Der Wetterumschwung, welcher vor ein paar Tagen noch von den Wettermodellen Ende September / Anfang Oktober simuliert wurde, findet nicht statt, zumindest nicht nachhaltig. Zwar kann der Norden zeitweilig von Tiefdruckausläufern erfasst werden, jedoch ist die Niederschlagserwartung bis zum 3. Oktober als gering einzustufen (Wetter September | Wetter Oktober 2016).

Betrachtet man die dazugehörige Großwetterlage, so liegt am 3. Oktober ein Tiefdrucksystem über dem skandinavischen Raum mit einer dazugehören Tiefdruckrinne, welche sich von Neufundland über Island bis nach Skandinavien erstrecken kann. Damit kann sich das Hochdrucksystem nicht auf den Atlantik positionieren und liegt stattdessen zwischen den Azoren, der Mittelmeerregion, Spanien Frankreich und Deutschland. Im Verbund beider Wettersysteme kommt das Zirkulationsmuster aus südwestlichen Richtungen und führt relativ warme Luftmassen nach Deutschland (+16/+17 Grad über dem Norden und bis +20 Grad über dem Süden).

Die Ausbildung eines autarken Hochdruckkerns im Bereich zwischen Deutschland und Skandinavien wäre im ersten Oktober-Drittel somit gar nicht einmal abwegig. Betrachtet man die Simulation des amerikanischen Wettermodells, so könnte sich im Zeitraum zwischen dem 4./10. Oktober ein solches Hochdrucksystem ausbilden, wenngleich die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik mehr und mehr zunehmen kann.

Welche Varianten wären noch möglich? Neben der Ausbildung eines Hochdrucksystems Mitteleuropa wäre noch eine Dominanz der atlantischen Frontalzone denkbar. Die Tiefdrucksysteme über Skandinavien drücken dabei den hohen Luftdruck weiter nach Süden, so dass das Zirkulationsmuster aus westlichen Richtungen kommen und mit Wind und Regen für einen abwechslungsreichen Wettercharakter sorgen kann.

Eine weitere Variante wäre die steile Aufstellung des Azorenhochs auf dem Atlantik bis nach Grönland, welches die Tiefdrucksysteme bereits auf dem Atlantik blockieren kann. Gleichzeitig können die Tiefdrucksysteme über Skandinavien nach Süden "abtropfen" und neben einer hohen Neigung zu Schauern auch für deutlich zurückgehende Temperaturen verantwortlich sein.

Blickt man auf die statistischen Werte, so ist im ersten Oktober-Drittel oftmals über Skandinavien der erste Kaltlufteinbruch zu beobachten, während im Zeitraum zwischen dem 7./19. Oktober eine länger andauernde Hochdruckphase nachfolgen kann (goldener Oktober).

Welche der Varianten ist wahrscheinlicher? Wie bereits in den letzten zwei Tagen zeigt sich im ersten Oktober-Drittel eine zunehmende Wahrscheinlichkeit für eine Hochdruckdominanz im Bereich Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das bestätigen soweit auch die Kontrollläufe im Zeitraum vom 4./10. Oktober mit einer schwach ausgeprägten Niederschlagswahrscheinlichkeit. Das Temperaturspektrum geht allerding auf ein Jahreszeit-typisches Niveau zurück und liegt mit seinen Mittelwerten am 5. Oktober zwischen +16/+17 Grad und am 10. Oktober zwischen +14/+15 Grad.

Das Langfristmodell bleibt seinem Wettertrend der letzten Tage treu. So liegt die Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Oktober bei -0,5/+0,5 Grad im normalen, im November und Dezember mit -0,5/+1 Grad im normalen bis leicht zu warmen und im Januar und Februar 2016 mit +1/+2 Grad im zu warmen Bereich. In der Niederschlagsentwicklung zeigen sich keine sonderlichen Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert - lediglich der November könnte zum heutigen Stand zu nass ausfallen.

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