Am Montag und Dienstag ist verbreitet mit Nachtfrost und tagsüber mit sonnigen Abschnitten zu rechnen, während von Mittwoch bis einschließlich Samstag die Bewölkung insgesamt zunehmen und über Norddeutschland gelegentlich für leichten Niederschlag verantwortlich sein kann. Die Nächte sind ab Mittwoch allenfalls über Süddeutschland noch frostig, während über Norddeutschland die Nächte mit positiven Werten frostfrei bleiben können. Der Wind dreht ab Mittwoch auf südliche Richtungen und führt langsam mildere Luftmassen nach Deutschland, so dass die Tageswerte meist im Bereich zwischen +4/+8 Grad, örtlich auch bis +12 Grad liegen können (Details s. Wettervorhersage Dezember).

Das amerikanische und europäische Wettermodell berechnen im Zeitraum vom 10./14. Dezember unterschiedliche Wetterentwicklungen. Das amerikanische Wettermodell simuliert einen weitgehenden Erhalt des westlich bis südwestlich orientierten Zirkulationsmusters, was bei milden Temperaturen zwischen +4/+9 Grad zu zeitweiligen und meist leichten Niederschlägen führen kann.

Das europäische Wettermodell berechnet am 10./11. Dezember ein aufkeilendes Hochdrucksystem von Spanien über England in Richtung Norden, während zur gleichen Zeit ein Tiefdrucksystem über dem östlichen Skandinavien / Osteuropa im Verbund mit dem Hochdrucksystem kalte Luftmassen nach Süden führen kann. Deutschland, Österreich und die Schweiz können durchaus von diesem Schwall arktischer Luftmassen erfasst werden, so dass die Tageshöchstwerte bei Hochdruckeinfluss im Zeitraum vom 12./14. Dezember mit -2/+4 Grad mancherorts durchaus im Dauerfrostbereich liegen können. Vom 14./15. Dezember wird die Position des Hochdrucksystems über Osteuropa etwas weiter östlich berechnet, so dass Deutschland wieder auf der westlichen und somit milden Strömungsseite liegen kann.

Auch wenn die Wettermodelle die Wetterentwicklung bis zum 15. Dezember unterschiedlich interpretieren, so liegt die Gemeinsamkeit darin, dass ein nachhaltiger Wintereinbruch bis zum 15. Dezember weniger wahrscheinlich ist. Zwar berechnen die Kontrollläufe im Zeitraum vom 11./15. Dezember durchaus die Möglichkeit eines Temperaturrückganges, was die milde Variante des amerikanischen Wettermodells grundsätzlich noch in Frage stellt, jedoch liegt der Mittelwert der Kontrollläufe mit +3/+5 Grad bspw. am 14. Dezember noch immer in dem für die Jahreszeit leicht zu milden Bereich, was den oben angedeuteten nachhaltigen Wintereinbruch wenig wahrscheinlich macht.

Der Zeitraum darüber hinaus zeigt sich noch ein breites Entwicklungsspektrum beim Wetter und nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells kann es vom 15./20. Dezember durchaus auch turbulent zu Sache gehen. Der Grund hierfür ist ein Tiefdruckzentrum zum 15. Dezember über Island, auf dessen südlichen Gradienten kleinräumige Tiefdrucksysteme entstehen und in Richtung Mitteleuropa ziehen können. In Folge dessen kann vom 15./17. Dezember der Wettercharakter unbeständiger und auch windiger werden, wobei Starkwindereignisse zum heutigen Stand nicht auszuschließen sind. Vom 17./20. Dezember reißt die Tiefdruckrinne nach Süden in Richtung Mittelmeer ab, während sich zu gleichen Zeit ein Hochdruckkeil des Azorenhochs nördlich der Tiefdrucksystems über England und Deutschland bis über die östliche Mittelmeerregion legen kann. In Abfolge dieser Wetterentwicklung könnte sich der Wettercharakter über Deutschland, Österreich und der Schweiz beruhigen, was die Niederschlagsneigung bei Temperaturen vom +2/+8 Grad abklingen lassen kann. In Summe eine wenig winterliche Entwicklung

