In den kommenden Tagen wird es bis einschließlich Mittwoch spürbar milder. Die Tageswerte können bei einem zunehmend unbeständigen Wettercharakter mit Wind aus südwestlichen Richtungen +7/+12 Grad erreichen und sind um etwa 4/8 Grad wärmer als die aktuellen Temperaturen (Details s. Wettervorhersage November).

Nach einer ruhigeren Wetterphase vom heutigen Samstag bis zum Montag wird das Wetter darüber hinaus zunehmend unbeständiger und auch milder. Der Grund hierfür ist das seit Tagen beschriebene Tiefdrucksystem im Bereich zwischen Island, Grönland und Skandinavien, welches im Verbund mit dem sich abschwächenden Hochdruckkeil des Azorenhochs relativ milde und feuchte Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann. Dass das Tiefdrucksystem kommen wird, gilt als sehr wahrscheinlich, da beide Wettermodelle dieses Tiefdrucksystem in ihren Simulationen berücksichtigen - allerdings in unterschiedlichen Positionen, was Auswirkungen auf die weitere Wetterentwicklung haben kann.

Das amerikanische Wettermodell berechnet im Bereich zwischen dem östlichen Skandinavien und dem westlichen Russland ein Hochdrucksystem, welches sich dem Tiefdruckgebiet entgegenstellt und dieses nahezu an Ort und Stelle blockieren kann. In Folge daraus neigt das Tiefdrucksystem dazu, sich nach Süden hin auszudehnen und somit das Zirkulationsmuster zu meridionalisieren (Nord-Süd, Süd-Nord). Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen nach diesen Berechnungen zwischen den Fronten in einer relativ milden Südanströmung der Luftmassen. Der Tiefdruckschwerpunkt verlagert sich vom 18. November vom westlichen Skandinavien bis zum 25. November über England, so dass entlang der südlichen Gradienten auch aktiv-dynamische Wetterentwicklungen (Gradientenstark) möglich sind. Mit anderen Worten sind auch windige, teils stürmische Wetterphasen nicht ganz auszuschließen. Wie mild kann es denn werden? Im Schnitt werden Temperaturen zwischen +8/+12 Grad in Aussicht gestellt, was in etwa um 4/7 Grad für die Jahreszeit zu warm ist.

Das europäische Wettermodell positioniert den Tiefdruckkern etwas weiter östlicher, so dass die Grundströmung über Deutschland von 17./21. November nicht aus südlichen - wie nach dem amerikanischen Wettermodell - sondern aus westlichen bis nordwestlichen Richtungen erfolgen kann. Im Ergebnis wäre demzufolge mit einem unbeständigen, teils windigen und nasskalten Wettercharakter zu rechnen, so dass die Tageswerte im durchaus Jahreszeit-typischen Bereich liegen können.

Die Gemeinsamkeiten beider Wettermodelle liegen in der vom 17./21. November unbeständigen Witterung. Die unterschiedliche Positionierung des Tiefdrucksystems wird im Detail aber darüber entscheiden, ob mit Jahreszeit-typischen oder zu warmen Temperaturwerten zu rechnen ist. So liegt das Temperaturspektrum der Kontrollläufe am 20. November zwischen +4/+11 Grad (Mittelwert: +5/+6 Grad) und am 26. November zwischen +0/+10 Grad (Mittelwert: +4/+6 Grad). Somit liegt der Mittelwert durchaus in dem für die Jahreszeit normalen Bereich. Deutlicher zeigt sich der normale Temperaturtrend anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+4) / normal (+5/+10) / zu warm (>+11), welche am 22. November bei 20/65/15 und am 27. November bei 35/60/5 liegen können.

Interessant ist und bleibt die Simulation des europäischen Wettermodells des Polarwirbels, welches zum 19. November bereits seit Tagen eine Dipolausbildung berechnet ("zwei Polarwirbel"). Dabei zwängt sich im Bereich zwischen Sibirien über den Nordpol hinweg bis zur "gegenüberliegenden" Seite nach Alaska hoher Luftdruck durch den Polarwirbel und spaltet diesen für einen kurzen Moment in zwei Hälften. Nichts nachhaltiges, zeigt aber dennoch, wie es derzeit um den Polarwirbel bestellt ist. Das amerikanische Wettermodell stützt die Variante des europäischen Wettermodells im übrigen nicht, berechnet den Polarwirbel bis zum 17. November aber ebenfalls in einer instabilen Verfassung und lässt ihn darüber hinaus zunehmend stabiler erscheinen. Warum ist das für unser Wetter so wichtig, als dass wir das immer wieder einmal erwähnen? Ein instabiler Polarwirbel hat eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein meridionales Grundmuster beim Wetter und verhindert zumeist eine milde Westwindzirkulation. Stabilisiert sich der Polarwirbel, so werden West- und Südwestwetterlagen wahrscheinlicher.

Hinweis in eigener Sache: Morgen erscheint an dieser Stelle gegen 17:00 Uhr der Dritte Teil unserer Reihe: "Wie wird der Winter 2016/17" in Betrachtung der Randfaktoren, bzw. der sog. Setups (Teil 1: statistische Betrachtung | Teil 2: Erhaltungsneigung und Ausgleichsverhalten).

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