Der Start in die neue Woche fällt relativ frisch aus und ermöglicht mancherorts -trotz Sonnenschein - den ersten Dauerfrost. Milder wird es aber ab der Wochenmitte und von Norden her kann die Niederschlagsneigung zunehmen. Ab Samstag kann es von Norden her wieder kühler und trockener werden (Details s. Wettervorhersage Dezember).

Betrachtet man die Großwetterlage am 3. Dezember, so liegt über England ein Hochdrucksystem, während über Schweden und Finnland ein Tiefdrucksystem im Begriff ist, nach Süden abzutropfen und somit im Verbund mit dem Hochdrucksystem erneut kühle Luftmassen nach Süden zu führen. Deutschland, Österreich und die Schweiz geraten dabei mehr und mehr in den Einflussbereich des Hochdrucksystems, was die Neigung zu Nebel und Hochnebel ansteigen lassen kann. Lediglich der Nordosten von Deutschland kann vom abtropfenden Tiefdrucksystem gestreift werden, was dort neben starker Bewölkung auch zeitweilige Niederschläge im Zeitraum vom 4./6. Dezember zur Folge haben kann. Wie kalt kann es werden? Je nach Sonnenscheindauer sind Tageshöchstwerte zwischen +4/+8 Grad über dem Nordwesten, sonst zwischen +0/+5 Grad zu erwarten und bei länger andauerndem Nebel ist mit -1/+2 Grad auch Dauerfrost nicht auszuschließen. Die Schneefallgrenze kann über dem Nordosten zwischen 300-700 Meter herum schwanken.

In der Zwischenbilanz zeigt sich bis zum 6. Dezember ein durchwachsender Wettercharakter, welcher vor allem über dem Norden für zeitweilige Niederschläge sorgen kann, während über dem Süden kaum Niederschläge zu erwarten sind. Deutlicher zeigt sich das anhand der simulierten Niederschlagssummen bis einschließlich dem 5. Dezember. So sind etwa östlich der Linie Bremen - Berchtesgaden 10-20 l/m², am östlichen Mittelgebirgsrand auch 20-40 l/m² möglich, während westlich der Linie mit 0,5-5 l/m² nur mit wenig Niederschlag gerechnet werden kann.

Wann kommt der Winter? Bis zum 6. Dezember sind sich die Wettermodelle über den nasskalten Temperaturcharakter weitgehend einig und hinsichtlich der Niederschlagsereignisse gibt es im Detail noch ein paar Unsicherheiten und hängt letztlich von der genauen Hochdruckposition ab. Im Zeitraum vom 6./8. Dezember berechnet das europäische Wettermodell ein Verbleib des Hochdrucksystem über dem mitteleuropäischen Bereich und kann sich von England, über Deutschland bis über das westliche Russland erstrecken. In Folge daraus ist mit einem ruhigen und weiterhin zu Nebel und Hochnebel neigenden Wettercharakter zu rechnen. Die Tageswerte können meist im Bereich zwischen -2/+6 Grad schwanken.

Etwas anders ist die Simulation des amerikanischen Wettermodells, welches den hohen Luftdruck über Mitteleuropa bis zum 8. Dezember allmählich abschwächt und stattdessen ein gradientenschwaches Tiefdrucksystem über England, Deutschland und dem östlichen Europa positioniert. Im gleichen Zeitraum verlagert sich der hohe Luftdruck zum einen von den Azoren über England bis nach Island und mit einem schwachen Hochdruckkeil vom westlichen Russland bis über das südliche Skandinavien reichend. Im Zusammenspiel der Wettersysteme zueinander können aus östlichen Richtungen relativ kalte Luftmassen nach Deutschland geführt werden, so dass die Tageswerte vom 8./12. Dezember verbreitet mit -4/+1 Grad im Dauerfrostbereich liegen können. Hier und da wäre auch etwas Schneefall nicht auszuschließen, ist aber zum heutigen Stand weniger wahrscheinlich.

Man sieht aber an der Entwicklung der Simulationen der Wettermodelle, dass weiterhin ein meridionales Zirkulationsmuster zu erkennen ist. Mit anderen Worten: eine Westwindwetterlage hat kaum Chancen sich im ersten Dezember-Drittel durchzusetzen. Eher das Gegenteil ist nach den aktuellen Berechnungen der Fall. Schaut noch etwas weiter in die Zukunft, so erkennt man beim amerikanischen Wettermodell ein sich auf dem Atlantik aufwölbendes Hochdrucksystem, welches sich von den Azoren bis nach England/Skandinavien in einer von Südwest nach Nordost verlaufenden Hochdruckachse positionieren kann. Deutschland, Österreich und die Schweiz würden demnach auf der östlichen Gradientenseite des Hochdrucksystems liegen, so dass im Zeitraum vom 8./13. Dezember weiterhin trockene aber kalte Luftmassen aus nordöstlichen Richtungen herangeführt werden können.

