Wetter Winter 2016/2017 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Herbst Winter 2016/2017 - Wetterprognose vom 4. November

Der Winter kann sich ab Sonntag / Montag mit etwas Schneefall und der Ausbreitung einer Schneedecke oberhalb etwa 600-800 Meter und in den Nächten teils bis 300 Meter herunter bemerkbar machen. Der Grund hierfür ist die Kaltluftzufuhr arktischen Ursprungs, welche aus der Zusammenwirkung eines Tiefdrucksystems über der Ostsee und eines Hochdruckkeils von den Azoren bis über das nördliche Skandinavien zustande kommen kann. Ob und wie viel Schnee zu erwarten ist, wird maßgeblich von der Zugbahn des Tiefdrucksystems abhängen (Details s. Wettervorhersage November).

Sollten sich die Simulationen der Wettermodelle aber bewahrheiten, so könnte in Höhenlagen ab ca. 600-800 Meter sich bis einschließlich Mittwoch eine Schneedecke von 1-15 cm, örtlich bis 25 cm ausbilden. In Lagen darunter wird man abwarten müssen, wie sich Temperatur und Niederschlag sich tagsüber verhalten werden - denn kältere Luft bedeutet auch zeitgleich eine schwächere Niederschlagsneigung - dann aber meist in Form von Schauern und dabei kommt es wiederum auf die Intensität der Schauer an (Abkühlungseffekt durch stärkeren Niederschlag).

Gestern simulierte das amerikanische Wettermodell im Zeitraum darüber hinaus vom 10./19. November den Durchbruch eines westlich orientierten Zirkulationsmuster, so dass der Kältebringende Trog über Mitteleuropa abgeschnürt und im Verlauf des zweiten November-Drittels keine Rolle mehr spielt. Diese Simulation wird auch heute berechnet und somit in der Wahrscheinlichkeit gestützt. Den Anfang macht am 9. November ein Tiefdrucksystem der atlantischen Frontalzone bei Island, welches die Hochdruckbrücke des Azorenhochs nach Skandinavien abbaut und somit den Trog abschnürt. Bis zum 12. November positioniert sich die Frontalzone schon über dem skandinavischen Raum. Gleichzeitig setzt sich über dem östlichen Kanada ein Kaltluftstrom von Nord nach Süd in Richtung Neufundland in Bewegung, was die Tiefdruckproduktion - aufgrund der Temperaturgegensätze - auf dem Atlantik in Gang setzen kann. Die Folge daraus ist ein intaktes Wettersystem mit Frontalzone über Skandinavien und einer nachfolgenden - gut ausgebildeten - Tiefdruckrinne von Neufundland über Island bis nach Skandinavien reichend. Somit wären im zweiten November-Drittel gemäßigte - für die Jahreszeit typische - Temperaturen bei einem ungemütlichen und windigen Wettercharakter zu erwarten - Sturmvarianten wären demnach nicht auszuschließen.

Das europäische Wettermodell hatte gestern noch das Hochdrucksystem in stabiler Position bis zum 12. November über Skandinavien berechnet, was den klassischen Westdurchbruch quasi unmöglich hätte machen können. Heute passen sich die Simulationen beider Wettermodelle etwas an. So wird auch nach der Berechnung des europäischen Wettermodells der hohe Luftdruck über Skandinavien im Zeitraum vom 11./14. November abgebaut und die Frontalzone kann sich mehr und mehr bis nach Skandinavien durchsetzen - zwar zeitlich verzögert, aber sie schafft es. Demnach wäre auch nach diesen Berechnungen mit Wind, Regen und gemäßigten Temperaturen im Zeitraum vom 12./15. November zu rechnen.

Die Kontrollläufe stützen weiterhin den Kaltluftzustrom im Zeitraum vom 6./11. November mehrheitlich. So liegt das Spektrum der Temperaturen mit ihrem Mittelwert von +1/+5 Grad (von Süd nach Nord ansteigend) etwa um 3-7 Grad unter dem langjährigen Mittelwert - somit fällt das erste November-Drittel mit hoher Wahrscheinlichkeit zu kalt aus - deutlich zu kalt. Darüber hinaus bestätigt sich ein langsam ansteigender Temperaturtrend auf sich gegenüber dem langjährigen Mittelwert normalisierende Werte. So liegt das Temperaturspektrum am 11. November zwischen -1/+12 Grad (Mittelwert: +5/+7 Grad) und am 18. November zwischen +0/+12 Grad (Mittelwert: +6/+7 Grad). Jetzt werden viele sagen: "da ändert sich doch im Temperaturniveau nichts!". Das ist auch korrekt, nur werden die Temperaturen im zweiten November-Drittel eben kühler und bleiben die Werte konstant, so ergibt sich daraus ein positiv verlaufender Temperaturtrend. Nichtsdestotrotz sind deutlich zu warme Temperaturen im zweiten November-Drittel wenig wahrscheinlich.

