Nasskaltes Wetter ist in den kommenden Tagen bis einschließlich Freitag zu erwarten. So steigen die Tageshöchstwerte verbreitet auf +1/+5 Grad an und können zwischenzeitlich mit bis +8 grad über dem Westen und Südwesten auch darüber liegen. Die Schneefallgrenze bewegt sich zumeist in Höhenlagen zwischen 500-800 Meter, kann aber auch in den Nächten und bei entsprechender Intensität bis auf tiefere Lagen hinab in Schnee übergehen. Etwa oberhalb von 500-700 Meter kann sich bis zum Mittwochabend eine Schneedecke ausbilden, welche bis zum Freitag unterhalb etwa 700-800 Meter wieder abschmelzen kann. Das ist ein typisches Wetterverhalten im November, wenngleich das Temperaturniveau etwas unter dem Jahreszeit-typischen Bereich liegen kann (Details s. Wettervorhersage November).

Im Zeitraum zwischen dem 12./14. November berechnet das amerikanische Wettermodell Tiefdrucksysteme vom östlichen Europa bis über die Mittelmeerregion reichend, welche auf ihrer Rückseite kühlere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und der Schweiz führen können. Gleichzeitig liegt auf den Atlantik im Bereich zwischen den Azoren, Island und England ein gut ausgebildetes Azorenhoch, welches weitere Tiefdrucksysteme aus nordwestlichen Richtungen kommend über Deutschland abtropfen lässt. Somit erhält sich demnach bis zum 14. November der nasskalte Witterungscharakter mit einer erhöhten Niederschlagsaktivität. Im Zeitraum vom 15./17. November kann sich im Bereich zwischen Grönland und Skandinavien ein kräftiges Tiefdrucksystem über dem europäischen Nordmeer positionieren und festigt im Zeitraum zwischen dem 17./20. November seine Position im Bereich zwischen dem europäischen Nordmeer und Skandinavien und kann das Azorenhoch weiter nach Nordwesten abdrängen, was über Grönland bis zu den Azoren herunter zu einer Hochdruckbrücke führen kann. In Folge daraus entsteht ein neuerlicher Abtropfprozess, bei dem es im Detail genau darauf ankommen wird, wo dieser Abtropfprozess von statten gehen kann. Aktuell wird dieser über dem westlichen Europa simuliert, was Deutschland, Österreich und die Schweiz auf die relativ milde Trogvorderseite bringen kann. Geht der Trog weiter östlich "runter", so ist mit wechselhaften und nasskalten Witterungsbedingungen zu rechnen und sollte er noch etwas weiter östlich niedergehen können, so läge Deutschland, Österreich und die Schweiz erneut im Zustrom von kühlen Luftmassen aus nördlichen Richtungen.

Das europäische Wettermodell folgt der Trogvariante des amerikanischen Wettermodells nicht und berechnet im Zeitraum vom 11./15. November den Aufbau einer Hochdruckbrücke zwischen dem Hoch über den Azoren und Skandinavien / westlichen Russland, so dass der Wettercharakter über Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einer nordöstlichen Grundströmung weitgehend ruhig und trocken ausfallen kann. Allerdings steigt in tieferen Lagen die Gefahr von länger andauerndem, bzw. von sich zäh auflösenden Nebel- und Hochnebelfeldern, während es in höheren Lagen durchaus sonnig und mild werden kann.

Die Kontrollläufe berechnen mehrheitlich eine erhöhte Niederschlagserwartung im Zeitraum vom 11./20. November bei einem positiv verlaufenden Temperaturtrend, was nicht gerade die Variante des europäischen Wettermodells stützt. So liegt das Temperaturspektrum am 15. November zwischen -2/+12 Grad (Mittelwert: +7/+8 Grad) und am 20. November zwischen +2/+14 Grad (Mittelwert: +7/+8 Grad über dem Westen, Norden und Süden und +6 Grad über dem Osten). So bestätigt sich insgesamt der positive Temperaturtrend der letzten Tage auch heute, was diese Entwicklung zunehmend wahrscheinlicher macht.