Nun ist das amerikanische Wettermodell in den letzten Tagen nicht gerade für seine Stabilität bekannt und auch heute ist die kältere Variante mit Vorsicht zu genießen. Warum? Die Kontrollläufe zeigen, dass der Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells im unsteteren Bereich aller möglichen Varianten liegt. Deutlicher zeigt sich das anhand am Temperaturspektrum, welches am 8. Dezember zwischen -5/+10 Grad (Mittelwert: +5 Grad über dem Norden und Westen und +3/+4 Grad über dem Süden und Osten) und am 13. Dezember zwischen -5/+10 Grad (Mittelwert: +3/+5 Grad). Blickt man auf die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+1) / normal (+2/+6) / zu warm (>+7), und vergleicht diese mit gestern, so liegen diese am 7. Dezember bei 20/60/20 (gestern: 25/55/20) und am 12. Dezember bei 30/45/25 (gestern: 15/45/45) in einem sehr ausgewogenen Verhältnis um das normale Spektrum herum. Wie ist das zu interpretieren? Der Entwicklungsspielraum bleibt im Zeitraum vom 5./13. Dezember in alle Richtungen offen und anhand des wahrscheinlich meridionalen (Nord-Süd, Süd-Nord) Zirkulationsmusters ist davon auszugehen, das es entweder sehr mild oder kalt werden kann - weniger wahrscheinlich sind "normale" Temperaturwerte. Gegen 20:45 Uhr erfolgt an dieser Stelle eine kurze Aktualisierung der Winterprognose, dann u.a. auch mit der Betrachtung des AO- und NAO-Index, dem Zustand des Polarwirbels, der aktuellen Wettervorhersage Winter des Langfristmodells und den jüngsten Entwicklungen in den Simulationen der Wettermodelle.
Update Wetter Winter 2016/17:
Das amerikanische Wettermodell berechnete im Tagesverlauf das Hochdrucksystem über den Bereich bei England. Je nachdem wie nah das Hochdrucksystem an Deutschland herankommen kann, desto mehr ist mit Nebel und Hochnebel zu rechnen. In der Höhe "füllt" sich das Hochdrucksystem mit wärmeren Luftmassen, so dass nach dieser Berechnung eine Inversionswetterlage im Zeitraum vom 5./12. Dezember nicht auszuschließen wäre. Nichtsdestotrotz wurde aus einer zu kalten Variante im Verlauf des Tages eine gegenüber dem Jahreszeit-typischen Wert normale Variante berechnet (+2/+7 Gad, bei Nebel -1/+4 Grad).

Das europäische Wettermodell berechnet ebenfalls - wie bereits seit Tagen - das Hochdrucksystem im Bereich zwischen England, Deutschland und dem östlichen Europa. Insofern haben sich die Simulationen der Wettermodelle heute Abend einmal angeglichen

Schaut man auf die Kontrollläufe, so ist über dem Süden und Westen eine nur geringe Niederschlagsneigung im Zeitraum vom 1./10. Dezember zu erkennen, welche nach Osten und Norden hin mäßig erhöht ausfallen kann. Mit anderen Worten ist die Variante Hochdruck über England derzeit eine wahrscheinlichere Variante.

Der Polarwirbel wird nach beiden Wettermodellen weiterhin in einer schwachen Verfassung berechnet. In manchen Varianten zeigt sich im Zeitraum vom 9./13. Dezember ein Vorstoß eines Hochdrucksystems zwischen Alaska und den Aleuten in Richtung Nordpol um sich auf der gegenüberliegenden Seite mit einem Hochdruckkeil des Azorenhochs, bzw. dem Hoch bei England (oder auch Island) zu verbinden. In Folge dessen erfährt der Polarwirbel selbst eine Dipolausbildung, was letztlich zu einem Polarwirbelsplit zwischen den Aleuten führen kann. Das könnte eine ernsthafte Diskussion darüber eröffnen, ob eine winterliche Zeit über Mitteleuropa im zweiten Dezember-Drittel möglich erscheint. Warum? Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen weitgehend auf der östlichen Gradientenseite des Hochdrucksystems, so dass aus nordöstlichen Richtungen kalte Luftmassen arktischen Ursprungs herangeführt werden können. Andersherum besteht natürlich auch die Möglichkeit einer deutlich zu warmen Temperaturperiode im zweiten Dezember-Drittel, sollte der Hochdruckkeil weiter östlich nach Norden streben, denn in diesem Fall würde Deutschland, Österreich und die Schweiz auf der westlichen und damit südlichen bis südwestlichen Anströmungsseite des Hochdrucksystems liegen können. Insofern mag das als Erklärung dafür dienen, warum die Simulationen - insbesondere des amerikanischen Wettermodells - derzeit so sprunghaft sind.

Der AO-Index zeigt im ersten Dezember-Drittel eine Wandlung vom negativen hin zum positiven Wert, fällt aber zum Beginn des zweiten Dezember-Drittels wieder in den neutralen bis negativen Bereich ab. Der NAO-Index bewegt sich im negativen bis neutralen Bereich.

Das Langfristmodell berechnet den Dezember 2016 mit einer Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5/+0,5 Grad im normalen Bereich, mit dem Trend über Norddeutschland mit -1/-0,5 Grad leicht zu kalt und mit +0,5/+1 Grad über dem Süddeutschland leicht zu mild auszufallen. Der Januar 2017 wird über dem Norden mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad simuliert, während südlich der Mittelgebirge die Abweichung mit +0,5/+1 Grad auch im leicht zu milden Bereich liegen kann. Im Februar 2017 bleibt die Abweichung - wie bereits in den letzten Wochen - mit +1/+2 Grad im zu warmen Bereich. Betrachtet man die noch dazugehörige Niederschlagserwartung, so zeigt sich ein leicht positiver Dezember (etwas zu nass) und ein normaler Januar und Februar 2017.

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