Als typisch herbstlich, so kann der Wettercharakter bis Mitte kommender Woche beschrieben werden. Mit einem Wind aus überwiegend nordöstlichen Richtungen kommend, werden immer wieder Wolkenfelder von Ost nach West über Deutschland geführt. So ist insbesondere über dem Osten und Norden zeitweilig eine mäßige Niederschlagserwartung gegeben, sonst sind die Niederschläge meist von der leichten Art und können in Richtung Westen und Südwesten nachlassen. Die Temperaturen pendeln sich auf +8/+13 Grad ein und können über dem Süden in den Nächsten bei Aufklaren auch zu Boden-, bzw. Nachtfrost führen (s. Wetter Oktober).

Wann kommt der Winter, wann kommt Schnee? Solche Fragen bekommen wir derzeit häufig per E-Mail gestellt. Schein fast so, als viele unserer Leser schon im Oktober nach dem Winter verlangen. Erst gestern haben wir darauf hingewiesen, dass Schneefall bis in tiefere oder mittlere Lagen nach den aktuellen Simulationen der Wettermodelle weniger wahrscheinlich sind. Passt jedoch die Konstellation - ähnlich wie letztes Jahr - so könnten die ersten Schneeflocken in mittleren Lagen durchaus im Bereich des Möglichen liegen.

Das amerikanische und auch europäische Wettermodell simulieren heute eine weitgehend einheitliche Wetterentwicklung im Zeitraum vom 12./17. Oktober. Das Hochdrucksystem über Skandinavien verlagert sich bis zum 13. Oktober weiter nach Westen und positioniert sich im Bereich zwischen England, Island und Grönland. Gleichzeitig wird das Hochdrucksystem von Tiefdrucksystemen auf seinem südlichen Gradienten "unterwandert", wobei sich ein Tiefdruckkern bis zum 15. Oktober über den Azoren festigen kann.

Somit ist das "normale" West-Ost Zirkulationsmuster gestört, was sich mit einem sog. negativen NAO-Index in den kommenden Tagen bestätigen lassen muss. Was ist der NAO-Index? Kurz und knapp: ein positiver NAO-Index bedeutet, dass ein Hochdrucksystem über den Azoren und ein Tiefdrucksystem über Island liegt. Ein negativer NAO-Index beschreibt den umgekehrten Zustand, also negativ. Was für ein Wetter hat ein negativer NAO-Index zur Folge? Davon ausgegangen, dass das Hochdrucksystem sich im Bereich zwischen Grönland und Island befindet, gleichzeitig aber auch tiefer Luftdruck über den Azoren, ermöglicht es weiteren Tiefdrucksystemen über der Barentssee nach Süden in Richtung Mitteleuropa "abzutropfen" und dort wiederum eine Tiefdruckrinne über die Mittelmeerregion bis zu den Azoren aufzubauen. In Vollendung dessen wäre von einer gestörten Zirkulation zu sprechen.

Und genau dieses Szenario simulieren heute beide Wettermodelle im Zeitraum vom 15./21. Oktober. Welcher Wettercharakter wäre dann vorherrschend? Ein Wechselspiel aus Sonne, Wolken und Schauern, wobei die Schneefallgrenze bei nasskalten Temperaturen von +2/+8 Grad durchaus bis auf die mittleren Lagen hinab (400-800 Meter) absinken könnte.

Wie wahrscheinlich ist diese Variante? Untypisch für Oktober ist diese Wetterentwicklung nicht und zeigte etwa im gleichen Zeitraum letztes Jahr einen ähnlichen Ablauf, welcher für Schneefall bis in mittlere Lagen sorgte. Die Kontrollläufe stützen im Zeitraum vom 13./21. Oktober eine über dem Süden und Westen mäßige Niederschlagsentwicklung, welche sich nach Norden und Osten abschwächen kann. Das spricht für eine südlich verlagerte Tiefdruckrinne, welche auch Österreich und die Schweiz mit beeinflussen kann. Der Mittelwert des Temperaturspektrums zeigt eine sich gegenüber dem langjährigen Mittelwert langsam normalisierende Tendenz. Deutlicher zeigt sich das anhand der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+12) / normal (+13/+19) / zu warm (>+20), welche am 17. Oktober bei 60/35/5 und am 22. Oktober bei 50/35/15 liegen.

Zusammenfassend setzt sich der für die Jahreszeit zu kühle Wettertrend mit höherer Wahrscheinlichkeit auch im zweiten Oktober-Drittel fort, wobei die oben beschriebene Simulation der Wettermodelle Schneefall bis auf mittlere Lagen hinab nicht ausschließt. Dass die kühle Witterung weiterhin anhalten kann, bestätigt auch heute der Wettertrend des Langfristmodells. So liegt die Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit -1/+0,5 Grad im normalen bis zu kühlen und im November mit -0,5/+1 Grad im normalen bis leicht zu milden Bereich. Für die Wintermonate von Dezember bis Februar liegt die Abweichung zwischen +0,5/+2 Grad im leicht zu milden bis zu warmen Bereich.

Anzeige

Ihnen gefällt die Wetterprognose? Teilen Sie es anderen mit!