Die Konstellation aus einem Tiefdrucksystem über dem östlichen Europa und einem Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum sorgt dafür, dass die Grundströmung über Deutschland, Österreich und der Schweiz bis einschließlich dem kommenden Wochenende aus nordöstlichen Richtungen kommt. Somit kann nach teils zäher Nebelauflösung bei meist starker bis wechselnder Bewölkung nur ab und an die Sonne zum Vorschein kommen, während aus östlichen Richtungen immer wieder Niederschlagsfelder nach Deutschland geführt werden können. Betrachtet man die Gesamtniederschlagssumme bis einschließlich Sonntag, so liegt der Schwerpunkt mit 8-14 l/m² über dem Osten und schwächt sich mit 0,5-3 l/m² nach Westen deutlich ab. Die Temperaturen schwanken - je nach Sonnenscheindauer - zwischen +7/+13 Grad, bzw. +14/+18 Grad. In den Nächten ist insbesondere über den südlichen Landesteilen mit leichtem Nacht-, bzw. Bodenfrost zu rechnen (s. Wetter Oktober).

Die Positionen der Wettersysteme sehen zum Sonntag wie folgt aus. So liegt im Bereich zwischen Skandinavien und England ein Hochdrucksystem, welches die atlantische Frontalzone auf dem Atlantik weitgehend blockiert. Über dem östlichen Europa erstreckt sich ein Tiefdrucksystem vom westlichen Russland über Polen, Ungarn bis nach Deutschland. Im Verbund dieser beiden Systeme kommt es zu dieser nordöstlichen Anströmung der kühlen Luftmassen arktischen Ursprungs.

So wird sich wohl auch zum Start in die neue Woche kaum etwas verändern. Nach teils zäher Nebelauflösung bleibt die Neigung zu einer schwachen Niederschlagsneigung hoch und die Temperaturen verbleiben mit +7/+13 Grad in dem für die Jahreszeit etwa um 2/7 Grad zu kalten Bereich.

Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis sich diese Wetterlage auflöst, bzw. verändern mag. Nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells geschieht dies im Zeitraum zwischen dem 12./15. Oktober. Ein Hochdrucksystem dreht sich im und ein Tiefdrucksystem gegen den Uhrzeigersinn. Somit "drückt" das Hoch das Tief nach Westen und umgekehrt. In Folge dessen verlagert sich das Hoch weiter nach Osten in Richtung Russland und das Tiefdrucksystem weiter nach Westen in Richtung Deutschland und England. So bleibt demnach der Wettercharakter mit einer höheren Wahrscheinlichkeit bis zum 17. Oktober leicht wechselhaft und unbeständig, wobei die Temperaturen sich langsam etwas erwärmen können.

Das europäische Wettermodell berechnet die Umstrukturierung etwas anders. So schwächt sich das Tiefdrucksystem über dem östlichen Europa ab und spielt zum 9. Oktober keine wetterwirksame Rolle mehr. Stattdessen drückt die atlantische Frontalzone gegen das Hoch über Skandinavien und sorgt zum 11./12. Oktober für eine Vorderseitig warme Anströmung der Luftmassen. Anders formuliert ist auch nach diesen Berechnungen mit zähem Nebel zu rechnen, allerdings ist die Niederschlagsneigung im Zeitraum vom 9./12. Oktober geringer und ab dem 13. Oktober höher einzustufen.

Die Kontrollläufe bestätigen bis Mitte Oktober einen für die Jahreszeit zu kühlen Temperaturverlauf und normalisiert sich darüber hinaus nur zögerlich. So liegt das Temperaturspektrum am 12. Oktober zwischen +5/+13 Grad (Mittelwert: +8/+11 Grad) und am 19. Oktober zwischen +8/+16 Grad (Mittelwert: +11/+12 Grad). Die Niederschlagsneigung wird nach den Kontrollläufen über dem Süden und Westen bis zum 13. Oktober als gering und über dem Osten und Norden als schwach bis mäßig eingestuft und darüber hinaus in ganz Deutschland als schwach bis mäßig. Mit anderen Worten sieht ein Durchbruch der atlantischen Frontalzone mit Regen, Wind und mäßig warmen Temperaturen anders aus. Vielmehr wird der hohe Luftdruck in der Wetterentwicklung des zweiten Oktober-Drittels noch eine wichtige Rolle spielen.

Wir sind in den letzten Tagen einmal gefragt worden, ob so ein "Kaltlufteinbruch" im Oktober einen warmen Winter nach sich führen kann. So ganz abwegig ist die Frage nicht, denn häufiger war zu beobachten, dass nach Schneefall im Oktober der Winter daraufhin mild ausfiel - nicht immer, aber eine statistische Häufung (das ist nicht mit einem gänzlich zu kalten Temperaturverlauf im Oktober gleichzusetzen: kalter Oktober ungleich zu warmer Winter!). Aktuell wird aber Schneefall bis in tiefere, bzw. mittlere Lagen auszuschließen sein allenfalls oberhalb etwa 1.500 - 1.800 Meter ist Schneefall nicht auszuschließen. Insofern kann die oben gestellte Frage mit unwahrscheinlich beantwortet werden.

Nichtsdestotrotz berechnet das Langfristmodell gegenüber den vergangenen Tagen kaum Veränderungen in seinem Wettertrend Winter, bzw. Herbst. So liegt die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Oktober mit -0,5/+0,5 Grad im normalen Bereich (spricht für ein wärmeres letztes Oktober-Drittel) und im November mit -0,5/+1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich. Für die Wintermonate zeigt sich im Dezember, Januar und Februar eine Abweichung von +0,5/+2 Grad im leicht zu milden bis zu warmen Bereich.

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