Es gibt ein neues Langfristmodell für die Jahreszeitenprognose auf dem Markt und nennt sich German Climate Forecast System (GCFS) und kommt - wie der Name schon sagt - aus Deutschland. Wie es funktioniert haben wir im Artikel GCFS: Neues Langfristmodell für Jahreszeitenprognose vorgestellt näher beschrieben.

Was uns interessiert ist, wie gut wird dieses Langfristmodell sein und ziehen heute einmal einen Vergleich der unterschiedlichen Langfristmodelle und deren Wettertrend auf das Wetter Winter 2016/17.

Zunächst einmal das CFSv2 Langfristmodell, welches bereits seit Wochen einen zu warmen Temperaturtrend über die Wintermonate simuliert. In seiner heutigen Wetterprognose für den Winter 2016/17 liegt die Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert im November zwischen -0,5/+1 Grad im normalen bis leicht zu milden Bereich, im Dezember mit +0,5/+2 Grad im leicht zu milden bis zu warmen Bereich, im Januar mit -0,5/+2 Grad von Nord nach Süd ansteigend im normalen bis zu warmen und im Februar mit +1/+2 Grad im zu warmen Bereich. In Summe ergibt sich von Dezember 2016 bis Februar 2017 eine mittlere Temperaturabweichung von +0,5/+2 Grad, welche von Nord nach Süd ansteigt. In der Niederschlagsentwicklung zeigen sich keine sonderlichen Auffälligkeiten. Im Ergebnis und zum heutigen Stand ist demnach mit einem zu warmen Winter zu rechnen.

Das neue Langfristmodell GCFS berechnet in den Wintermonaten von Dezember bis Februar eine Temperaturanomalie von +0,5/+1 Grad im ebenfalls leicht zu warmen bis zu warmen Bereich. Interessant ist die Entwicklung, als dass es auf dem Atlantik zwischen Island, England und Grönland mit -0,2/-2 Grad kälter als normal ausfallen kann. Möchte man das Interpretieren, so wäre ein Tiefdrucksystem über Island wohl über die Wintermonate dominierend, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einer Südwest-, bis Westwetterlage führen kann. So ist es auch nicht überraschend, dass die Temperaturanomalie über Osteuropa und dem westlichen Russland zwischen +1/+2 Grad und mehr im positiven Bereich liegen kann. Das erinnert sehr stark an die Wetterlagen der bereits vergangenen drei zu warmen Winter. In Wahrscheinlichkeiten ausgedrückt ist ein zu warmen Winter zu 30-50 Prozent und ein zu kalter Winter zwischen 0-30 Prozent wahrscheinlich.

Das Langfristmodell der NASA berechnet den November mit +0,5/+2 Grad zu warm, den Dezember mit -0,25/-1 Grad normal bis leicht zu kalt, den Januar 2017 mit +0,25/+1 Grad normal bis leicht zu mild und den Februar 2017 mit -0,25/-1 Grad normal bis leicht zu kalt. Im Niederschlagsverhalten zeigen sich keine sonderlichen Auffälligkeiten, lediglich der Februar könnte leicht positiv (zu nass) verlaufen. Zusammenfassend ist nach diesen Berechnungen ein normaler Winter mit der Tendenz auch leicht zu kalt ausfallen zu können zu erwarten.

Das Langfristmodell IRI simuliert eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen normalen Temperaturverlauf über die Wintermonate hinweg, wobei die Niederschlagserwartung ebenfalls ohne besondere Auffälligkeiten gegenüber den Sollwerten simulieren.

Das Langfristmodell des METOffice berechnet eine Wahrscheinlichkeit von 40-80 Prozent für einen zu warmen, 0-40 Prozent für einen normalen und mit 20-40 Prozent für einen zu kalten Temperaturverlauf im Winter 2016/17. Die Niederschlagserwartung ist auch nach diesem Langfristmodell als unauffällig gegenüber den Sollwerten zu bewerten und kann im Trend auch leicht zu trocken ausfallen.

Berücksichtigt man alle Simulationen, so kommt im Schnitt ein normaler bis zu warmer Temperaturverlauf für den Winter 2016/17 zustande. Ob das so kommen wird, bleibt auch heute noch in Frage zu stellen. Warum? Nach dem Ausfall des 2,2 jährigen Periode der Ost-West Umkehrung des QBO Ende 2015/Anfang 2016, scheint dieser nun überraschenderweise nachzulegen - was das für Auswirkungen auf das Wetter im Winter haben kann, haben wir bereits gestern näher betrachtet: Was ist QBO?.

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