Mit höherer Wahrscheinlichkeit wird es Anfang November kühler und auch unbeständiger, so dass die Tagestemperaturen im Bereich zwischen +5/+10 Grad liegen und die Schneefallgrenze auf 800-1.200 Meter absinken könnte.

Verantwortlich hierfür ist im Zeitraum vom 1./3. November eine nordwestliche Anströmung der Luftmassen, welche durch ein Hochdrucksystem auf dem Atlantik und einem Tiefdrucksystem zwischen Island und Skandinavien hervorgerufen wird (Details s. Wetter November).

Soweit sind sich die Wettermodelle einig, wobei es auch Unterschiede gibt, welche maßgeblich den Zeitraum darüber hinaus beeinflussen können. So wird z.B. beim europäischen Wettermodell Anfang November ein Tiefdrucksystem über den Azoren simuliert, welches nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells fehlt. In Folge dessen wird das Hochdrucksystem auf dem Atlantik weiter nach Norden gedrückt, was die Tiefdruckrinne zwischen Neufundland, Island und Skandinavien stören, oder gar blockieren kann. Geht es nach der aktuellen Simulation des europäischen. Wettermodells, so verlagert das Hochdrucksystem seinen Kern von Island/England bis zum 4. November in Richtung Mitteleuropa, so dass der Wettercharakter Anfang November unbeständig und zum 3./4. November wieder beständiger werden kann. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen jedoch auf der östlichen Gradientenseite des Hochdrucksystems, was die Neigung zu Nebel und Hochnebel ansteigen lässt und gleichzeitig aus nördlichen Richtungen relativ kühle Luftmassen heranführen kann. Wie kalt kann es werden? Je nach Sonnenscheindauer wären +0/+5 Grad, bzw. +5/+12 Grad zu erwarten.

Das amerikanische Wettermodell berechnet im Zeitraum vom 3./8. November ein kräftiges Tiefdrucksystem zwischen Island und Grönland, welches seine Gradienten bis über die Azoren ausweiten kann. In Folge dessen würde Deutschland auf die mildere Vorderseite des Tiefdrucksystems gelangen, so dass mit einem unbeständigen Wettercharakter die Tageswerte zwischen +7/+13 Grad liegen können.

Die Schwankungen der Wettermodelle ist in den letzten Tagen als hoch zu bezeichnen und wird sich in den kommenden Stunden und Tagen noch mehrmals in die eine oder andere Richtung verändern können. Entscheidend wird sein, wie sich das Hochdrucksystem auf dem Atlantik Anfang November positioniert und wie lange es sich dort auch halten kann. Woran liegt es, dass die Simulationen stark schwanken? Das liegt an der kalten Luft, welche zwischen dem östlichen Kanada und Grönland nach Süden transportiert wird und dort auf relativ warme Luftmassen bei Neufundland auf dem Atlantik treffen (was im übrigen die "Wetterküche" für Mitteleuropa ist). Diese Tiefdrucksysteme streben von West nach Ost und werden diese nicht von einem Hochdrucksystem blockiert, kommt es zum sog. Westdrift. Allerdings - und das führt zu den Unsicherheiten - liegt im Bereich zwischen Grönland, dem europäischen Nordmeer und der Karasee ebenfalls kalte Luftmassen, was den Aufbau eines blockierenden, bzw. störenden Hochdrucksystems über den nördlichen Regionen begünstigt. Je nachdem, welche Parameter in den Berechnungen jeweils bevorzugt werden, setzt sich in den Simulationen der Westdrift durch, oder das Hochdrucksystem stört, bzw. blockiert den Westdrift. Überraschungen sind also zum heutigen Stand noch sowohl in die eine als auch andere Richtung noch möglich.

So verwundert es nicht, dass die Kontrollläufe eine Differenz der Höhentemperaturen (ca. 1.500 Meter) im ersten November-Drittel von bis zu 25 Grad ausweisen (zum Vergleich: für eine Wettervorhersage sind 2-4 Grad und für eine Wetterprognose 2-6 Grad wünschenswert), wobei sich der Mittelwert durchaus an dem für die Jahreszeit-typischen Wert orientiert. So liegt das Temperaturspektrum bspw. am 9. November zwischen -5/+15 Grad bei einem Mittelwert von +6/+7 Grad.

Betrachtet man die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+6) / normal (+7/+13) / zu warm (>+14), so liegen diese am 1. November bei 45/30/5 und am 9. November bei 70/25/5 und die Wahrscheinlichkeiten für zu kalte Varianten liegen bspw. am 9. November bei 25 Prozent. Insofern hat sich wenig gegenüber den letzten Tagen verändert, so dass auch heute ein wechselhafter, unbeständiger und für die Jahreszeit durchaus ein normales Temperaturniveau zu erwarten ist, welcher im Trend auch etwas zu kalt ausfallen kann.

Der AO-Index und auch NAO-Index haben weiterhin einen negativen Trend im ersten November-Drittel, was für die oben angedeuteten "Überraschungen" sorgen kann.

Das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wetterprognose Winter den November mit einer Temperaturabweichung von -0,5/+0,5 Grad im normalen, den Dezember 2016 mit +0,5/+2 Grad im leicht zu milden bis zu warmen, den Januar 2017 mit +1/+2 Grad im zu warmen und den Februar 2017 mit +1/+3 Grad im deutlich zu warmen Bereich. Insofern hat sich auch hier nichts gegenüber den letzten Wochen verändert und das Langfristmodell bleibt seiner Linie eines zu milden Wetter Winter 2016/17 treu. Kann sich das ändern? Sicherlich kann sich das ändern, denn das Wetter ist im steten Fluss und Veränderungen sind vorprogrammiert und letztlich bleibt es abzuwarten, ob das Langfristmodell mit seinem Wettertrend Winter richtig liegen wird. Gegen einen zu milden/warmen Verlauf des Winters sprechen einige Randfaktoren, auf die wir in den kommenden Tagen nochmals näher eingehen werden.

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