Kalt wird es ab dem Wochenende über Deutschland, Österreich und der Schweiz, so dass örtlich auch Dauerfrost möglich sein kann - vor allem aber in den Nächten ist mit -7/0 Grad mäßiger bis leichter Frost möglich. Verantwortlich hierfür ist ein Hochdrucksystem, welches bis zum kommenden Dienstag die Grundströmung auf östliche Richtungen drehen lassen und somit kühlere Kontinentalluftmassen nach Deutschland führen kann. So wechseln sich von Samstag bis Dienstag Nebel, Hochnebel, Wolkenfelder und Sonnenschein bei einem überwiegend trockenen Wettercharakter ab. Schnee ist also bis einschließlich Dienstag nicht zu erwarten (Wetter Dezember 2016).

Daran wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch am 7. Dezember nichts ändern. Der Wind dreht auf südliche Richtungen, die Temperaturen bleiben aber bei trockenem Wetter mit +0/+5 Grad in einem für die Jahreszeit durchaus typischen Bereich, lediglich über Süddeutschland können die Temperaturen mit +3/+7 Grad etwas ansteigen.

Betrachtet man die Großwetterlage am 7. Dezember, so erstreckt sich nach den Simulationen der Wettermodelle ein Hochdrucksystem vom westlichen Afrika über Spanien und Frankreich bis nach Deutschland, während zur gleichen Zeit auf dem Atlantik bei Neufundland die Wetteraktivität zunehmen kann. Das Tiefdrucksystem erreicht bis zum 9. Dezember einen Kerndruck von bis zu 955 hPa, bleibt aber nach diesen Berechnungen noch westlich von Island. Somit kommt es im Verbund zwischen Hoch und Tief über Deutschland, Österreich und der Schweiz im Zeitraum vom 8./9. Dezember voraussichtlich zu einer milden Südwestwetterlage, wobei der Hochdruckeinfluss noch weitgehend das Wetter mit einer geringen Niederschlagserwartung beeinflussen kann. Die Temperaturen können in diesem Zeitraum auf +8/+12 Grad ansteigen.

Im Zeitraum vom 10./12. Dezember setzt sich die atlantische Frontalzone mit hoher Wahrscheinlichkeit bis über Skandinavien durch und lässt das Zirkulationsmuster auf westliche Richtungen drehen. In Folge daraus wäre ein wechselhafter, unbeständiger und windiger Wettercharakter zu erwarten, bei dem Starkwindereignisse zum heutigen Stand nicht auszuschließen wären. Im Zeitraum vom 12./15. Dezember berechnet das amerikanische Wettermodell weiterhin eine Kaltluftzufuhr über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland, was über Mitteleuropa zu drei unterschiedlichen Wetterentwicklungen führen kann.

In der ersten Variante bleibt eine westliche ausgerichtete Strömungskomponente weiterhin wetterbestimmend, so dass sich an einem unbeständigen und auch windigen Wettercharakter wenig verändern kann. In der zweiten Variante wird ein neuerlicher Hochdruckkeil vom westlichen Afrika in Richtung Mitteleuropa berechnet, so dass Deutschland, Österreich und die Schweiz mit einer südwestlichen Grundströmung auf die milde Vorderseite der Tiefdrucksysteme gelangen können. In der dritten Variante kippt das Hoch nach Westen weg und stellt sich im Bereich zwischen den Azoren und Grönland als Blockadehoch gegen die Tiefdrucksysteme von Westen her kommend auf. In Folge dessen kann es über Deutschland zu einer nasskalten Nordwest-, oder auch zu einer winterlichen Nordwetterlage kommen.

