Zwar werden die Temperaturen in den kommenden Tagen spürbar kühler und mancherorts ist auch mit Dauerfrost zu rechnen, mit Winter hat das aber noch wenig gemeinsam. Denn bereits Anfang Dezember zeigt sich mit Tageswerten zwischen +2/+6 Grad, bzw. +4/+8 Grad eine weitgehend nasskalte Temperaturentwicklung (Details s. Wetter Dezember).

Im Zeitraum zwischen dem 4./10. Dezember zeigten die Simulationen der Wettermodelle in den letzten Tagen wenig einheitliches, wenngleich sich seit gestern im Trend ein südwestlich orientiertes Zirkulationsmuster erkennen lässt. Das amerikanische Wettermodell berechnet heute den Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland, was die "Wetterküche" dort in Schwung bringen kann. Gleichzeitig wird der hohe Luftdruck über Mitteleuropa ab dem 4. Dezember mehr und mehr abgebaut, so dass sich die atlantische Frontalzone bis nach Skandinavien durchsetzen kann. Nachfolgend ergibt sich eine gut strukturierte Tiefdruckrinne von Neufundland bis nach Skandinavien reichend, während sich der hohe Luftdruck über die Mittelmeerregion zurückziehen kann. In Folge dieser Wetterentwicklung entsteht so im weiteren Verlauf des ersten Dezember-Drittels eine südwestlich orientierte Großwetterlage, was einen Wintereinbruch wenig wahrscheinlich macht. Zwar kann die Südwestwetterlage auch auf West kippen, aber auch das hätte allenfalls mehr Wind und Regen bei leicht zurückgehenden Temperaturen zur Folge.

Etwas anders sind die Berechnungen des europäischen Wettermodells. Hierbei ist noch nicht ganz klar, wie sich die Druckverhältnisse im ersten Dezember-Drittel über Deutschland, Österreich und der Schweiz verteilen werden. Aber auch hier zeigt sich eine erhöhte Wetteraktivität auf dem Atlantik, wenngleich die Tiefdruckrinne südlicher als wie nach dem amerikanischen Wettermodell verlaufen kann und somit neben einer Südwest-/West- auch eine Nordwestwetterlage zulassen könnte. Für die Winterfans im besten Fall also nasskalte Temperaturwerte - insgesamt aber auch wenig winterliche Aussichten bis zum 7. Dezember.

Schaut man sich die Kontrollläufe genauer an, so liegt das Spektrum der Höhentemperaturen in ca. 1.500 Meter zwischen +8/-7 Grad und weisen eine Differenz von 15 Grad aus - Spielraum für die unterschiedlichsten Wetterentwicklungen ist also noch gegeben. Betrachtet man den Mittelwert der Kontrollläufe, so schwankt dieser etwa um die 0 Grad Grenze herum, was in tieferen Lagen Höchstwerte zwischen +4/+8 Grad zur Folge haben kann. Noch deutlicher zeigt sich ein relativ milder Temperaturtrend in den Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+1) / normal (+2/+6) / zu warm (>+7), welche am 7. Dezember bei 25/55/20 und am 12. Dezember bei 15/45/45 liegen und zwischenzeitlich eine bessere Orientierung als in den letzten Tagen geben können.

Der Schlüssel ob kalt, mild, oder nasskalt liegt am Kaltluftvorstoß über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland. Aktuell findet dieser in den Simulationen der Wettermodelle mit höherer Wahrscheinlichkeit im Laufe des ersten Dezember-Drittels statt und hat über Deutschland, Österreich und der Schweiz wohl eine positive Temperaturentwicklung zur Folge. Schaut man sich die Entwicklung des Polarwirbels an, so liegt zum 7. Dezember über Alaska ein Hochdrucksystem, während sich tiefer Luftdruck von der Karasee über Skandinavien bis nach Grönland positionieren kann. Da sich Hochdrucksysteme im und Tiefdrucksysteme gegen den Uhrzeigersinn drehen, wird der aktive Kältepol des Polarwirbels von Sibirien nach Kanada transferiert. Nun besticht der Polarwirbel aber nicht gerade durch seine Stabilität und sorgt entlang seiner Polarfront für eine erhöhte Wellenaktivität, was wiederum Trogwetterlagen wahrscheinlicher macht. Im Kern wird es darum gehen, ob sich mit der Verschiebung des aktiven Kältepols der Polarwirbel stabilisieren kann, oder ob diese Transformation nicht auch ins Gegenteil umschlagen kann. Es gibt auch schon die ersten Berechnungen, welche das Hoch bei Alaska in Richtung Nordpol vordringen lassen können und den Polarwirbel in zwei Hälften teilt (Dipolausbildung; zwei Polarwirbel; Polarwirbelsplit). Sollte dies der Falls sein, so könnten die Karten im zweiten Dezember-Drittel grundsätzlich neu gemischt werden.