Nun berechneten die Wettermodelle in den letzten Tagen durchaus eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine sich normalisierende Temperaturentwicklung im zweiten Dezember-Drittel - ist das heute auch noch so? Die Kontrollläufe stützen mehrheitlich ein gegenüber dem langjährigen Mittelwert leicht zu milden Temperaturtrend bis zum 17. Dezember, welcher sich auf ein normales Niveau bis zum 20. Dezember entwickeln kann. So liegt das Temperaturspektrum am 15. Dezember zwischen -5/+10 Grad (Mittelwert: +3/+5 Grad) und am 20. Dezember zwischen -8/+10 Grad (Mittelwert: +4/+5 Grad über dem Norden und Westen und +2/+3 Grad über dem Süden und Osten). Vergleicht man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) gegenüber gestern Abend, so liegen diese am 15. Dezember bei 25/35/40 (gestern Abend: 5/40/55) und am 19. Dezember bei 30/35/35 (gestern Abend: 45/40/10) und zeigen ein nach allen Seiten hin offenes Entwicklungsspektrum. Mit anderen Worten sind vom 15./20. Dezember sowohl winterliche, normale als auch milde Varianten zum heutigen Stand gleichermaßen möglich. Ob sich daran etwas im Tagesverlauf ändern und in welche Richtung die Wetterentwicklung gehen kann, klären wir heute Abend an dieser Stelle gegen 20:45 Uhr in einem kurzen Update des Wettertrend Winter, dann u.a. auch mit der Betrachtung der aktuellen Entwicklung des Polarwirbels und die neuesten Wettervorhersage für den Winter 2016/17 der Langfristmodelle.
Update Wetter Winter 2016/17:
Auch heute Nachmittag simulierte das amerikanische Wettermodell nach einer windigen, ja teils auch stürmischen Wetterphase zwischen dem 12./15. Dezember im weiteren Verlauf bis zum 20. Dezember in Form eines Hochdrucksystems über Mitteleuropa eine Wetterberuhigung. Heute Abend hat sich nur unwesentlich am wenig winterlichen Ergebnis verändert, jedoch zeigt sich zum 12. Dezember ein schwaches Hochdrucksystem über Skandinavien, welches mit entsprechender Intensität auch kältere Luftmassen nach Deutschland führen "könnte".

Das europäische Wettermodell bestätigt mit Ausnahme vom 11./12. Dezember eine milde Temperaturphase bis zum 15. Dezember - in Summe ebenfalls wenig winterlich bis zur Monatsmitte.

Der AO-Index, welcher vereinfacht ausgedrückt den Zustand des Polarwirbels beschreibt, zeigt sich nach den aktuellen Berechnungen mit einem breiten Spread wieder Entwicklungsfreudiger. Die bis dato instabile Verfassung des Polarwirbels mit vermehrten Wellenbewegungen entlang der Polarfront, könnte sich demnach im zweiten Dezember-Drittel entweder stabilisieren, oder weiterhin zur Instabilität neigen. Was hätte das für Auswirkungen? In der Theorie sind Nordwest-, West- bis Südwestwetterlagen bei einem intakten Polarwirbel häufiger als Nord-, Süd-, oder Ostwetterlagen. Anders formuliert macht ein intakter Polarwirbel normale bis zu warme Wetterlagen wahrscheinlicher, als zu kalte und andersherum.

Ein Hochdrucksystem über den Aleuten sorgt noch bis zum 15. Dezember für eine erhöhte Instabilität des Polarwirbels. Das Hochdrucksystem versucht mit dem auf der gegenüberliegenden Seite befindlichen Hochdrucksystem zwischen den Azoren, England und Deutschland eine Hochdruckbrücke quer durch den Polarwirbel aufzubauen. Diese Entwicklung wird schon seit einer geraumen Zeit berechnet und hätte im "Extremfall" eine Dipolausbildung des Polarwirbels mit anschließendem Polarwirbelsplit zur Folge. Aktuell wird lediglich im Ansatz eine Dipolausbildung berechnet. Mit anderen Worten ist das Hochdrucksystem über den Aleuten zum heutigen Stand noch ein Unsicherheitsfaktor, was die Stabilität des Polarwirbels anbelangt und sich im AO-index widerspiegelt.

Der NAO-Index (Verhältnis zwischen Azorenhoch und Islandtief) zeigt sich neutral bis negativ. Das spricht mehrheitlich für eine nasskalte Witterung im zweiten Dezember-Drittels.

Das Langfristmodell berechnet den Dezember mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit -0,5/+0,5 Grad im normalen Bereich. Der Januar wird mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad leicht zu mild und der Februar 2017 mit +1/+2 Grad zu mild bis zu warm berechnet. In Summe fällt der nach der Wettervorhersage des Langfristmodells der Winter 2016/17 leicht zu mild aus. Im Niederschlagsverhalten zeigt sich ein etwas zu trockener Dezember und ein gegenüber dem Sollwert unauffälligen Januar und Februar. Das Langfristmodell der NASA berechnet den Dezember mit einer Abweichung von +1/+2 Grad zu warm und den Januar und Februar mit einer Abweichung von +0,5/+2 Grad leicht zu mild bis zu warm.

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