In den kommenden Tagen zeigt sich über dem Norden ein zunehmend wechselhafter Wettercharakter, welcher insbesondere am Donnerstag über dem Norden und Nordosten in Böen auch stürmisch ausfallen kann. Häufig sonnig und trocken bleibt es hingegen über der Südhälfte von Deutschland. Erst zum Wochenende setzt sich hoher Luftdruck durch, was die Niederschläge über dem Norden und Osten abklingen lassen kann. Blickt man auf die Niederschlagserwartung bis einschließlich Sonntagabend, so sind etwa östlich der Linie Köln - Berchtesgaden 3-10 l/m² und östlich der Mittelgebirge auch 10-20 l/m², während westlich der Linie mit 0-2 l/m² kaum Niederschläge zu erwarten sind. Die Temperaturen steigen im Wochenverlauf auf +3/+9 Grad an und sinken zum Wochenende auf +2/+7 Grad ab (Details Wetter Dezember 2016).

Kommt der Nikolaus am 6. Dezember mit dem Schlitten? Das könnte unter Umständen in Höhenlagen über dem Südwesten (ab ca. 400 Meter) gar nicht einmal so abwegig sein. Denn die Temperaturen sinken in der Nacht auf Dienstag verbreitet unter den Gefrierpunkt und etwa westlich der Linie Mannheim - Zugspitze ist bis zum Vormittag mit geringfügigen Niederschlag zu rechnen, was hier und da für eine "Anzuckerung" der Landschaft reichen könnte. Im Verlauf des Vormittages steigen die Temperaturen zum heutigen Stand aber rasch an, so dass die vereinzelt weißen Flecken rasch abtauen können. Im Zeitraum vom 6./14. Dezember differenzieren sich die Wettermodelle erneut.

Konstant bleiben die Simulationen des europäischen Wettermodells. Dies berechnet im Zeitraum vom 4./8. Dezember ein Hochdrucksystem über Mitteleuropa, welches sich von England, über Deutschland bis über das östliche Europa und die Mittelmeerregion erstrecken kann. Dieses Hochdrucksystem füllt sich allmählich von oben herab mit wärmeren Luftmassen, so dass eine Inversionswetterlage daraus entstehen kann, bei der es in höheren Lagen relativ mild (+4/+8 Grad) und in tieferen Lagen - je nach Nebelauflösung - mäßig mild (+5/+10 Grad) bis kühl (-1/+4 Grad) bleiben kann. Diese Wetterlagen neigt jedoch in tieferen Lagen verstärkt zu Nebel und Hochnebel, welcher nicht selten den ganzen Tag über anhalten kann.

War das Grundmuster nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells in den letzten Tagen meridional (Nord-Süd, Süd-Nord) ausgerichtet, so wird heute wieder eine "alte Bekannte" simuliert: die Südwestwetterlage. Dabei wird der hohe Luftdruck über Mitteleuropa im Zeitraum vom 6./10. Dezember relativ rasch abgebaut und verlagert sich mit seinem Hochdruckkern über den Bereich zwischen Portugal und Spanien. Gleichzeitig strömen über dem östlichen Kanada Kaltluftmassen in Richtung Neufundland, was die Tiefdruckproduktion auf dem Atlantik anregen kann. So liegt die Tiefdruckrinne nach diesen Berechnungen vom 7./13. Dezember im Bereich zwischen Neufundland, Island und Skandinavien, was im Verbund mit dem südlich gelegenen Hochdrucksystem über Mitteleuropa im Zeitraum vom 6./13. Dezember zu einer milden Südwestwetterlage führen kann.

Egal ob Hochdrucksystem Mitteleuropa, oder die Südwestwetterlage - beide Wetterlagen verhindern im ersten Dezember-Drittel die Kaltluftzufuhr aus nördlichen Richtungen was die Wahrscheinlichkeiten eines nachhaltigen Wintereinbruchs minimiert. Die Kontrollläufe bestätigen heute im Zeitraum vom 7./13. Dezember Höhentemperaturen (in ca. 1.500 Meter) von 0/+5 Grad und führt in tieferen Lagen zu einem möglichen Temperaturspektrum bspw. am 8. Dezember von -5/+12 Grad (Mittelwert: +3/+4 Grad über dem Osten und Süden und +5 Grad über dem Westen und Norden) und am 14. Dezember von -7/+10 Grad (Mittelwert: +1/+3 Grad). Mit anderen Worten: wenig winterlich im Ersten mit Optionen auf Winter im zweiten Dezember-Drittel. Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), liegen am 9. Dezember bei 5/50/45 und am 14. Dezember bei 30/35/35 und bestätigen zum heutigen Stand eine normale bis zu warme Temperaturentwicklung zum Ende des ersten Dezember-Drittels. Im zweiten Dezember-Drittel sind hingegen die Wetterentwicklungen nach allen Richtungen offen. Gegen 20:45 Uhr erfolgt an dieser Stelle heute Abend ein Update der Wetterprognose Winter, dann u.a. auch mit den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle des Tages und einer näheren Betrachtung der möglichen Dipolausbildung des Polarwirbels mit einem möglichen Polarwirbelsplit und dessen Folgen für das Wetter über Mitteleuropa.
Update Wetter Winter 2016/17:
Das amerikanische Wettermodell berechnete in seiner Simulation von heute Nachmittag erneut im Zeitraum vom 7./13. Dezember die Entwicklung einer Südwestwetterlage über Mitteleuropa, welche mit relativ milden Temperaturen das Wetter über Deutschland, England und Österreich beeinflussen könnte. Stand damit aber noch konträr zu den Berechnungen des europäischen Wettermodells. Heute Abend hat sich kaum etwas verändert, wenngleich im zweiten Dezember-Drittel sich auch der Spielraum für eine westlich bis nordwestlich orientierte Großwetterlage eröffnet.