Das Spektrum reicht also von mild bis kalt - was ist zum heutigen Stand im zweiten Dezember-Drittel wahrscheinlicher? Die Kontrollläufe stützen im Zeitraum vom 7./11. Dezember einen für die Jahreszeit etwa um 3/5 Grad zu warmen Temperaturcharakter, bei einer insgesamt ansteigenden Niederschlagserwartung. Im Zeitraum vom 12./15. Dezember sinkt der Mittelwert bei einer mäßig erhöhten Niederschlagsneigung allmählich auf ein Jahreszeit-typisches Niveau ab. So liegt das Temperaturspektrum am 11. Dezember zwischen -2/+13 Grad (Mittelwert: +6 Grad über dem Osten, sonst +8/+9 Grad) und am 15. Dezember zwischen -7/+10 Grad (Mittelwert: +5 Grad über dem Westen, sonst zwischen +3/+4 Grad). Vergleicht man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) gegenüber gestern, so liegen diese am 10. Dezember bei 5/40/55 (gestern: 10/60/30) und am 15. Dezember bei 30/35/35 (gestern: 40/40/20)und sind somit für alle Richtungen offen.

Der AO-Index (Zustandsbeschreibung des Polarwirbels) bleibt mit einem Entwicklungsspektrum von -4/+3 von Maximal -6/+6 orientierungslos und schwankt zwischen einer anhaltenden Instabilität und einer langsamen Stabilisierung des Polarwirbels. Das sich nun entwickelnde Minor-Warming in Stratosphärenhöhe kann sich nicht bis zu einem Major-Warming weiter entwickeln und erreicht mit knapp -20 Grad seinen Höhepunkt am 9./10. Dezember (normalerweise sind dort Temperaturen zwischen -40/-80 Grad vorherrschend. Mehr zum Thema Major-Warming). Der NAO-Index bleibt indes neutral mit der Tendenz auch negativ auszufallen. Was bedeutet das? Diese Randfaktoren lassen grundsätzlich den Spielraum zwischen einer milden oder auch kalten Temperaturentwicklung im zweiten Dezember-Drittel offen. Ob sich das im Tagesverlauf verändern kann, klären wir heute Abend gegen 20:45 Uhr an dieser Stelle in einem kurzen Update der Wetterprognose Winter 2016/17.
Update Wetter Winter 2016/17:
Keine großen Veränderungen mehr im Tagesverlauf: das amerikanische Wettermodell berechnete auch tagsüber im Zeitraum vom 6./10. Dezember einen Hochdruckkeil von Afrika über Spanien, Frankreich bis nach Deutschland. Ob Südwest oder nicht, hängt davon ab, wie weit der Hochdruckkeil nach Norden reicht. Heute Abend bspw. endet dieser über Deutschland, so dass die Grundströmung auch aus westlichen bis nordwestlichen Richtungen erfolgen kann, was aber nichts an den für die Jahreszeit etwas zu warmen Temperaturen ändert. Simuliert werden bspw. am 9. Dezember +4/+8 Grad und bei länger andauerndem Nebel oder Hochnebel sind mit +1/+5 Grad auch kühlere Werte möglich.

Im Zeitraum vom 10./15. Dezember wird weiterhin ein westlich orientierte Zirkulationsmuster berechnet mit Kaltlufteinschüben aus nordwestlichen Richtungen, so dass die Temperaturen bis zum 15. Dezember auf ein Jahreszeit-typisch nasskaltes Niveau absinken können.

Die Kontrollläufe bestätigen einen sich normalisierenden Temperaturtrend im zweiten Dezember-Drittel. So liegt das Temperaturspektrum am 11. Dezember zwischen +3/+13 Grad (Mittelwert: +6/+7 Grad) und am 16. Dezember zwischen -5/+11 Grad (Mittelwert: +3/+5 Grad). Ein Wintereinbruch mit Dauerfrost hat nach den Kotrollläufen zum heutigen Stand bspw. am 15. Dezember eine geringe Wahrscheinlichkeit von 15 Prozent.

Dipolausbildung des Polarwirbels bleibt zum 9./11. Dezember ein Thema, wenngleich aktuell für Winterfreunde an ungünstiger Stelle zwischen den Aleuten und Skandinavien/England verlaufend. Etwa 1.000 km weiter westlich und der Winter wäre nicht mehr fern und 1.000 km weiter östlich und der Frühling wäre schon recht nah. Polarwirbel im ersten Dezember-Drittel weitgehend instabil/gestört mit der Tendenz sich im zweiten Dezember-Drittel stabilisieren zu können.

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