Deutlicher zeigt sich das anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+4) / normal (+5/+10) / zu warm (>+11), welche am 14. November bei 35/60/5 und am 19. November bei 30/65/5 liegen. Varianten, welche für Schneefall bis in tiefere Lagen verantwortlich sein könnten, liegen am 14. November bei 10 Prozent und am 19. November bei 15 Prozent. Sollte sich das tatsächlich so durchsetzen können, würde der gesamte November voraussichtlich normal bis zu kühl ausfallen können.

Das Langfristmodell stützt diese Annahme ja bereits seit Wochen und in seiner heutigen Wettervorhersage liegt im November die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert zwischen -0,5/+0,5 Grad im normalen Bereich. Und für den Winter, was berechnet das Langfristmodell in seiner Winterprognose? Der Dezember 2016 soll demnach mit einer Abweichung von +0,5/+2 Grad leicht zu mild bis zu warm, der Januar 2017 mit +1/+3 Grad zu warm bis deutlich zu warm und der Februar mit +1/+2 Grad zu warm ausfallen - auch daran hat sich rückblickend auf die letzten Wochen - seit August - nichts verändert. Wenn das eintritt, wäre das eine erneut starke Leistung des Langfristmodells.

Was macht eigentlich das La Niña Phänomen? Kurz zur Erklärung: nach einem El Niño tritt nachfolgend häufig La Niña ein. Statistisch betrachtet führt La Niña im selbigen Winter mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für einen zu milden/zu warmen Temperaturverlauf, jedoch zeigt sich im anschließenden Winter eine normale bis kühlere Temperaturphase. Mit anderen Worten wäre der Winter 2016/17 bei einer starken La Niña mit höherer Wahrscheinlichkeit zu mild und der Winter 2017/18 normal bis zu kalt zu bewerten. Der aktuelle ENSO-Bericht gibt folgende Auskunft über den Zustand von La Niña:
La Niña is favored to develop (~70% chance) during the Northern Hemisphere fall 2016 and slightly favored to persist (~55% chance) during winter 2016-17.
Frei Übersetzt besteht eine 70 prozentige Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von La Niña im Herbst, aber nur noch zu 55 Prozent über den Winter. Anders formuliert ist La Niña allenfalls als schwach zu bezeichnen und je schwächer, desto weniger Auswirkungen hat sie auch einen möglicherweise zu warmen/milden Winter 2016/17. Eigentlich hatte man nach den sehr starken El Niño Phänomen nun eine ebenso starke La Niña erwartet - das scheint sich nun aber nicht einzustellen.

Was macht der Polarwirbel? Der ist im ersten November-Drittel als instabil zu bezeichnen, was der deutlich negative AO-index auch bestätigt. Allerdings nähert sich der AO-Index im zweiten November-Drittel einem neutralen Wert mit der Tendenz auch leicht positiv auszufallen. Ob sich der Polarwirbel Aufgrund dieser Berechnungen stabilisieren kann, bleibt abzuwarten. Der NAO-Index, welcher Auskunft über einen möglichen Westdrift der Zirkulation geben könnte, steigt im zweiten November-Drittel ebenfalls in Richtung neutral bis leicht positiv an. Das stützt im Wesentlichen die Simulationen der Wettermodelle von normalen Temperaturen, viel Niederschlag und teils windigen Wetter im zweiten November-Drittel. Gegen 20:45 Uhr erfolgt heute Abend an dieser Stelle ein kurzes Update zum Wettertrend Winter 2016/17.
Update Wetter Winter 2016 / 17:
Kaum Veränderungen: mäßig kalte Temperaturentwicklung im Zeitraum vom 6./11. November mit Tageshöchstwerten von +0/+5 Grad und einer Schneefallgrenze, welche zwischen 300-600 Meter herum schwankt. Die Ausbildung einer Schneedecke wäre bis Montag oberhalb 800 Meter (s. Schneeprognose) und ab Dienstag bis 500 Meter herab möglich. Vor allem in den Nächten wäre bei Tiefstwerten zwischen -4/+2 Grad auch Schneefall bis in tiefere Lagen möglich.

Im weiteren Verlauf simulieren beide Wettermodelle ein kräftiges Tiefdrucksystem zwischen Island und Skandinavien, so dass Deutschland, Österreich und die Schweiz in eine westliche ausgerichtete Grundströmung gelangen könnten. Demzufolge wäre im zweiten November-Drittel ein unbeständiger und windiger Wettercharakter bei leicht ansteigenden Temperaturen zu erwarten. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrum der sog. Kontrollläufe am 13. November zwischen +6/+7 Grad und am 19. November zwischen +5/+7 Grad, was durchaus dem Jahreszeit-typischen Werten entspricht. Aber definitiv ist jetzt erst einmal Schluss mit Langeweile beim Wetter.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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