Nach einer Wetterphase, welche bis zum Sonntag/Dienstag noch überwiegend als "Altweibersommer" bezeichnet werden kann, kommt es Ende September / Anfang Oktober mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Wetterumschwung mit Wind, Regen und auch kühleren Temperaturen (Wetter September | Wetter Oktober 2016).

Viele Anfragen erreichen uns in letzter Zeit mit der immer gleichen Frage: kommt der Winter im Oktober, oder ist im Oktober der erste Schnee zu erwarten? All jenen unter unseren Lesern, welche sich den Winter bereits im Oktober herbeiwünschen sei gesagt, dass ein früher "Wintereinbruch" im Oktober selten einen kühlen/kalten Winter zur Folge hatten. Zudem wäre ein "Wintereinbruch" im Oktober allenfalls mit nasskalten Temperaturwerten und ein paar Schneeschauern zu definieren. Hält der Winter allerdings im letzten November-Drittel Einzug, so sieht die Sache - gemäß der Statistik - schon ganz anders aus. Also, Geduld ist gefragt für alle, die sich einen kalten, oder zumindest normalen Winterverlauf wünschen.

Aber mal ganz Abseits von "Wünschen", was simuliert das Langfristmodell? In seiner heutigen Wetterprognose liegt die Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Oktober und Dezember mit -0,5/+0,5 Grad im normalen und im November, Januar und Februar mit +0,5/+2 Grad im zu milden bis zu warmen Bereich. Insofern ändert sich - nach dem Langfristmodell - gegenüber den letzten Wochen nur wenig. Gibt es auch andere Langfristmodelle? Ja, die gibt es (mehr dazu unter Langfristmodelle) und hier zeigt sich ein leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen zu milden Wettertrend Winter 2016/17.

Was ist mit den Randfaktoren? La Niña, welche häufig nach einem El Niño Phänomen auftritt, wird nach dem aktuellen ENSO-Bericht deutlich schwächer eingestuft, als das noch in den letzten Wochen der Fall war:
ENSO-neutral conditions are slightly favored (between 55-60%) during the upcoming Northern Hemisphere fall and winter 2016-17.
Frei übersetzt: neutrale Konditionen sind momentan die wahrscheinlicheren Optionen für Herbst und Winter, was nicht gerade für ein La Niña Phänomen spricht. Blickt man auf die Statistik, so waren die Winter in einem La Niña Jahr nicht gerade kalt (eher die darauffolgenden). Insofern kann dass als "gute Nachricht" für alle die den Winter mögen gewertet werden.

Ein weiterer Randfaktor ist die Sonnenaktivität, welche sich in diesem Jahr in einem abklingenden Maximum in einer schwachen Phase befindet. Was bedeutet das? Ist die Sonnenaktivität schwach, so sind aufgrund der geringeren Sonneneinstrahlung kühlere Temperaturwerte zu erwarten - ob das auch in Zeiten des Klimawandels der Fall sein wird, bleibt abzuwarten. Denn betrachtet man die langjährige Temperaturreihe der Wintermonate seit 1980, so ist ein kontinuierlicher Anstieg der Wintertemperaturen zu beobachten.

Blickt man noch einmal auf den ENSO-Bericht, so fällt auf, dass der Nordatlantik wärmer als in den vergangenen Jahren ist, was sicherlich auch am El Niño Phänomen liegen mag. Der Nordatlantik war nun in den vergangenen Wintern deutlich kühler und war sicherlich ein Faktor für einen stabilen Jetstream, welcher über Mitteleuropa für die zu warmen Winter sorgte. Eine Umkehrung könnte nun unter Umständen dafür sorgen, dass sich der Jetstream abschwächt und die Polarfront mehr in Schwingung geraten kann, als das in den letzten Wintern der Fall war (Schwingung = Rossby Wellen) und letztlich Trogwetterlagen über Deutschland, Österreich und der Schweiz begünstigen könnte. Es bleibt also weiterhin abzuwarten, wohin sich der Winter 2016/2017 entwickeln kann.

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