Geht es nach den aktuellen Simulationen der Wettermodelle, so bleibt die Wetterentwicklung Anfang Oktober spannend. Der Grund ist so einfach wie komplex - Deutschland liegt zwischen einem Tiefdruckkomplex, welcher sich von Island, über England bis nach Skandinavien und einem Hochdrucksystem, welches von den Azoren über die Mittelmeerregion bis über das östliche Europa erstrecken kann. Je nachdem, wie sich die Wettersysteme zueinander Positionieren, kann mit einem unbeständigen und kühlen oder mit einem trockenen und warmen Wettercharakter gerechnet werden. Zum heutigen Stand wird es wohl zu einer Grenzwetterlage kommen, so dass über dem Nordwesten und Westen kühleres und wechselhafteres Wetter als über dem Südosten erwartet werden kann (s. Wetterprognose Oktober).

Im Zeitraum zwischen dem 4./10. Oktober simulierten die Wettermodelle in den letzten Tagen mit höherer Wahrscheinlichkeit die Dominanz eines Hochdrucksystems über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Daran hat sich heute nur unwesentlich etwas verändert. Das amerikanische Wettermodell berechnet im Zeitraum zwischen dem 4./8. Oktober den Aufbau einer Hochdrucksystems im Bereich zwischen der Mittelmeerregion, Deutschland, Skandinavien und dem europäischen Nordmeer in einer steilen Süd-Nord Achse, welche im Zeitraum vom 9./11. Oktober nach Osten wegkippt und seine Hochdruckachse von den Azoren, über Spanien, Frankreich, Deutschland und dem östlichen Europa in einer Südwest-Nordost verlaufenden Position ausrichtet. In Folge daraus ist im ersten Oktober-Drittel nach Nebelauflösung mit einem weitgehend trockenen und auch relativ warmen Wettercharakter zu rechnen.

Das europäische Wettermodell stützt die Hochdruckvariante im Zeitraum vom 4./7. Oktober. Allerdings mit dem Unterschied, dass der Hochdruckkern weiter über dem östlichen Europa liegt und Deutschland, Österreich und die Schweiz somit in eine warme Südanströmung der Luftmassen gelangen können.

Das eine weitgehende Hochdruckdominanz im ersten Oktober-Drittel die derzeit wahrscheinlichste Variante ist, zeigen auch die Kontrollläufe. So wird im Zeitraum vom 4./11. Oktober über dem Süden eine nur schwache Niederschlagserwartung berechnet, welche nach Norden hin langsam ansteigen und dort allenfalls schwach bis mäßig ausfallen kann. Das Temperaturspektrum liegt am 5. Oktober zwischen +10/+24 Grad (Mittelwert: +16/+17 Grad) und am 10. Oktober zwischen +8/+23 Grad (Mittelwert: +15 Grad). Der Mittelwert bewegt sich in dem für die Jahreszeit normalen bis leicht zu warmen Bereich.

Die Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt (<+12) / normal (+13/+19) / zu warm (>+20), liegen am 7. Oktober bei 15/45/40 und am 12. Oktober bei 30/45/25 und bestätigt das breite Entwicklungsspektrum im Wettertrend .

Eine "Korrektur" nimmt das Langfristmodell in seiner heuteigen Wetterprognose für den Herbst und Winter vor. So liegt die Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Oktober und November mit -0,5/+0,5 Grad im weitgehend normalen Bereich und für Dezember und Januar liegt die Abweichung mit +0,5/+1 Grad und über dem Süden teils bis +2 Grad im leicht zu milden bis zu warmen Bereich, während der Februar mit einer Abweichung von +1/+2 Grad weiterhin zu warm ausfallen könnte. Was hat sich gegenüber gestern und den letzten Wochen verändert? Die leichte Korrektur geht nach "unten", sprich: der November, Dezember und auch Januar wurden mit 0,5 Grad etwas kühler berechnet, als das in den letzten Tagen noch der Fall war. Rechnet man die Wintermonate zusammen, so liegt die Abweichung der Temperaturen im Winter mit +0,5/+2 Grad allerdings weiterhin leicht zu warmen bis zu warmen Bereich. Ob das aber dennoch eine Kehrtwende hin zu einem normalen oder gar zu kalten Winterverlauf werden kann, wird sich in den kommenden Wochen in der Entwicklung der Großwetterlage zeigen müssen.

Betrachtet man andere Langfristmodelle, so liegt nach dem METOffice die Wahrscheinlichkeit für einen zu warmen Winter zwischen 40-60 Prozent, für einen normalen Winter zwischen 20-40 Prozent und für einen zu kalten Winter bei 20-40 Prozent. Geht es nach dem Langfristmodell der NASA, so könnte der Dezember etwas kühler ausfallen, während der Januar und Februar leicht zu mild bis zu warm simuliert werden. Das vierte Langfristmodell im Bunde - das IRI Modell - berechnet weitgehend normale Temperaturen über den Winter mit einer höheren Wahrscheinlichkeit von zu warmen Temperaturen über dem Südwesten. Zusammenfassend scheint nach den gängigsten Simulationen der Langfristmodelle der Dezember eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für normale Temperaturen zu haben, während der Januar und Februar eher die Tendenz für zu warme Temperaturen aufweisen.

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