Wir wurden die letzten Tage des Öfteren gefragt, ob wir nicht erste Gedankenspiele zur Wetterentwicklung in der Vorweihnachtszeit und was das für mögliche Auswirkungen auf weiße Weihnachten haben kann. Darauf gehen wir gegen 17:00 Uhr in "Wetter Weihnachten 2016 - Gedankenspiele zu weiße Weihnachten 2016" näher ein und gegen 21:00 Uhr erfolgt an dieser Stelle eine kurze Aktualisierung der Wettervorhersage Winter.
Update Wetter Winter 2016/17:
Vom 1./5. Dezember mit hoher Wahrscheinlichkeit nasskalter Start in den Dezember. Tagestemperaturen liegen nach den gängigsten Varianten der Wettermodelle zwischen +0/+5 Grad, wobei über dem Osten -2/+4 Grad und über dem Westen +4/+8 Grad möglich sind. Etwas Niederschlag ist vor allem am 1./3. Dezember zu erwarten, wobei die Schneefallgrenze zwischen 300-800 Meter schwanken kann. Im Zeitraum vom 4./8. Dezember unterschiedliche Varianten der Wettermodelle.

Das amerikanische Wettermodell berechnet einen höheren Einfluss der atlantischen Tiefdrucksysteme, während das europäische Wettermodell ein Hochdrucksystem über Mitteleuropa favorisiert. Beide Varianten haben aber nur mäßig milde Temperaturen zu Folge. Bspw. am 7. Dezember zwischen +6/+11 Grad über dem Westen und +1/+7 Grad über dem Osten. Nach dem europäischen Wettermodell steigt die Neigung zu Nebel und Hochnebel an, so dass die Tageshöchstwerte bei länger andauerndem Nebel mit +0/+4 Grad auch etwas kühler ausfallen können. Insgesamt ist die Wetterlage wenig winterlich.

Im Zeitraum vom 7./13. Dezember berechnet das amerikanische Wettermodell ein Hochdrucksystem im Bereich zwischen England und Skandinavien, was kühlere Luftmassen nach Süden führen könnte. Das ist im Detail aber weniger entscheidend - wichtiger ist heute Abend die Erkenntnis, dass sich auch noch im zweiten Dezember-Drittel ein meridionales Zirkulationsmuster behaupten könnte. Anders formuliert ist ein nachhaltiger Wintereinbruch im ersten Dezember-Drittel weniger wahrscheinlich, nimmt aber zum Ende des ersten Dezember-Drittels /Anfang des zweiten Dezember-Drittels zu.

Die Kontrollläufe bestätigen diesen Trend von einem möglichen Wintereinbruch Anfang des zweiten Dezember-Drittels nicht und berechnet mit großer Mehrheit einen Mittelwert, welcher sich mit +4/+6 Grad knapp über dem Jahreszeit-typischen Wert orientiert.

Die Simulationen des Polarwirbels zeigen - je nach Variante - eine kräftige Störung bis hin zu einer Normalisierung. Entsprechend zeigt sich der AO-Index Wert uneinheitlich in zwei Richtungen entwickelnd: positiv und negativ. NAO-Index hat hingegen eine neutrale bis leicht positive Tendenz. Zonale Winde Anfang Dezember leicht negativ, ab dem 5. Dezember mit positiven Trend. Anders formuliert stützt das in Summe die wenig winterliche Witterung im ersten Dezember-Drittel.

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