Nach den kräftigen - teils unwetterartigen - Regenfällen vom heutigen Samstag und der darauf folgenden Nacht auf Sonntag, lässt die Niederschlagsneigung zum Start in die neue Woche allmählich nach, wobei der unbeständige Wettercharakter in Form von Schauern und örtlichen Gewittern bis einschließlich Donnerstag erhalten bleiben kann. Die Temperaturen erreichen am Samstag und Sonntag über dem Norden noch verbreitet Werte zwischen +17/+23 Grad, gehen aber zum Start in die neue Woche, wie bereist in den restlichen Regionen von Deutschland auf +15/+20 Grad zurück und liegen somit im Jahreszeit-typischen Bereich (Details s. Wetter September 2016).

Gestern zeigten sich die Simulationen der Wettermodelle differenziert und es war fraglich, ob sich die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells mit einem zunehmend herbstlichen, oder die des europäischen Wettermodells mit einem stabilen Hochdruckkonstrukt und trocken/warmen Wettercharakter durchsetzen kann. Die Wetterentwicklung für das letzte September-Drittel zeigt sich in den heutigen Berechnungen beider Wettermodelle nun einheitlicher.

Das amerikanische Wettermodell berechnet im Zeitraum vom 23./25. September nur kurzweilig den Aufbau eines Hochdruckkeils bis nach Deutschland, bevor zum 25./26. September die atlantische Frontalzone auf Mitteleuropa übergreifen kann. In Folge dessen wäre bis Ende September mit einem äußerst unbeständigen Wettercharakter zu rechnen. Gleichzeitig strebt das Azorenhoch auf dem Atlantik nach Norden in Richtung Grönland, so dass Rückseitig und im Verbund mit dem Tiefdrucksystem über Mitteleuropa ein meridionales Strömungsmuster entstehen könnte. So wäre nicht nur ein unbeständiger Wettercharakter, sondern mit einer nördlichen Grundströmung auch weiter zurückgehende Temperaturwerte zu erwarten. Wie kalt könnte es werden? Simuliert werden am 30. September Tageswerte, welche im Bereich zwischen +8/+17 Grad liegen können.

Das europäische Wettermodell ist mit der Umstellung der Großwetterlage nicht so nachhaltig, bzw. schnell im Ablauf. So liegt über dem skandinavischen Raum ein Hochdrucksystem, welches mit dem Azorenhoch - wie in den Simulationen der letzten Tagen auch - eine Hochdruckbrücke quer über Mitteleuropa aufbauen möchte. Ein kräftiges Tiefdrucksystem im Bereich zwischen Grönland, Island und England stört jedoch diesen Prozess, so dass im Zeitraum vom 23./25. September noch unter einer Hochdruckdominanz nur mit einer geringen Niederschlagsneigung zu rechnen ist, jedoch im weiteren Verlauf die Dominanz der Tiefdruckausläufer weiter zunehmen kann. Aber auch nach diesen Berechnungen strebt das Hochdrucksystem nach Norden auf, jedoch zwischen Spanien, England, Island und Grönland östlicher als nach dem amerikanischen Wettermodell. In Folge daraus wäre mit einer schwächeren Niederschlagsneigung bis Ende September zu rechnen, aufgrund des nördlichen Strömungsmusters aber auch mit zurückgehenden Temperaturen.

Die Kontrollläufe stützen vom 17./23. September einen trockenen Wettercharakter über dem Norden und vom 19./23. September über dem Süden, Osten und Westen. Darüber hinaus ist die Niederschlagsneigung bis Ende September über dem Süden als gering bis schwach, über dem Norden, Osten und Westen aber als mäßig bis hoch einzustufen. Somit verändern sich die Kontrollläufe gegenüber gestern kaum und bestätigen den Trend einer möglich nachhaltigen Umstellung der Großwetterlage. Hitzeperioden, wie in den vergangenen Tagen, sind somit im letzten September-Drittel weniger wahrscheinlich geworden. So liegt das Temperaturspektrum am 24. September zwischen +8/+20 Grad (Mittelwert: +14/+16 Grad) und am 30. September zwischen +8/+27 Grad (Mittelwert: +15/+16 Grad). Anders formuliert normalisiert sich das Wetter im letzten September-Drittel mit höherer Wahrscheinlichkeit und wird einem herbstlichen Grundcharakter zunehmend gerechter.

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