2 Grad einen zu warmen Dezember und mit -1/-0,25 Grad im Januar und mit -1/0 Grad im Februar eine zu kalte Temperaturabweichung gegenüber dem Mittelwert - auch das entspricht einer Kehrtwendung gegenüber den letzten Wochen. Das IRI-Modell berechnet von Dezember bis einschließlich Februar eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen zu milden Temperaturverlauf und das METOffice legt sich mit einer gleichmäßigen Wahrscheinlichkeitsverteilung von rund 33 Prozent nicht fest, ob der Winter zu kalt, normal oder zu warm ausfallen kann. Vergleicht man die Simulationen mit den der letzten Wochen, so zeigt sich keine mehrheitliche Unterstützung mehr für einen deutlich zu warmen Verlauf des Winters, was auch mal eine Aussage ist. Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:15 Uhr in einem kurzen Update der Wetterprognose für das Wetter Weihnachten.

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