Das europäische Wettermodell bleibt unverändert bei seiner Variante Hochdruck Mitteleuropa, teils auch mit einer Abwandlung, bei der Deutschland, Österreich und die Schweiz auch auf den südlichen Hochdruckgradienten gelangen könnte, was im Zeitraum vom 5./8. Dezember auch eine kühle bis kalte Ostwetterlage ermöglichen könnte.

Die Kontrollläufe stützen so langsam eine für die Jahreszeit zu milde Temperaturentwicklung im Zeitraum vom 6./13. Dezember mehrheitlich, wenngleich die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells sich noch immer im oberen Bereich der Varianten bewegen. Deutlicher zeigt sich das im Vergleich der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6) gegenüber heute Nachmittag. So liegen diese am 9. Dezember bei 5/45/50 (heute Mittag: 5/50/45) und am 14. Dezember bei 30/55/15 (heute Mittag: 30/35/35). Mit anderen Worten wären zwar mit Dauernebel durchaus winterliche Temperaturverhältnisse möglich, mit Winterwetter hat das aber wenig gemeinsam - vielmehr könnten die Temperaturen mit +3/+8 Grad in dem für die Jahreszeit auch zu milden Bereich liegen. Erst im zweiten Dezember-Drittel zeigen sich auch wieder vermehrt winterliche Varianten.

Das wohl entscheidende "Zünglein an der Waage" ob eine milde Südwestwetterlage kommt oder nicht, wird aber wohl der Polarwirbel und dessen Zustand sein. Schaut man sich den sog. AO-Index und NAO-Index an, so sind diese nahezu "orientierungslos", kommen aber aus dem deutlich negativen Bereich durchaus in den neutralen bis positiven Bereich. Sprich: eine Wandlung des Polarwirbels hin zu einem stabileren Zustand ist durchaus möglich, wobei sich daraus aber keine Aussage über den Zustand des Winters im zweiten Dezember-Drittel über Mitteleuropa treffen lässt.

Die Wettermodelle berechnen weiterhin Hochdruckeinschübe in Richtung Nordpol - mal geschieht das mehr von den Aleuten, mal mehr von sibirischer Seite aus - einigermaßen Stabil wird hingegen das Hochdrucksystem auf der gegenüberliegenden Seite im Bereich zwischen Island, England, den Azoren und Portugal berechnet. Eine Dipolausbildung des Polarwirbels ist weiterhin möglich, was einen Polarwirbelsplit zum zweiten Dezember-Drittel nicht unwahrscheinlich macht und wurde in den letzten Tagen bereits immer wieder einmal simuliert. Sollte das gelingen, kann - unter entsprechenden Voraussetzungen - alles recht schnell gehen. Entweder Deutschland liegt auf der warmen, oder aber auch kalten Seite des Trogvorstoßes, was zum heutigen Stand aber noch einen spekulativen Charakter hat. Nichtsdestotrotz sorgen die Hochdrucksysteme für weitere Störimpulse gegen einen sich möglichweise stabilisierenden Polarwirbel. Man wird weiterhin abwarten müssen, wie sich der Winter entwickeln kann und wie lange eine möglicherweise milde Hochdruckwetterlage oder Südwestwetterlage anhalten wird.

Das Langfristmodell ist jedenfalls von den jüngsten Entwicklungen unbeeindruckt. Der Dezember soll nach der aktuellen Wettervorhersage des Langfristmodells mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert normal, der Januar 2017 mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad leicht zu mild und der Februar 2017 mit einer Abweichung von +1/+2 Grad zu warm ausfallen. Im Schnitt also ein leicht zu warmer Winter 2016/17.

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