Am Sonntag sind über dem Nordwesten und am Montag noch über dem Westen zeitweilige Niederschläge zu erwarten, sonst wird der Grundcharakter beim Wetter bis zur Wochenmitte zunehmend trockener und auch sonniger. Der Wind spielt am Sonntag etwa nördlich der Linie Saarbrücken - Berlin eine Rolle und sorgt mit Windgeschwindigkeiten von 20-50 km/h über tieferen Lagen und 30-90 km/h über exponierten Lagen für stürmischen Böen. Insgesamt steigt das Temperaturniveau an und liegt mit Tageshöchstwerten von +10/+15 Grad, örtlich bis +18 Grad etwa um 4/12 Grad über dem langjährigen Mittelwert.

Der Grund für die Advehierung warmer Luftmassen ist ein Tiefdruckkomplex, welcher sich bis zum kommenden Mittwoch von Skandinavien bis über die westliche Mittelmeerregion erstreckt und im Verbund mit einem kräftigen Hochdrucksystem über dem westlichen Russland und Osteuropa den Warmlufttransport aus südlichen Richtungen in Gang setzen kann.

Bis zum 25./26. November stimmen die Simulationen der Wettermodelle noch überein, differenzieren sich aber im Zeitraum darüber hinaus. So kann bis zum 26. November das Azorenhoch einen Hochdruckkeil über England bis zum Hoch über dem westlichen Russland aufbauen, was das Tiefdrucksystem über Portugal/Spanien vom Tiefdruckkomplex über Skandinavien abschnürt. Das hat für das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz zunächst noch wenig Konsequenzen - es bleibt bei einer schwachen Niederschlagserwartung für die Jahreszeit ungewöhnlich mild.

Im Zeitraum vom 26./30 November berechnet das amerikanische Wettermodell die Verstärkung hohen Luftdrucks im Bereich zwischen Island/England, und berechnet zur gleichen Zeit den Abbau des Hochdrucksystems über dem westlichen Russland. Das wiederum gibt einem Tiefdrucksystem über der Barentssee/Karasee die Möglichkeit im Verbund mit dem hohen Luftdruck kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden zu führen. Nach den aktuellen Berechnungen wird der Kaltluftzustrom über dem südlichen Skandinavien durch das Hochdrucksystem bei England blockiert und im weiteren Verlauf bis Ende November über das westliche Russland/Osteuropa abgelenkt. Deutschland verbliebe somit im milden Einflussbereich des Hochdrucksystems.

Anders die Berechnungen des europäischen Wettermodells. Nach diesen Berechnungen verlagert das Hoch bei England seine Achse in Richtung europäisches Nordmeer, während östlich davon das Tiefdrucksystem sich direkt über Skandinavien befinden kann. Somit liegt das gesamte System etwas weiter westlicher, was den Kaltluftzustrom Ende November bis über Deutschland, Österreich und der Schweiz ermöglichen könnte. Ob das für Schnee bis in tieferen Lagen reichen wird, bleibt abzuwarten, aber die Schneeoptionen ab den mittleren Lagen (400-800 Meter) steigen nach diesen Berechnungen an.

Die Kontrollläufe stützen - wie bereits seit Tagen - einen sich Ende November normalisierenden Temperaturtrend. Der Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells zählt dabei zu den wärmeren Varianten - gut möglich also, dass sich das in den kommenden Stunden noch verändern mag. So liegt das Temperaturspektrum am 1. Advent (27. November) zwischen +2/+8 Grad (Mittelwert: +5/+7 Grad) und am 30. November zwischen -3/+8 Grad (Mittelwert: +3/+4 Grad). Der Temperaturtrend bis Ende November ist somit sehr wahrscheinlich geworden: von deutlich zu warm in Richtung normal (nasskalt) - ob es für ein paar Schneeflocken reicht, bleibt abzuwarten. Was sich daraus alles für ein Wetter Anfang Dezember ergeben kann, klären wir gegen 16:00 Uhr in einem neuen Wettertrend Wetter Dezember.

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