Vergleicht man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+4) / normal (+5/+10) / zu warm (>+11) gegenüber gestern, so liegen diese am 16. November bei 30/45/25 (gestern: 45/45/10) und am 21. November bei 25/55/20 (gestern: 30/55/15) und verdeutlichen den Trend im zweiten November-Drittel in Richtung sich gegenüber dem langjährigen Mittelwert normalisierenden bis leicht zu warmen Temperaturen.

Allerdings - und das sei an dieser Stelle auch ausdrücklich erwähnt - zeigt die Simulation des amerikanischen Wettermodells eine hohe Wellenbewegung entlang der Polarfront und schaut man sich die Berechnungen des Polarwirbels an, so weist dieser eine erhebliche Störung auf, welche im Verlauf des zweiten November-Drittels auch in einem Polarwirbelsplitt enden könnte. Schaut man sich hingegen die Simulation des Polarwirbels vom europäischen Wettermodell an, so erkennt man einen sich stabilisierenden Polarwirbel bis zur Monatsmitte und den Zeitraum darüber hinaus (keine Wellenbewegungen, wenig Instabilität). Der AO-Index - welcher Auskunft über den Zustand des Polarwirbels geben kann - steigt aus dem aktuell negativen Bereich kommend bis zur Monatsmitte in den neutralen Bereich an, sinkt aber darüber hinaus wieder in den leicht negativen Bereich ab. Das ist also in der Tat eine Entwicklung, welche in den kommenden Stunden, bzw. Tage noch für die eine oder andere Überraschung sorgen kann. Aus diesem Grund erfolgt heute Abend gegen 20:45 Uhr an dieser Stelle eine kurze Aktualisierung der Winterprognose 2016/17.
Update Wetter Winter 2016 / 17:
Betrachten wollen wir im abendlichen Update heute einmal den Polarwirbel. Wie bereits heute Nachmittag angedeutet, berechnet das amerikanische Wettermodell den Polarwirbel im zweiten November-Drittel in einer wenig stabilen Verfassung. Warum ist das so bemerkenswert? Im Detail wird es darauf ankommen, ob es dem Westdrift gelingen mag, sich gegen das "störende" Hochdrucksystem zwischen dem Westlichen Russland / Skandinavien durchzusetzen, oder ob das Strömungsmuster insgesamt "gestört" bleibt - denn die üblicherweise dominierende Großwetterlage ist westlich ausgerichtet. Und je länger die Wellenbewegung entlang der Polarfront - aufgrund des instabilen Polarwirbels - anhält, desto Wahrscheinlicher das Ausgleichsverhalten (s. Wie wird der Winter 2016/17: Erhaltungsneigung und Ausgleichsverhalten).

Der AO-index wird mehrheitlich vom 10./15. November als leicht positiv (sich stabilisierender Polarwirbel) berechnet, anschließend wird der Trend aber wieder negativ, so dass der Polarwirbel mit einer höheren Wahrscheinlichkeit weiterhin zu stärkeren Wellenbewegungen entlang der Polarfront neigen könnte, was wiederum Nordwest- bis Nordwetterlagen über Mitteleuropa wahrscheinlicher macht, wenn Mitteleuropa nicht gerade auf der milden Trog- oder Vorderseitenanströmung liegt. Mit anderen Worten ist im Zeitraum vom 13./17. November durchaus einmal ein stärkerer Westdrift mit viel Niederschlag und Wind nicht auszuschließen, im weiteren Verlauf steigt aber die Neigung zu einem sich meridionalisierendem Zirkulationsmuster (Nord-Süd, Süd-Nord). Ob Deutschland, Österreich und die Schweiz dabei auf der warmen Vorderseite, oder gar der kalten Rückseite liegen können, ist noch nicht abzuschätzen.

Die Kontrollläufe von heute Abend stützen einen gegenüber dem Jahreszeit-typischen Wert zu kühlen Temperaturverlauf bis zum 13./14. November. Im Zeitraum vom 14./21. November steigt das Temperaturniveau an und liegt mit seinem Mittelwert zeitweilig um +2/+5 über dem langjährigen Mittelwert im zu warmen Bereich. Dabei ist die Niederschlagsneigung insgesamt erhöht, was für einen Westdrift, bzw. auch Südwestwetterlage spricht.

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