Ein durchaus unbeständiger Wettercharakter ist bis zum kommenden Wochenende zu erwarten und am Sonntag könnte es unter bestimmten Voraussetzungen über dem Westen und Nordwesten auch die ersten Starkwindereignisse geben, welche im Detail noch von der genauen Position des Tiefdrucksystems abhängig sind. Die Temperaturen steigen allgemein auf +7/+11 Grad an und können zeitweilig über dem Westen und Osten mit +10/+14 Grad auch darüber liegen (Details s. Wetter November).

Das Tiefdrucksystem, welches möglicherweise für die ersten Sturmböen in diesem Herbst über Deutschland verantwortlich sein kann, entstammt von einem Tiefdruckzentrum zwischen Grönland und Skandinavien und entsteht auf dessen südlichen Gradienten am Freitag als Welle südlich von Grönland, erreicht am Samstagabend bereits England und liegt am Sonntagabend im Bereich zwischen England, Deutschland und Skandinavien. Westlich und östlich des Tiefdruckzentrums positionieren sich Hochdrucksysteme, was die Großwetterlage bis zum 23. November relativ stabil gestalten kann.

Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen somit im Zeitraum vom 20./24. November zwischen den Fronten des Hochdrucksystems über dem Osten und des Tiefdrucksystems, bzw. der Tiefdrucksysteme über dem Westen, was zu einer relativ warmen, teils sehr warmen Südanströmung der Luftmassen führen kann. Tageswerte zwischen +7/+13 Grad, örtlich auch noch darüber wären nicht auszuschließen. Mit anderen Worten: Winterwetter oder eine nasskalte Witterung hat nur wenig bis keine Wahrscheinlichkeiten in diesem Zeitraum vorzuweisen.

Soweit sind sich die Wettermodelle einig. Darüber hinaus berechnet das europäische Wettermodell bis zum 26. November eine Verlagerung des Hochdrucksystems auf dem Atlantik nach England mit der Tendenz eine Hochdruckbrücke mit dem Hochdrucksystem über dem westlichen Russland aufzubauen. Das schnürt den Trog vor Mitteleuropa ab, was das Tiefdrucksystem in Richtung der Mittelmeerregion abdrängt. Deutschland, Österreich und die Schweiz würden in diesem Fall aber in einer milden Südostanströmung der Luftmassen verbleiben können.

Das amerikanische Wettermodell berechnet einen anderen Ablauf der Wetterentwicklung. So mäandrieren die Gradienten der Systeme zunehmend (verschlungen) und gestalten sich in der Form, als das über der Mittelmeerregion und den Azoren jeweils ein schwaches Tiefdrucksystem liegt, während sich im Bereich zwischen dem südlichen Grönland und Island hoher Luftdruck aufbauen kann. Gleichzeitig sorgt ein Tiefdrucksystem über der Karasee im Verbund mit dem hohen Luftdruck für einen neuerlichen Kaltluftvorstoß arktischer Luftmassen in Richtung Russland. In Folge daraus liegt Deutschland, Österreich und die Schweiz noch weitgehend im Einflussbereich des Tiefdrucksystems über der Mittelmeerregion, was mäßig mildes und bis Ende November auch für nasskalte Optionen beim Wetter sorgen kann.

Das Wort mäandrieren sorgt bei einigen unter Ihnen für die Erkenntnis, das mit dem "normalen" Zirkulationsmuster etwas nicht stimmen mag. Denn das übliche Zirkulationsmuster ist von West nach Ost ausgerichtet. Liegt nun aber im Bereich zwischen Grönland, Island und Skandinavien ein Hochdrucksystem, so kehrt sich das Zirkulationsmuster auf Ost-West um und ist umgangssprachlich "gestört". Je länger diese Störung anhält, desto nachhaltiger wird sie - der Westdrift bleibt aus und die Wettersysteme verlieren an Dynamik und die Gradienten mäandrieren zueinander (verschlungen, chaotisch, wenig geordnet). Das eröffnet wiederum Optionen für kältere Wetterlagen - insbesondere in den Wintermonaten. Aktuell wird das von den Wettermodellen bis Ende November noch nicht gestützt. Was sich daraus aber alles für Wetterlagen Ende November, Anfang Dezember ergeben können, klären wir gegen 17:00 Uhr in einem ersten Witterungstrend zum Wetter Dezember.

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