Bis zum Wochenende sind insbesondere über dem Süden noch Niederschläge zu erwarten, während es nördlich der Mittelgebirge weitgehend trocken bleiben kann (mit Ausnahme der Küstenregionen). Ab Samstag lassen dann voraussichtlich auch über dem Süden die Niederschläge nach, so dass bis einschließlich Montag - nach Auflösung teils zäher Nebelfelder - häufiger die Sonne zum Vorschein kommen kann. Die Temperaturen steigen über dem Süden mit +3/+7 Grad allgemein etwas an, bleiben aber über dem Norden mit +0/+5 Grad im kühleren Bereich (Details s. Wettervorhersage November).

Im Zeitraum vom 13./15. November berechnen beide Wettermodelle einen Hochdruckkeil des Azorenhochs bis nach Deutschland reichend, so dass die Niederschlagsneigung in diesem Zeitraum abnehmen und die Neigung zu zähen Nebel- und Hochnebelfelder zunehmen kann - löst sich der Nebel auf, so kann häufiger die Sonne zum Vorschein kommen.

Betrachtet man die Großwetterlage, so liegt über den Azoren und über dem Bereich der Barents- und Karasee jeweils ein Hochdrucksystem, gleichzeitig formiert sich aber zum 14. November über dem Bereich Grönland, europäisches Nordmeer ein kräftiger Tiefdruckkomplex. Und ab diesen Zeitpunkt differenzieren sich die Simulationen der Wettermodelle.

Das amerikanische Wettermodell berechnet den Abbau des Hochdruckkeils von den Azoren bis über Deutschland, so dass Tiefdrucksysteme vom Atlantik kommend auf Deutschland, Österreich und der Schweiz vom 15./26. November übergreifen können. Beide Hochdrucksysteme bleiben dabei auf ihren Positionen, so dass über Mitteleuropa eine "Lücke" entsteht, in welche die Tiefdrucksysteme aus nordwestlichen Richtungen kommend vorstoßen können. So ist demnach nur für eine kurze Zeit vom 16./19. November mit einer windigen und mäßig milden Westwindwetterphase zu rechnen, welche darüber hinaus in eine meridionale, nordwestlich ausgerichtete Grundströmung übergehen und bei einer anhaltend hohen Niederschlagsneigung für nasskalte Temperaturen sorgen kann (ähnlich wie in den letzten Tagen).

Das europäische Wettermodell simuliert einen Hochdruckkeil des Azorenhochs bis zum Hochdrucksystem über der Karasee reichend quer über Mitteleuropa. In Folge daraus können es die Tiefdrucksysteme schwerer haben, sich bis nach Mitteleuropa durchzusetzen und könnte im Zeitraum vom 14./17. November für relativ ruhiges und mildes Wetter über weiten Teilen von Deutschland sorgen - mit Ausnahme des Nordens, wo sich zeitweilig die Tiefdrucksysteme mit Niederschlag durchsetzen könnten.

Die Kontrollläufe stützen eine sich beruhigende Wetterphase im Zeitraum vom 14./16. November mit einer gering ausgeprägten Niederschlagsneigung und Temperaturen zwischen +3/+7 Grad. Darüber hinaus steigt die Niederschlagserwartung bis zum 25. November an und ist über dem Norden und Westen stärker ausgeprägt, als über dem Süden und Osten. Das Temperaturspektrum schwankt im durchaus dem Jahreszeit-typischen Bereich entsprechend und liegt am 19. November zwischen +0/+13 Grad (Mittelwert: +6 Grad über dem Norden und Osten und +7/+8 Grad über dem Süden und Westen) und am 24. November zwischen -4/+14 Grad (Mittelwert: +5/+6 Grad über dem Norden und Osten und +6/+7 Grad über dem Süden und Westen). Zusammenfassend zeigt sich zum heutigen Stand eine höhere Wahrscheinlichkeit für den Fortbestand der unbeständigen und nasskalten Wetterlage bis in das letzte November-Drittel hinein. Heute Abend erfolgt gegen 20:45 Uhr an dieser Stelle ein kurzes Update mit einem Blick auf die Entwicklung des Polarwirbels.
Update Wetter Winter 2016 / 17:
Der Polarwirbel bleibt nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells instabil. So sorgt ein Hochdrucksystem über dem westlichen Russland / Sibirien immer wieder für Hochdruckkeile in Richtung Polregion, während zeitgleich das Azorenhoch in relativ guter Verfassung keine Hochdruckbrücke zum Kontinentalhoch aufbauen kann. In Folge daraus bleiben die Wellenbewegungen mit einem meridionalen Grundmuster (Nord-Süd, Süd-Nord) mit höherer Wahrscheinlichkeit über Mitteleuropa erhalten.

So berechnet das amerikanische Wettermodell im Zeitraum vom 15./20. November kurzweilig eine westlich orientierte Grundströmung, welche bis zum 20. November nach Süden abtropft und bis zum 24. November für ein relativ mildes Vorderseitenwetter sorgen kann. Gleichzeitig wird aber auch die Ausdehnung des Kontinentalhochs bis über Skandinavien und England simuliert, was weiterhin kalte Luftmassen über das östliche Europa und dem westlichen Russland nach Süden führt. Mit anderen Worten festigt sich dort der Winter so langsam und mit entsprechendem Kältenachschub bleibt ein Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum nicht unwahrscheinlich.

Das europäische Wettermodell berechnet den Polarwirbel ebenfalls wenig stabil und weist zum 18. November auch eine Wahrscheinlichkeit für eine Dipolausbildung (zwei Polarwirbel) aus. Sollte das gelingen, so wäre ein Polarwirbelsplit nicht auszuschließen. Die Berechnungen des europäischen Wettermodell simulieren im Zeitraum vom 14./18. November eine milde Vorderseitenanströmung der Luftmassen über Deutschland, Österreich und der Schweiz, welche nachfolgend bis zum 20. November in eine kühlere Nordwestwetterlage übergehen könnte.

Der AO-Index weist im letzten November-Drittel eine neutrale Tendenz aus, was die oben angeführten Simulationen nur bedingt stützt - aber auch der NAO-Index liegt im letzten November-Drittel überwiegend im neutralen Bereich. Letztlich zeigten sich in den heutigen Simulationen kaum Varianten einer sich durchsetzenden Westdrift - vielmehr zeigt sich eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine anhaltend nasskalte Witterung im letzten November-Drittel.

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